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Anwohner der Detmolder Straße in Paderborn sind von Freiluft-Partyszene entnervt

„Warum hilft uns keiner?“

Paderborn (WB). Die Anwohner der Detmolder Straße haben die Nase von der nächtlichen Party-Szene, die sich dort entwickelt hat , gestrichen voll. Das machten sie bei einer spontanen Versammlung mit knapp 50 Teilnehmern am Donnerstagabend deutlich und sehen die Stadt in der Pflicht, konsequenter dagegen einzuschreiten. „Wir haben hier ja schon seit 20 Jahren dieses Theater. Aber in diesem Jahr ist es richtig eskaliert “, ärgert sich Dieter Wegge, einer der Initiatoren. „Es muss endlich etwas passieren, bevor es hier ein Unglück gibt.“

Maike Stahl

Die Anwohner der Detmolder Straße sind sauer, dass sie nicht mehr schlafen können. Dieter Wegge, Andreas Witt, Andreas Rump und Wulf Weritz (vorne, von links) haben zu der Spontanaktion eingeladen. Zwar würden einige Parkplätze wie dieser nachts gesperrt, doch die jungen Leute würden die Barrikaden einfach zur Seite räumen und trotzdem dort bis in den Morgen feiern. Foto: Oliver Schwabe

An Ideen, was die Stadt tun könne, um Abhilfe zu schaffen, mangelt es den Anwohnern unterdessen nicht. „Wir würden uns wünschen, dass die angrenzenden Wohngebiete als Anwohnerstraßen ausgewiesen werden, damit es eine Handhabe gibt, gegen diejenigen vorzugehen, die hier nachts Rennen fahren, ihren Müll einfach aus dem Fenster werfen oder das Wohngebiet mit laut aufheulenden Motoren als Abkürzung zwischen Detmolder Straße und Ring nutzen“, sagt Andreas Rump.

Laut aufheulende Motoren und Party-Musik

Denn die Probleme mit laut aufheulenden Motoren, zu hohen Geschwindigkeiten, Fehlzündungen und lauter Party-Musik bis in die Morgenstunden hätten auch in den angrenzenden Wohngebieten deutlich zugenommen. „Die haben hier eine richtige Rennstrecke: Am Pfälzerweg rein und Salierstraße wieder raus auf die Detmolder, dort gibt es dann Applaus“, ärgert sich Dieter Wegge über das rücksichts- und verantwortungslose Verhalten einiger Fahrer. Rennen innerhalb der Wohngebiete sind auch Christoph Uhle ein Dorn im Auge.

„Dann unternimmt die Stadt etwas und stellt ein Dialog-Display auf, aber direkt an der Ecke Schäferweg/Haselweg, wo gerade wegen der Kreuzungssituation nicht so schnell gefahren wird. 30 Meter weiter wäre es perfekt.“ Uhle betont, dass keiner der Anwohner den jungen Leuten ihren Spaß nicht gönne. „Und uns ist auch völlig klar, dass man in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer der Haupteinfallsstraßen nicht so ruhig wohnt, aber das Ausmaß an Lärm, dass wir hier die ganze Nacht ertragen müssen ist schockierend.“

Forderung nach Tempo 30

Thomas Epe kann durchaus nachvollziehen, dass junge Leute derzeit Feieralternativen suchen. „Aber das hier hat überhand genommen, mittlerweile kommen jeden Tag Fahrzeuge aus der gesamten Region zusammen.“ Wie viele in einem Fahrzeug gesessen hätten sei anschließend am Müll nachvollziehbar, der an Ort und Stelle rund ums Auto hinterlassen werde.

Jens Anton erneuert die Forderung nach Tempo 30 auf der Detmolder Straße in den Nachtstunden. „Das wäre eine einfache Lösung, die nicht viel kostet.“ Außerdem müsse wegen der Ruhestörung durch Partylärm stärker durchgegriffen werden. „Egal ob Libori ist oder Schützenfest – um 23 Uhr muss die Musik draußen runtergedreht werden. Und hier geht es auf den Parkplätzen ab 23 Uhr erst richtig los. Ich verstehe nicht, warum da mit zweierlei Maß gemessen wird“, fordert er die Einhaltung der gesetzlichen Nachtruhe.

Initiative soll gegründet werden

Lob zollen die Anwohner der Polizei, die ihre Kontrollen in den vergangenen Wochen noch einmal verstärkt und auch bereits etliche Verkehrsrowdys ausgebremst habe.

Um sich noch mehr Gehör zu verschaffen – ein bereits anberaumter Gesprächstermin mit Bürgermeister Michael Dreier sei leider der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen – wollen die Anwohner sich in einer Initiative zusammenschließen. Wer sich beteiligen möchte, erreicht die Organisatoren, die sich über die Nachbarschaft Ost zusammengefunden haben, per E-Mail an detmolder­strasse-anwohner@gmx.de.

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