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CDU beklagt Belastung der Anwohner durch viele Lastkraftwagen

Verwaltung sieht in Mastbruch keinen Handlungsbedarf

Paderborn-Schloß Neuhaus

Die subjektive Wahrnehmung einer vermeintlichen Verkehrsbelastung kann ganz anders sein als die objektive Sicht darauf. Das zeigt sich gerade in Mastbruch.

Von Dietmar Kemper

Ein Lastkraftwagen auf der Husarenstraße. Die CDU sieht hohe Belastungen für die Menschen in Mastbruch durch den Durchgangsverkehr. Die Verwaltung sieht das Problem nicht.   Foto: Oliver Schwabe

Bei den Bürgern entlang der Husaren-, Mastbruch- und Dubelohstraße sowie dem Thuner Weg herrsche Unmut über zu viele Lastkraftwagen, sagte Maximilian Zahl von der CDU am Mittwoch in der Sitzung des Bezirksausschusses Schloß Neuhaus/Sande. „Spediteure missbrauchen die Straßen, um Zeit zu sparen“, mutmaßt er. Der Lkw-Durchgangsverkehr im Mastbrucher Bereich müsse unterbunden werden.

Nachdem die CDU zuletzt vor einem Jahr das Thema vorgebracht hatte, hakte sie jetzt bei der Verwaltung nach. Die Verwaltung müsse unverzüglich handeln, weil die Belastungen nicht nur in Mastbruch, sondern auch in Sennelager „ganz offensichtlich stetig zunehmen“.

„Geht um reinen Zeitgewinn“

Die CDU wirft den Lkw-Fahrern vor: „Viele nutzen den genannten Bereich als Abkürzung von der Ausfahrt der B1neu bis zur Auffahrt der A33 in Sennelager oder auch darüber hinaus – selbstverständlich auch in entgegengesetzter Richtung. Im Gegensatz zu den Lkw-Verkehren im Ortskern, bei denen es sich überwiegend um Ziel- und Quellverkehr handelt, geht es hier fast gänzlich um reinen Zeitgewinn in Bereichen, in denen viele Menschen leben. Und das auf Strecken, die allein schon durch die Pkw-Belastungen am Limit sind und keine weiteren Verkehrszunahmen vertragen.“

Verkehrszählungen durchgeführt

Können sich die Anwohner also vor lauter Straßenverkehr kaum noch retten? Keineswegs, findet die Verwaltung. Der Anteil des Schwerlastverkehrs liege in dem genannten Bereich unter fünf Prozent, sagte Matthias Klocke vom Ordnungsamt und verwies auf entsprechende Zählungen. Aufgrund der Zahlen sei ein sofortiger Handlungsbedarf nicht gegeben. Das Unfallgeschehen sei nicht auffällig, eine besondere Gefährdung nicht vorhanden.

Klockes Kollegin Andrea Willebrand zerstreute die Hoffnung, dass sich über das Instrument des Integrierten Mobilitätskonzeptes (IMOK)  kurzfristig etwas gegen den Lkw-Durchgangsverkehr ausrichten ließe. Dessen ungeachtet könne eventuell eine Veränderung des Straßenquerschnitts infrage kommen.  Maximilian Zahl bezeichnete die Einschätzung der Verwaltung als „ernüchternd“. Die CDU hält rasches Handeln für zwingend erforderlich und ein Warten auf mögliche IMOK-Maßnahmen für unzumutbar.

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