1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Vierstellige Geldbeträge im teuren Auto – Verdacht auf Sozialleistungsbetrug

  8. >

Zufallsfund der Paderborner Polizei bei Schwerpunktkontrolle in der Tuningszene

Vierstellige Geldbeträge im teuren Auto – Verdacht auf Sozialleistungsbetrug

Paderborn

Die Polizei hat mal wieder ein genaueres Auge auf die Paderborner Tuningszene geworfen. Bei diesem „Schwerpunkteinsatz zur Bekämpfung verbotener Kraftfahrzeugrennen“ rückte zunächst der Fahrer eines 600 PS starken BMW in den Fokus, ehe sich zwei Männer bei der Kontrolle ihres Audi S7 auffallend unkooperativ verhielten.

wn

Die Kreispolizeibehörde hat wieder eine Schwerpunktkontrolle in der Tuningszene vorgenommen (Symbolbild). Foto: Jörn Hannemann

Etwa 60 Fahrzeuge, die alle augenscheinlich der Tuningszene zuzuordnen waren, versammelten sich am vergangenen Freitag, 26. Februar, an den szenetypischen Treffpunkten und auf diversen Gewerbeflächen der Detmolder Straße.

Schubknallen sorgt für Jubel unter den Tuning-Fans

Eine Zivilstreife wurde um 22.30 Uhr auf einen 22-jährigen Fahrer eines BMW M5 aufmerksam, der auf der Detmolder Straße unterwegs war. Das 600 PS starke Fahrzeug beschleunigte aus geringerer Geschwindigkeit bis kurzzeitig auf etwa 50 bis 70 km/h. Unmittelbar hierauf waren mehrere explosionsartige Knallgeräusche der Abgasanlage, so genanntes Schubknallen zu hören, was die Tuning-Fans mit großem Jubel quittierten. Der BMW wurde unter Hinzuziehung weiterer Kräfte „aufgrund des Verdachts der technischen Manipulation“ zur Erstellung eines Sachverständigengutachtens sichergestellt. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wurde eingeleitet.

Um 0 Uhr fiel einer Zivilstreife ein Audi S7 dadurch auf, dass dessen 28-jähriger Fahrer mit seinem 24-jährigen Beifahrer auf der Detmolder Straße in Fahrtrichtung stadtauswärts auf etwa 90 km/h beschleunigte. Zudem erschien die Abgasanlage auffällig laut. Daraufhin hielten die Polizeibeamten das Fahrzeug an und kontrollierten die Personen. Bei der Kontrolle verhielten sich die beiden Männer unkooperativ und machten den Eindruck, als wollten sie unter allen Umständen eine Überprüfung des Innenraums vermeiden. Das Gesamtverhalten erweckte den Eindruck, die polizeilichen Maßnahmen in Frage zu stellen und strafrechtsrelevante Tatsachen verschleiern zu wollen.

Schlüssel für das Handschuhfach versteckt

Nachdem Verstärkungskräfte hinzugezogen worden waren, wurde der Audi nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft durch die Polizeibeamten durchsucht. Im verschlossenen Handschuhfach – der Schlüssel wurde versteckt im Fahrzeuginneren gefunden – hatte der erwerbslose Beschuldigte einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag im Handschuhfach eingeschlossen. Auch der Beifahrer, der ohne Einkommen ist, führte einen vierstelligen Bargeldbetrag bei sich. Weiterhin befanden sich zahlreiche Gegenstände und mehrere Mobiltelefone in dem hochpreisigen Fahrzeug der Oberklasse, insbesondere im Kofferraum. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden das Bargeld, der Audi S7 sowie die Mobiltelefone sichergestellt und ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs eingeleitet.

Startseite