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Wie Kinder Respekt lernen

Verein „!Respect“ führt Sozialtraining an der Grundschule Bonifatius in Paderborn durch

Paderborn

Beleidigen, Schubsen, Auslachen, Ärgern oder sogar Schlagen – viele Kinder machen solche Erfahrungen auf Schulhöfen. Damit will sich die Schulgemeinde der Grundschule Bonifatius in Paderborn nicht abfinden. Aktuell steht für die Kinder erneut ein knapp dreiwöchiges Sozialtraining auf dem Stundenplan, das vom Verein „!Respect“ durchgeführt wird.

Trainer Milutin Susnica vom Verein „!Respect“ übt mit den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Bonifatius Selbstbehauptung und Konfliktlösung.

Trainer Milutin Susnica übt mit den Kindern Selbstbehauptung und Konfliktlösung. Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz: Susnica schafft es im Nu, die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen, die ihn „Milu“ nennen. Durch spielerische Übungen und Rollenspielen deckt Milu mit den Kindern negative Verhaltensweisen auf und lenkt sie in positive Bahnen.

Ganz wichtig ist das Einüben der „Stopp-Regel“, denn diese müssen alle kennen: Zuerst üben die Kinder, anderen deutlich zu sagen, dass sie ein Verhalten unterlassen sollen. Dabei werden auch Sprache und Körpersprache gefördert. Im zweiten Schritt wird das Gegenüber gewarnt, dass man Hilfe sucht, falls das störende Verhalten nicht aufhört. Erst im dritten Schritt wird die Hilfe der Lehrkraft gesucht.

Die Trainingsinhalte sind für alle vier Jahrgänge gleich, alle Kinder und Erwachsenen der Schule sollen auf demselben Stand sein. Jeder Viertklässler weiß, dass sich auch ein Erstklässler behaupten kann, wenn er geärgert wird. Karatetrainer Milu zeigt den Kindern auch den einen oder anderen Handgriff, zum Beispiel, wie man sich befreit, wenn man festgehalten wird.

Im Jahr 2020 wurde das Programm „!Respect“ bereits mit großem Erfolg an der Grundschule Bonifatius durchgeführt und in das Schulprogramm einbezogen. „Ein rücksichtsvoller Umgang miteinander und untereinander gehört zu den Grundlagen des sozialen Lernens an unserer Schule. ,!Respect‘ ist ein Programm für starke und teamfähige Kinder. Es passt gut zu uns“, erläutert Schulleiterin Bettina Kees-Schuto.

Lehrkräfte und Förderer haben das Sozialtraining möglich gemacht: (stehend von links) Nelli Lang (Lehrerin), Julia Düsenberg (Sozialpädagogin), Tanja Pawlak (Ladies‘ Circle), Yvonne Pawlak (Ladies‘ Circle), Brigitte Gellert (Deutscher Ritter-Orden St. Peter Paul), Bettina Kees-Schuto (Schulleiterin) sowie (unten von links) Elmar Kloke (Bürgerstiftung Paderborn), Nora Schild (Lehrerin), Karolina Egeler (Ladies‘ Circle) und Pfarrer Thomas Stolz (Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius) Foto:

An der Grundschule Bonifatius gelten verbindliche Schulregeln. Alle Schülerinnen und Schüler sind mit eingebunden, sie einigen sich im Klassenverband auf eine Regel der Woche und diskutieren im Klassenrat oder im Kinderparlament der Schule, dem „Boni-Treff“. Bei Regelverstößen greifen nach Angaben der „!Respect“-AG der Schule verschiedene pädagogische Mittel, so dass betroffene Kinder die Chance zum Nachdenken und Umlenken bekämen.

Mehr als zwei Wochen lang wurden nun die Jahrgänge 1 und 2 neu in das „!Respect“-Programm eingeführt, für die Jahrgänge 3 und 4 gab es eine Auffrischung. Bettina Kees-Schuto bekräftigt die Dringlichkeit: „Im Nachgang der Corona-Pandemie erscheint uns die Förderung der sozialen Fähigkeiten unserer Schulkinder als äußerst bedeutsam. Viele Kinder haben Aufholbedarf im sozialen Bereich. Das Programm zeigt den Kindern, wie sie selbstbewusst auftreten, teambewusst handeln und Konflikte selbstständig lösen.“

Ermöglicht wird die Durchführung des Projektes durch den Förderverein der Grundschule Bonifatius und durch Förderer – darunter die Pfarrgemeinde und Pfarrcaritas St. Bonifatius, die Bürgerstiftung Paderborn, die Paderborner Serviceclubs Ladies‘ Circle und Rotary Club, die Firma Kleinschlömer, die Sparkasse Paderborn-Detmold, die Verbund-Volksbank OWL und der Deutsche Ritter-Orden St. Peter & Paul.

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