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Dr. Walter Rentel bewertet den Sommer 2019 in Paderborn

Viel Sonne, wenig Regen

Paderborn (WB). Der von Juni bis August dauernde meteorologische Sommer im Paderborner Land hatte in diesem Jahr über alle drei Monate über dem Durchschnitt liegende Temperaturen, wenig Niederschläge und sehr viele Sonnenstunden. Das ist das Fazit, das Dr. Walter Rentel aus den Untersuchungen an seinen Wetterstationen in Dahl und Elsen zieht.

Wie Dr. Walter Rentel anhand von Daten seiner Wetterstationen belegt, ist der Sommer in Paderborn außergewöhnlich warm gewesen. Doch auch jetzt im Herbst können Paderborner das milde Wetter genießen – so wie hier am Schloss. Foto: Oliver Schwabe

Für Rentel sei dies eher ein Grund zur Freude als zur Besorgnis, denn: »In wärmeren Phasen ging es dem Menschen immer besser«, so Rentel, der daran erinnert, dass es im Jahr 1847, zum Ende der »Kleinen Eiszeit« die bislang letzte große Hungerkatastrophe gegeben habe. Heute werde sofort von »Klimakatastrophe« gesprochen, wenn es wärmer wird. Rentel gibt zu bedenken, dass meteorologisch gesehen ein einzelner Sommer ein Wetter- oder Witterungsereignis sei.

»Klima ist eine Mittelwertbildung über ausreichend (Norm: 30 Jahre) viele Sommer. Das Klima war in der Erdgeschichte als Erscheinung der Natur nie konstant«, sagt Dr. Walter Rentel zur Einordnung dieses durch eine zeitweise stabile Hochdruck-Großwetterlage verursachten Sommers 2019 im Paderborner Land.

Sonne schien 880 Stunden lang

Die Durchschnittstemperaturen der drei Sommermonate lagen in Dahl bei 20,3 Grad (Vorjahr 20,0 Grad) und in Elsen bei 21,2 Grad (Vorjahr 21,3 Grad). Die Niederschläge betrugen insgesamt 133,3 Liter/m² (Vorjahr 166,6) in Dahl, in Elsen 144,0 Liter/m² (103,7) und lagen damit erheblich unter dem langjährigen Mittel von 251,2 Litern. Die Sonne schien in allen drei Sommermonaten 880,0 Stunden (Vorjahr 846,0), das sind 156,0 Prozent des Mittels. Es gab 60 (54) Sommertage über 25 Grad und 19 (16) heiße Tage über 30 Grad.

Der Juni war mit 20,2 Grad (18,2) in Dahl und 22,0 Grad (19,4) in Elsen erheblich wärmer als der Durchschnitt (1961 bis 1990) von 15,3 Grad. Die Niederschläge lagen deutlich unter dem 30-jährigen Mittel von 89,7 Litern, mit 35,3 Litern (70,9) in Dahl und 48,3 Litern (50,5) in Elsen. Die Sonne schien 338,2 (181,1 Prozent) Stunden. »Der Juni war insgesamt ein sehr schöner Sommermonat«, bilanziert Rentel.

Niederschläge deutlich unter dem Durchschnitt

Der Juli war insgesamt sommerlich warm mit 19,6 Grad Celsius (21,3) in Dahl und 20,8 Grad (22,9) in Elsen. Das dreißigjährige Mittel beträgt 17,9 Grad. Der Juli hatte laut Rentel vom 6. bis 17. die »kälteste« Phase des Sommers ohne Sommertag und mit 8,5°C den niedrigsten Wert. Die Niederschläge in Dahl mit 50,0 Litern (209,9), in Elsen mit 27,4 Litern (154,1), lagen wiederum erheblich unter dem Mittel von 88,6 Litern, die Zahl der Sonnenstunden lag mit 312,2 deutlich über dem Mittel (170,6 %).

Im August betrugen die Durchschnittstemperaturen in Dahl 20,1 Grad (20,4), in Elsen 20,9 Grad (21,5) und lagen damit über dem dreißigjährigen Mittel von 17,6 Grad. Die Niederschläge lagen erneut unter dem Durchschnitt von 82,9 Litern, mit 41,8 Litern (45,7) in Dahl und 40,0 Litern (25,8) in Elsen. Dennoch schien die Sonne ebenfalls überdurchschnittlich wie in den Vormonaten mit 292,5 Stunden (158,8 Prozent).

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