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Flughafen Paderborn/Lippstadt: nur die München-Verbindung fraglich

Warnstreik am Montag: Welche Busse und Bahnen im Kreis Paderborn betroffen sind

Paderborn

Die Gewerkschaften Verdi und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die auch viele Busfahrer vertritt, kündigen für Montag, 27. März, einen Superwarnstreiktag an, an dem der Verkehr bundesweit weitgehend lahmgelegt werden soll. Auch im Kreis Paderborn fallen zahlreiche Fahrten aus, wie sich nun bereits abzeichnet.

Auf dem Betriebshof des Padersprinters standen bereits am 8. März heute die Räder still. Stattdessen wird für mehr Lohn gestreikt. Am kommenden Montag, 27. März, wird erneut gestreikt.   Foto: Ingo Schmitz

Padersprinter fährt nicht

Die Busse des Padersprinters in Paderborn werden nach einer Pressemitteilung des Unternehmens komplett ausfallen. Bereits am 8. März hatten sich die Tarifbeschäftigten des Padersprinters sowie der 100-prozentigen Tochtergesellschaft, der Kraftverkehrsgesellschaft Paderborn mbH (KVP), am Warnstreik von Verdi beteiligt.

Vom Streik betroffen ist laut Ankündigung von „Fahr mit“, der Dachmarke für den ÖPNV im Hochstift, auch der Kundenservice des Padersprinters. Das Kundencenter an der Westernmauer 18 werde am Montag, 27. März, geschlossen bleiben. Die „Fahr mit“-Mobithek am Bahnhof bleibe aber zu den gewohnten Zeiten geöffnet und berate persönlich oder telefonisch unter 05251-2930400.

Überregionale Busse teilweise betroffen

„Wir stehen in engem Austausch mit den beteiligten Busunternehmen“, erklärte Matthias Hack, Pressesprecher des NPH zur Anfrage, inwieweit Regionalbusse betroffen seien. Laut den aktuellen Informationen kommt es vor allem zu Ausfällen bei den Bussen der BVO, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Betroffen sind Verbindungen zwischen Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Lichtenau, Salzkotten und Warburg. Die Subunternehmen der BVO werden voraussichtlich aber fahren. „Aufgrund des Streiks des Fahrpersonals wird bei der gesamten BVO ganztägig mit gravierenden Störungen im Betriebsablauf zu rechnen sein“, heißt es vom NPH.

Nicht betroffen sind die Fahrten, die das Unternehmen go.on durchführt. Für Fahrgäste aus Hövelhof gibt es erneut eine Sonderlösung, heißt es in einer Pressemeldung: „Der NPH und sein Partnerunternehmen go.on richten zusätzliche Fahrten ein, um die Fahrgäste möglichst optimal an ihr Ziel zu bringen.“ Geplant ist ein Pendelverkehr zwischen der Haltestelle Infanterieweg und dem Hauptbahnhof. Die Busse Richtung Hauptbahnhof halten auf ihrem Linienweg an den bekannten Regionalbus-Haltestellen nur zum Ausstieg. In Fahrtrichtung Infanterieweg werden die Haltestellen nur zum Einstieg bedient. Die Fahrten werden zwischen 6.30 Uhr (ab Infanterieweg) und 19.30 Uhr (an Infanterieweg) durchgeführt. Die Pendelbusse sollen immer Anschluss auf die Fahrten der Linie H1. Fahrgäste der Linie H11 haben eine 30-minütige Aufenthaltszeit am Infanterieweg.

Eine genaue Auflistung der Busse, die wahrscheinlich fahren, hat der NPH hier veröffentlicht.

Fern- und Regionalzüge stehen still

Da die Fahrdienstleiter der DB Netz, die auf den Stellwerk Gleise stellen und Abfahrtssignale betätigen, streiken wollen, wird auch bei den Regionalbahnlinien mit großflächigen Ausfällen gerechnet. Die Deutsche Bahn hat bereits die Einstellung des kompletten Fernverkehrs angekündigt. Auch im Regionalverkehr werde „größtenteils kein Zug fahren“, heißt es von dem Konzern.

Die Nordwestbahn, die unter anderem zwischen Bielefeld und Paderborn fährt, teilte bereits mit, dass alle Züge wegen der streikenden Fahrdienstleiter stillstehen werden. Man arbeite jedoch an einem Notfallkonzept. Vorgesehen sei ein Ersatzverkehr durch Busse. Ob und welche Verbindungen damit ersetzt werden können, sei aber noch offen. Auch die Eurobahn ist vom Streik betroffen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft plant am Montag eine Streikkundgebung am Fahrzeuginstandhaltungswerk in Paderborn. Von dort aus ziehen die Streikenden dann zum Nordbahnhof.

Autobahnen und Landstraßen

Bestreikt werden auch die Straßenmeistereien. „Der Betriebsdienst wird aufrecht erhalten. Wir haben dazu eine Notdienstvereinbarung geschlossen“, erklärte Anke Bruch von der Niederlassung Westfalen der Autobahngesellschaft. Tunnelschließungen sind nicht zu erwarten. Auch auf den Landstraßen wird nicht mit Auswirkungen gerechnet. „Es werden Kollegen aus der Verwaltung teilnehmen. Es wird keine Auswirkungen auf die Baustellen oder den Betriebsdienst geben“, so Oscar Faneca Santos von Straßen NRW.

Flughafen rechnet mit Zusatzflügen

Von den Streiks sind auch mehrere Flughäfen in NRW betroffen. Am Paderborn-Lippstadt-Airport in Büren-Ahden wird es jedoch keine streikbedingten Einschränkungen geben. „Die vorgesehenen touristischen Flüge werden am Montag in der geplanten Form erfolgen“, sagte Matthias Hack als Sprecher des Flughafens. Lediglich auf der Lufthansa-Direktverbindung nach München könne es zu Ausfällen kommen, wenn der Flughafen München bestreikt wird. Der Bürener Airport könnte wieder vom Streik profitieren: „Wir erwarten mehrere Zusatzflüge verschiedener Fluggesellschaften. Dazu laufen gerade die entsprechenden Abstimmungen“, so Hack.

Entschädigungen nur bei Eisenbahn und Flügen

„Wer aufgrund eines Streiks den ÖPNV nicht nutzen kann, hat keinen Anspruch auf Beförderung oder Entschädigung“, erklärt Matthias Hack für den NPH auf Anfrage. Auch die NRW-Mobilitätsgarantie mit der Abo-Kunden sonst ein Taxi, Fahrdienst oder Sharing-Angebot nutzen können, gelten im Streikfall nicht.

Anders ist die Lage für Bahnkunden und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Regional- und Fernzug handelt. Für sie gelten die bundeseinheitlichen Fahrgastrechte. Für Einzelfahrten werden zwischen 25 Prozent (ab 60 Minuten) und 50 Prozent (ab 120 Minuten) erstattet. Es zählt jeweils die Verspätung am Zielbahnhof der Fahrkarte. Bei einer zu erwartenden Verspätung von mehr als 60 Minuten darf die Fahrt abgebrochen werden und der Ticketpreis wird erstattet. Wer an einem Bahnhof strandet und damit die Gefahr besteht, durch die Verspätung erst nach 24 Uhr am Zielbahnhof anzukommen, der hat Anspruch auf einen Taxi-Gutschein oder ein Hotel. Erstattet werden maximal 80 Euro. Bieten die Verkehrsunternehmen ein anderes Verkehrsmittel an, stellen Aufenthaltsmöglichkeiten oder Taxis zur Verfügung, haben diese Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.

Abokunden erhalten für Zeitkarten des Nahverkehrs pauschal 1,50 Euro je Verspätungsfall (1. Klasse: 2,25 Euro) und bei Abotickets des Fernverkehrs 5 Euro (1. Klasse: 7,50 Euro). Aber: Entschädigungen unter 4 Euro werden nicht ausgezahlt. Die Deutsche Bahn hat bereits erklärt, dass bis 23. März gebuchte Fernverkehrstickets für 27. und 28. März bereits ab sofort bis einschließlich Dienstag, 4. April, flexibel genutzt werden können. Fluggäste habe mein Anrecht auf Stornierung oder alternative Reisemöglichkeiten und auf eine Versorgung am Flughafen. Die EU-Fluggast-Entschädigungen gelten bei Streik des Flughafenpersonals jedoch nicht.

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