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115 Paderborner starten Bürgerbeteiligung mit Stadthaus-Dialog

Viel Lob, Kritik und eine Menge Ideen

Paderborn (WB). Das neue Stadthaus am Marienplatz soll ein Treffpunkt und ein Ort der Begegnung werden. Deswegen soll auch Einzelhandel, ein Café und die Kinderbibliothek integriert werden. »Das Stadthaus wird ein Haus für die Bürger werden«, sagt Bürgermeister Michael Dreier. Doch was wünschen sich eigentlich die Paderborner? Darüber sollte der erste Stadthaus-Dialog als Auftakt der Bürgerbeteiligung Aufschluss geben.

Sonja Möller

Auftakt zur Bürgerbeteiligung: Wie passt sich das Stadthaus in die Umgebung ein? Den aktuellen Entwurf vom Architekturbüro Behet Bondzio und Lin aus Münster haben am Samstag 150 Teilnehmer unter verschiedenen Aspekten diskutiert. Foto: Sonja Möller

»Nur wenige Themen haben die kommunalpolitische Diskussion in den vergangenen Jahren so stark geprägt wie die Neuansiedlung der Stadtverwaltung«, sagte Dreier zur Begrüßung. 115 Paderborner waren am Samstagmorgen ins historische Rathaus gekommen und stellten sich dem konstruktiven Austausch mit den Planern und der Verwaltung.

Wie fügt sich das Stadthaus in die Umgebung ein? Wie werden die Freiräume gestaltet? Und was findet sich alles in dem neuen Gebäude? Die Architekten und die Fachämter informierten zum Stand der Planung. Gleichzeitig ging es aber auch darum zu erfahren, was sich die Bürger eigentlich von ihrem Stadthaus wünschen.

»Wir brauchen jetzt Ihre Ideen«

»Das Ergebnis des Architekturwettbewerbs ist ein erster Entwurf. Wir brauchen jetzt Ihre Ideen, damit es am Ende richtig passt. Lassen Sie uns das Stadthaus zu einem echten Haus der Paderborner machen«, forderte Dreier auf, sich einzubringen. An fünf Stationen wurden einzelne Aspekte aufgegriffen.

Die Diskussionen leiteten die Bürgerbeteiligungsexpertin Simone Neddermann und ihr Team, die sich später auch um die Auswertung kümmern. Besonders groß war das Interesse an der zukünftigen Außengestaltung und wie sich das Gebäude in die Umgebung – besonders zum Marienplatz hin – einfügt. Das Architekturbüro Behet, Bondzio und Lin aus Münster schilderte die Entwicklung des Entwurfs, der die Jury überzeugt hatte: »Wir haben eine dreigeschossige Halle entwickelt, die Spielraum für inhaltliche und räumliche Weiterentwicklung bietet«, sagte Architekt Martin Behet.

Den Teilnehmer war die Höhe ein Dorn im Auge. »Der jetzige Baukörper ist bereits sechsgeschossig. Er fällt nur nicht mehr auf. Wir bleiben exakt bei dieser Höhe«, erläuterte Architekt Martin Behet. Das sechsgeschossige Element werde lediglich in die Mitte geholt und so optisch angelehnt an das Aussehen des Rathauses. Es gab einen angeregten Austausch, in dem weitere Aspekten wie der Eingangsbereich zum Marienplatz diskutiert wurde. Ein Vorschlag war, etwas Identitätsstiftendes für Paderborn in die Fassade zu integrieren. Die Architekten zeigten den Entwurf aus verschiedenen Perspektiven.

An allen Stationen gab es einen intensiven Austausch

Auch an den anderen Stationen gab es einen intensiven Austausch. So informierte Ute Aufm­kolk zum Beispiel darüber, wie mehr Aufenthaltsqualität auf den Freiräumen wie dem Franz-Stock-Platz geschaffen werden soll.

Viel Lob gab es für die Pläne, was sich später alles im Stadthaus findet: Kinderbibliothek, ein Café, Einzelhandel. Nur eins fehlte vielen in der Planung: »Das Seniorenbüro gehört ins Stadthaus und muss zentral erreichbar sein«, sagte eine Teilnehmerin.

Bürger können sich bis zum 10. November online beteiligen

Zum Abschluss fassten die Moderatoren die Ergebnisse zusammen. Simone Neddermann versprach: »Alle Anmerkungen werden gleichberechtigt dokumentiert und ausgewertet.« Bis zum 10. November kann jeder im Internet den Stadthaus-Dialog weiter führen. Hier werden auch Informationen zum Projekt sowie eine durchgehende Dokumentation des Beteiligungsverfahrens präsentiert.

Bürgermeister Michael Dreier sicherte zu, dass die Ergebnisse in einem transparenten Prozess einfließen werden: »Unser Ziel ist es, dass wir im Januar im Rat die Entscheidung treffen können.«

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