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Im Fach Sport kommen 123 Studenten zusammen – Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus

Unruhe wegen Klausuren in der Uni Paderborn

Paderborn

In dieser Woche werden in der Universität Paderborn 50 Klausuren mit teilweise mehr als 100 Teilnehmern geschrieben. Einige Studenten sorgen sich um ihre Gesundheit. Die Hochschule betont, alle Sicherheitsvorschriften würden erfüllt.

Dietmar Kemper

Das Audimax ist der größte Hörsaal der Universität Paderborn. Obwohl er 650 Studenten Platz bietet, dürfen zurzeit bei Klausuren nur 60 hinein. Foto: Jörn Hannemann

„Ich hätte gerne eine Erklärung dafür, warum man aktuell beispielsweise nicht in ein Modegeschäft unter strengsten Hygienemaßnahmen eintreten darf, aber es in Ordnung ist, mit über 100 verschiedenen Haushalten in einer Halle zu sitzen und vor allem vor dem Einlass vor der Halle zusammenzustehen“, fragt eine Studentin, die nicht möchte, dass ihr Name in der Zeitung veröffentlicht wird.

Nach Angaben der 21-Jährigen sind an diesem Dienstag Klausuren in Spanisch mit 173 Teilnehmern am Morgen und am Nachmittag in Sport mit 123 angehenden Akademikern vorgesehen. Ihre Kommilitonen fragten sich, „wieso wir Studierende uns nicht mal auf einen Kaffee in unserem Lieblings-Café oder in der Bibliothek zum Lernen treffen dürfen, was an sich ja völlig in Ordnung ist aufgrund der Lockdown-Regeln, aber in dieser ­Woche uns mit mindestens 100 anderen Studenten in eine Halle setzen sollen, um eine Präsenzklausur zu schreiben“.

Abstandsregeln würden eingehalten

Der Vizepräsident der Universität Paderborn, Volker Schöppner, verwies am Montag darauf, dass bei den Klausuren in der Mensa, dem Audimax, den beiden Sporthallen und in Hörsälen nur jeder vierte Platz besetzt werde, FFP2-Masken ausgegeben würden und die Laufwege abtrassiert seien. Die Abstandsregeln würden selbstverständlich eingehalten. Nur etwa zehn Prozent der jeweiligen Raumkapazität dürfe die Hochschule angesichts der Corona-Pandemie nutzen, vorsorglich habe die Universität auch die Schützenhalle gemietet.

Nach Schöpp­ners Angaben werden die 123 Teilnehmer der Sportklausur am Dienstag auf die beiden Sporthallen und die Mensa verteilt. „Weit mehr als die Hälfte des Geschäfts haben wir digital umgestellt“, sagte Schöppner. Allerdings gebe es Fächer wie Mathematik, bei denen es nicht um das Erstellen von Texten und das Anklicken von Antwortmöglichkeiten gehe, sondern darum, Formeln herzuleiten. Für sie eigneten sich Präsenzklausuren besser. Zudem müsse auf die technische Ausstattung von Studenten Rücksicht genommen werden.

Uni stehe im Kontakt mit dem Asta

Präsenzklausuren seien erlaubt, so der Prorektor für Studium und Lehre, um unzumutbare Härten zu vermeiden. Die Corona-Schutzverordnung erlaube es den Universitäten aber auch, Klausuren einfach sein zu lassen, „aber dann bekommt der Student keine Punkte und auch keinen Abschluss“. Eine Absage der Klausuren in dieser Woche wäre „sehr kurzfristig gewesen“, sagte Volker Schöppner und verwies auf das Problem, angesichts der unvermittelt kommenden Corona-Schutzverordnungen verlässlich planen zu können. Von der nächsten Woche an werde im Einzelfall geprüft, ob ein Student oder eine Studentin eine Klausur wirklich nicht digital schreiben könne. Schöppner betonte, die Universität handele nicht eigenmächtig, sondern stehe im Kontakt mit dem Asta.

Uni-Sprecherin Nina Reckendorf erläuterte, im Audimax dürften jetzt nur noch 60 Personen sitzen, obwohl die Kapazität für 650 ausreiche. Natürlich seien Präsenzklausuren in Corona-Zeiten eine „Gratwanderung“, aber die Studierenden würden schon seit längerem darauf hingewiesen, dass sie vor den Klausuren keine Menschentrauben bilden sollten.

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