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Bielefelder Polizeibeamte klagt über Schmerzen – Zeitungsfoto auf dem Richtertisch

»Trillerpfeifen-Prozess« geht in die Verlängerung

Paderborn/Bielefeld (WB/pic). Im Paderborner »Trillerpfeifen-Prozess« geht es in die Verlängerung. Der Streit dreht sich um die Frage, wie dicht eine Stadträtin aus Essen bei einer Demonstration gegen eine AfD-Kundgebung in Paderborn einem Bielefelder Polizeibeamten mit ihrer Trillerpfeife auf die Pelle gerückt ist. Dazu will das Amtsgericht Paderborn am 11. Oktober weitere Zeugen hören.

Stadträtin Ezgi Bilge Güyildar (30) steht wegen dieser Trillerpfeife in Paderborn vor Gericht. Sie soll damit bei einer Demo gegen eine AfD-Kundgebung einem Bielefelder Polizeibeamten (33) Ohrenschmerzen zugefügt haben. Der Polizist glaubt, dass die Linke-Politikerin ihre Pfeife aus kürzester Distanz gezielt auf den Beamten gerichtet habe. Foto: Jörn Hannemann

Stadträtin Ezgi Bilge Güyildar (30) aus der Fraktion der Linken, die in ihrer Heimatstadt auch schon mal für den Landtag kandidierte, hat am Montag vor dem Richter Vorwürfe des Bielefelder Polizisten (33) zurückgewiesen, sie habe ihre rote Trillerpfeife gezielt auf den Beamten gerichtet. Der Polizist hatte diesen Eindruck gewonnen: »Die hatte mich auf dem Kieker«. Der Abstand zwischen Polizist und Demonstrantin habe nur 50 Zentimeter betragen. Mehrere Tage danach habe er noch Schmerzen im Ohr verspürt.

Die Stadträtin bekam am Montag im Gerichtssaal prominente Unterstützung durch den Paderborner Linke-Bundestagskandidaten Siegfried Nowak (58), der bei der Demonstration neben ihr gestanden habe. Die Pfiffe seien nicht gegen den Polizisten, sondern gegen die AfD-Veranstaltung gerichtet gewesen, sagte Nowak. Es habe einen größeren Abstand zwischen Ezgi Bilge Güyildar und dem Polizisten gegeben.

Richter Michael Vondey schaute sich am Montag ein Foto an, das im WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT und bei WESTFALEN-BLATT online veröffentlicht worden war. Dieses Foto zeigt die Szene, wie sich Polizist und Demonstrantin gegenüber stehen. Der Abstand sei auf diesem Foto aber größer als 50 Zentimeter, meinte der Richter. Er bot an, das Verfahren, das eine Anzeige des Polizisten ausgelöst hatte, wegen Geringfügigkeit einstellen. Dem widersetzt sich aber die Paderborner Staatsanwaltschaft. Deshalb will das Gericht am 11.Oktober weitere Zeugen aus Bochum und Essen in Paderborn befragen.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie am Dienstag, 26. September, im WESTFALEN-BLATT/Lokalteil Paderborn.

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