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Paderborner Brauerei lässt im Corona-Jahr Federn, es gibt aber auch positive Entwicklungen

„Unser Pilger ist eine Erfolgsstory“

Paderborn

Trotz Absage sämtlicher Feste und der mehrmonatigen Schließung der Gastronomie ist die Paderborner Brauerei mit dem Geschäftsergebnis im vergangenen Ausnahmejahr „noch zufrieden“. Das erklärte Sprecher Peter Böhling jetzt auf WV-Anfrage.

Ingo Schmitz

Im vergangenen Jahr hat auch die Paderborner Brauerei die Folgen der Corona-Krise sehr deutlich zu spüren bekommen. Allerdings blieben die Einbußen nach eigenen Angaben noch im Rahmen. Foto: Paderborner Brauerei

Es wirke sich in dieser Krise positiv aus, dass die Paderborner Brauerei, die zum Haus Cramer (Warsteiner Brauerei) gehört, überwiegend Flaschen- und Dosenbier im Sortiment hat und sich weniger auf Fassbiere konzentriert. Das Mutterhaus in Warstein hat im Corona-Jahr deutlich weniger Bier verkauft: Im Vergleich zum Vorjahr ging der Absatz um 16,2 Prozent zurück. Konkrete Zahlen nennt die Brauerei allerdings nicht.

Böhling: „Die Schließung der Gastronomie tut uns auch sehr weh, und die Not unserer Gastro-Partner ist sehr bitter. Unser Außendienst betreut die Betroffenen. Die Paderborner Brauerei hat aber trotzdem das Jahr 2020 relativ gut überstanden. Wir sind weiterhin in den Tankstellen mit großem Abstand Marktführer national. Der Marktanteil liegt bei 34 Prozent. Leider hat aber auch der Vertriebskanal Tankstelle verloren.“

Im Lebensmitteleinzelhandel seien die Produkte aus Paderborn stark vertreten. Allerdings sei die Konkurrenz durch extrem niedrige und extrem viele Angebote der so genannten „Fernsehbiere“ gestiegen. „Dieser Preiswettbewerb der Premiummarken führt zu Verlusten bei Pilsener und Export“, berichtet der Sprecher. Besonders betroffen seien die 20er-Mehrweg-Kästen mit den Halbliterflaschen. Die Verluste hielten sich aber „noch in Grenzen“, wie sich Böhling ausdrückte. Die größten Verluste habe man bei der Sorte „Export“ registrieren müssen. Das sei aber branchenspezifisch.

Trotz dieser Bilanz plane das Unternehmen – ebenso wie das Mutterhaus in Warstein – derzeit keine Entlassungen. Einige Mitarbeiter seien aber in Kurzarbeit geschickt worden.

97 Mitarbeiter sind in dem Unternehmen beschäftigt. Foto: Paderborner Brauerei

Im Unternehmen selbst habe es keine Probleme mit Corona-Infektionen gegeben. Böhling: „Wir haben uns sehr schnell intensiv auf Corona vorbereitet. Als Lebensmittelunternehmen ist Hygiene in unserem Haus schon extrem wichtig und organisiert. Wir haben unsere komplette Organisation mit allen Prozessen noch stärker zur Corona-Gefahrenabwehr ausgerichtet. Auch im Umgang miteinander: Meetings gibt es nur als Videokonferenzen, wir haben Home-Office, und es gilt eben eine strikte Einhaltung von Hygienekonzepten.“

Völlig ungeachtet der Krise steuert übrigens das Pilger Landbier weiter auf Erfolgskurs. „Es wächst weiterhin auf hohem Mengenniveau. Pilger ist in NRW mit 34 Prozent Marktanteil klarer Marktführer im Handel im Segment der Landbiere. Pilger ist die Erfolgsstory aus unserem Haus und nach Pilsener und Export inzwischen unsere drittgrößte Sorte“, teilt der Unternehmenssprecher mit.

Auch das Paderborner Malzbier entwickele sich weiterhin sehr gut. Das Alkoholfrei komme hingegen nur auf kleinem Mengenvolumen voran. Rückläufig sei das Paderborner Radler. „Der Trend geht gerade zu naturtrüben Radlern“, erläutert Peter Böhling. Ziel für das laufende Jahr sei es, das Pilger-Bier weiter zu forcieren und das Wachstum von Malz und Alkoholfrei zu fördern. Das noch neue Pilger Alkoholfrei tue sich am Markt derzeit noch schwer.

Für das laufende Jahr seien in Paderborn Investitionen von mehreren Millionen Euro geplant. Das gilt für die Verpackungstechnologie sowie für den Kastenpool. Paderborner will verstärkt auf 0,33 Liter Flaschen setzen.

Und die Perspektiven? „Wenn die Wintermonate bis in den März überstanden sind und der kommende Frühling wieder Außengastronomie und das Grillen daheim wieder zulässt und gleichzeitig die Durchimpfung der Bevölkerung im großen Stil durchgeführt wird, sehe ich im zweiten Halbjahr Licht am Ende des Tunnels. Dann will die Bevölkerung auch wieder Essen gehen, Veranstaltungen erleben und vieles mehr. Das erste Halbjahr müssen wir also noch einigermaßen durch die Krise kommen“, heißt es aus der Brauerei.

Blick in die Produktion in der Paderborner Brauerei: Das Pilger-Bier ist weiter auf Erfolgskurs, teilt die Brauerei mit. Foto: Paderborner Brauerei
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