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Elsen-Wewer-Borchen und Wewelsburg-Ahden unter einem Dach

Volksbanken wollen fusionieren

Paderborn-Elsen/Büren (WB). Die nächste Bankenehe steht an: Die Volksbanken Elsen-Wewer-Borchen und Wewelsburg-Ahden führen Fusionsgespräche. Ende April 2020 sollen die Mitglieder beider Institute über den Zusammenschluss abstimmen.

Ingo Schmitz

Die größere Volksbank Elsen-Wewer-Borchen will mit Wewelsburg-Ahden fusionieren.                              Foto: Thorsten Hennig

Keine Filialschließungen, keine fusionsbedingten Kündigungen: Wenn es nach Hartmut Lüther, Vorstand der Volksbank Elsen-Wewer-Borchen geht, soll die Fusion für die Kunden beider Banken völlig geräuschlos erfolgen. Auch am Namen ändere sich nichts. »Die Kunden müssen sich weder im Privat- noch im Firmenbereich an neue Ansprechpartner gewöhnen«, betont der Vorstand.

Elsen hat 8600 Mitglieder

Gleichzeitig stellt er klar, dass durch die Fusion kein neuer Bankenriese entstehen werde. Dafür seien die beiden Institute zu klein. Wobei die Kräfteverhältnisse zwischen den künftigen Ehepartnern eindeutig sind: Die Volksbank Elsen-Wewer-Borchen kommt auf eine Bilanzsumme von 342 Millionen Euro, die Wewelsburger auf rund 50 Millionen Euro. Für die Elsener Volksbank sind inklusive Vorstand 56 Mitarbeiter in fünf Filialen tätig, in Wewelsburg sind es zehn in zwei Filialen. Auch die Zahl der Mitglieder differiert stark: Elsen hat 8600, Wewelsburg 1500.

»Mit einer Bilanzsumme von 50 Millionen Euro sind wir nicht groß genug, um in Zukunft unsere Mitglieder so zu fördern, wie sie es von ihrer Genossenschaftsbank erwarten können«, erläutert der Vorstand der Volksbank Wewelsburg-Ahden die Motivation für die Fusionsgespräche. Zu anspruchsvoll seien die Herausforderungen des Marktes. Beispiele: die Digitalisierung, die weiter zunehmende Regulatorik im Finanzsektor und die daraus resultierende Bürokratie. Nicht zu vergessen: der Niedrigzins.

»Große Marktdurchdringung«

Mit der Volksbank Elsen-Wewer-Borchen habe man einen Partner gefunden, der »unsere geschäftspolitischen Überzeugungen teilt«, sagte Reinhard Kleine, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Wewelsburg-Ahden. »Unsere Mitglieder werden sich in der neuen Bank wiederfinden und die gelebten Werte werden fortbestehen«, so Kleine weiter.

Auch wenn die beiden Volksbanken zusammen weiterhin deutlich kleiner als die Verbund-Volksbank OWL sein werden (Bilanzsumme 6,3 Milliarden Euro, 52 Filialen), so haben sie aber gemeinsam in der Region eine große Marktdurchdringung, betont Lüther. »Wir sind zwar nicht die größten, aber deutlich wahrnehmbar.« Außerdem sei man beim Thema Digitalisierung ganz vorn mit dabei. Gemeint ist damit zum Beispiel das Thema Digitale Kreditkarte, die für das Handy angeboten werde.

»Bei uns muss man beim Einkaufen nur noch das Handy auf das Lesegerät legen. Das ist das Medium der Zukunft«, ist Lüther sicher. Das funktioniere bereits für Android-Handys, für iPhones werde die App noch bis zum Jahreswechsel auf den Markt kommen.

Fusionsvertrag muss ausgehandelt werden

Und wie sieht die Zukunft aus? Lüther ist nach eigenen Worten offen für Gespräche. »In Frankfurt gibt es bereits die erste gemeinsame Filiale von Volksbank und Sparkasse. Wir müssen uns mehr öffnen«, meint der Vorstand. Er gehe davon aus, dass hier in der Region mit gemeinsamen SB-Filialen ein Anfang gemacht werden könne. »Das wird sicher ein Thema der nächsten Monate und Jahre werden«, meint er.

Die neue Bank wird als Volksbank Elsen-Wewer-Borchen eG firmieren. Die alteingesessene Bank in Wewelsburg und Ahden wird jedoch auch namentlich weiter existieren. Die Geschäftsstellen werden zukünftig unter dem Namen Volksbank Wewelsburg-Ahden, Zweigniederlassung der Volksbank Elsen-Wewer-Borchen eG, geführt werden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Kamp sieht in einer »offenen, transparenten und frühzeitigen Kommunikation die Basis für die Zustimmung der Mitglieder«. Zunächst müssten aber die Vorstände und der Aufsichtsrat beider Häuser den Fusionsvertrag aushandeln. Im Januar folgen die Informationsveranstaltungen, in denen die Mitglieder die Fusion diskutieren sollen.

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