1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Tornado fegt über Paderborn: Schäden so weit das Auge reicht

  8. >

Aufräumarbeiten laufen bis tief in die Nacht - Ausmaß noch nicht absehbar

Tornado fegt über Paderborn: Schäden so weit das Auge reicht

Paderborn

Nach dem verheerenden Tornado, der am späten Freitagabend Paderborn heimsuchte, werden nach und nach die angerichteten Schäden sichtbar. Das komplette Ausmaß bleibt aber noch nicht überschaubar. Bis tief die Nacht waren Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfswerke und Technischem Hilfswerk im Dauereinsatz.

Von Jörn Hannemann

Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch unklar: Bis tief in die Nacht waren die Einsatzkräfte in Paderborn damit beschäftigt,nach dem Tornado die Spuren der Zerstörung zu beseitigen. Foto: Hannemann

Selbst für erfahrene Einsatzkräfte waren es unfassbare Bilder, die sich ihnen nach dem Tornado boten: Stattliche Bäume wurden entwurzelt und stürzten gegen Häuser, Dächer wurden abgedeckt, Fenster wurden durch herumfliegende Teile zerstört, Dutzende Autos beschädigt. „Wie viel hier innerhalb weniger Minuten kaputt gegangen ist, ist einfach unglaublich", sagt ein Polizeibeamter. "Der orkan Kyrill war dagegen nur ein laues Lüftchen."

Der Tornado hatte  binnen weniger Minuten ganze Straßenzüge verwüstet, besonders die Penzlinger- und Senefelderstraße, das Riemekeviertel, aber auch Teile der Innenstadt.

Doch auch an geschichtsträchtigen Orten, beliebten Postkarten-Motiven und Paderborns „grünem Herzen“ hat der Tornado Spuren schwer beschädigt: So fielen Bäume auf die Dielenpader und die Fachwerkhäuser in der Gasse „Auf den Dielen“, die zu den meist fotografierten Straßen Paderborns zählt.  Das Dach des Michaelsklosters, das älteste  katholische Frauenkloster in Westfalen, wurde zum großen Teil abgedeckt. Betroffen gewesen sein sollen auch das Liborianum und das Haus der Dommusik

Gegenüber auf dem Vorplatz der Paderborner Stadtbibliothek wurde die gerade aufgebaute Freilichtbühne unter Bäumen verschüttet, an der Hathumar Straße wurde  Auto regelrecht zermalmt. Auch das Paderquellgebiet wird nicht mehr so sein wie zuvor: Dutzende Bäume wurden abgeknickt oder entwurzelt. Mehrere fielen in die Pader und verstopften die Unterführung an der Mühlenstraße fast wie bei einem Staudamm. Mit einem Bagger mussten die Bäume schnellstens aus dem Wasser geholt werden.

Gegen 23 Uhr musste ein Abrissbagger vorsichtig an der Heiersstraße vorsorglich bis zu acht Meter lange Fassadenteile aus Wellblech von einem mehrgeschossigen Gebäude abreißen, die sich gelöst hatten. Danach ging es zur Hathumarstraße, wo ein gewaltiger Teil eines Baum hoch oben auf dem Dach eines Mehrparteienhauses lag und herabzustürzen drohte. Zur Bergung wurde eine Drehleiter und zusätzlich ein schwerer Hoffmann-Kran angefordert. In Kombination schafften sie es, den Stamm sicher runterzunehmen.

Startseite
ANZEIGE