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Ingrid Sitzer aus Bad Lippspringe wird im Brüderkrankenhaus Hämatom im Kopf entfernt

Von Notaufnahme direkt in den OP

Paderborn/Bad Lippspringe

Bei einem Sturz erleidet Ingrid Sitzer (78) eine Hirnblutung. Von der Notaufnahme im Brüderkrankenhaus geht es für sie direkt in den OP. Inzwischen ist sie auf dem Weg der Genesung.

Neurochirurg Hassan Seif besucht seine Patientin Tag für Tag. Er freut sich über die guten Fortschritte von Ingrid Sitzer, die nach einem Sturz ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Foto: Brüderkrankenhaus St. Josef

Als Ingrid Sitzer (78) aus Bad Lippspringe zuhause stürzt, ist ihr zunächst nur schwindelig. Benommen legt sie sich auf die Couch – besser werden ihre Beschwerden nicht. Ihr Mann handelt geistesgegenwärtig und ruft den Notarzt, als seine Frau zunehmend desorientiert wirkt. Von der Notaufnahme des Brüderkrankenhauses wird Ingrid Sitzer sofort zu den Neurochirurgen verlegt. Die Ärzte sind spezialisiert auf Verletzungen des Schädels.

„Im Bild war deutlich ein akutes subdurales Hämatom zu sehen. Das ist eine Blutung im Kopf, die unverzüglich behandelt werden muss“, sagt Hassan Seif, Facharzt für Neurochirurgie und Oberarzt in der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie. Denn das Blut und die Schwellung können im Gehirn nirgendwo hin und zerstören lebenswichtige Strukturen. Das Gewebe ist irreparabel – die Folgen einer Schädigung des Gehirns durch Quetschungen sind einschneidend, sie haben massive Auswirkungen.

30 Minuten nach ihrer Einlieferung operiert

30 Minuten nach ihrer Einlieferung ins Brüderkrankenhaus St. Josef wird Ingrid Sitzer operiert. Die Neurochirurgen fräsen die Schädeldecke auf und zerschneiden die Hirnhaut. Das Loch ist etwa so groß wie eine Computermaus. „Durch diese Öffnung des Schädels räumen wir geronnenes Blut aus und saugen die Blutung ab“, erklärt Seif.

Mit einer speziellen Kopfdrainage versorgt, wird die Patientin auf der Intensivstation behandelt – dort erwacht sie nach einer Woche aus dem künstlichen Koma.

Von da an geht es Tag für die Tag bergauf. Die ehemalige Arzthelferin ist erleichtert, dass sie wieder mobil ist und Zeitung lesen kann: „In der Medizin hat sich zum Glück so viel getan, seitdem ich berufstätig war. Die modernen Behandlungsmöglichkeiten sind ein Segen für mich.“ Bei einer der ersten Visiten auf der normalen Station erkennt sie auch ihren Operateur wieder. „Ich hatte von Herrn Seif ja bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich die Augen gesehen“, sagt Sitzer, die sich herzlich bei allen Behandlern und Pflegenden bedankt. Die Patientin geht davon aus, dass sie nach Abschluss der Reha das Leben, wie sie es kennt, weiterführt. „Daran arbeite ich täglich, das ist meine Aufgabe für das vor mir liegende Jahr.“

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