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Paderborner Priesterseminar legt Finanzbericht vor: Pastorale Berufe sollen professioneller ausgerichtet werden

Vermögen von 72 Millionen Euro

Paderborn

Die Stiftung Priesterseminar und Collegium Leoninum zu Paderborn folgt dem Weg der Transparenz der kirchlichen Rechtsträger im Erzbistum Paderborn und hat erstmals einen Bericht über die Finanzen des selbstständigen Rechtsträgers veröffentlicht. Grundlage dafür sei die Umstellung der Rechnungs­legung auf die Standards des Handelsgesetzbuchs, teilte das Erzbistum Paderborn mit.

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Das Priesterseminar an der Leostraße. Foto: Sabrina Voss/Erzbistum

„Wir sind froh, dass wir mit der Stiftung über die personellen, räumlichen und finanziellen Grund­lagen verfügen, um motivierte und engagierte junge Menschen auf den Seelsorgeberuf vorzubereiten“, sagt der Regens des Priester­seminars, Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer. „Die gesellschaftlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen haben sich erheblich gewandelt. Dem müssen wir mit einer Differenzierung der Ausbildung Rechnung tragen. Um dies langfristig zu sichern, kooperieren wir verstärkt mit anderen Bistümern und Einrichtungen der Pastoralausbildung.“ Wie in anderen Bistümern sei auch im Erzbistum Paderborn die Zahl der Bewerber um das Priesteramt in jüngerer Vergangenheit stark gesunken.

Unter dem Dach der Stiftung verantwortet das 1777 gegründete Priesterseminar die Ausbildung des Priesternachwuchses im Erzbistum Paderborn. Die heutige Struktur der Stiftung sei auf die anstehenden Entwicklungen ausgerichtet. So wurde 2019 das Theologenkonvikt Collegium Leoninum der Stiftung zugeordnet, das sich der studienbegleitenden Ausbildung der Priesteramtskandidaten widmet.

Die Stiftung finanziert ihren Haushalt im Wesent­lichen aus Mieterträgen der Immobilien, die zum Campus des Priesterseminars gehören. Dort ist auch die Paderborner Niederlassung der Katholischen Hochschule NRW angesiedelt. Der Immobilienbestand, der mit 63,2 Millionen Euro bewertet ist, bildet den überwiegenden Teil des bilanziellen Vermögens von insgesamt 72,1 Millionen Euro. Die aus den nicht selbst genutzten Gebäuden erzielten Mieterträge von rund einer Million Euro deckten die laufenden Betriebskosten für Energie, Instandhaltung, Verpflegung und Dozentenhonorare. 2019 erhielt die Stiftung vom Erzbistum Zuschüsse von 1,4 Millionen Euro zur Unterstützung von Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen. Die Ergebnisrechnung 2019 schließt laut Erzbistum mit einem Fehlbetrag von 100.000 Euro. Der Jahresabschluss der Stiftung Erzbischöfliches Priesterseminar und Collegium Leoninum sei nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs aufgestellt und durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

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