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»Jugend forscht«: Teilnehmer präsentieren in Paderborn spannende Projekte – mit Video

Wasser für Hände und Strom

Paderborn (WB). Auf was junge Menschen in ihrem Forscherdrang nicht alles kommen! Oskar Hartmann (10) und Til Cramer (11) vom Gordeler-Gymnasium haben aus Holz und Metall ein Gummibärchen-Katapult gebaut. Wie weit die leckeren »Tierchen« unter verschiedenen Bedingungen fliegen, wollten sie wissen.

Dietmar Kemper

Bei ihm sagt das Handwaschbecken »Danke«: Simon Rulle (12) vom Privatgymnasium St. Michael hat einen »Händewaschmotivator« entwickelt. Mitschüler waschen sich nach dem Toilettengang nur flüchtig die Hände. Wer es ganz auslässt, wird ermahnt. Foto: Ingo Schmitz

Bei einem Winkel von 16 Grad segelt ein Gummibärchen 316 Zentimeter weit, bei 60 Grad 359 Zentimeter, ermittelten die beiden. Mit ihrer ungewohnten Erfindung nahmen die beiden Paderborner am Regionalentscheid von »Jugend forscht« und »Schüler experimentieren« am Samstag im HNF teil. 64 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 21 Jahren stellten 33 Projekte aus den Bereichen Technik, Biologie, Arbeitswelt, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Physik sowie Mathematik und Informatik vor. Sie kamen ganz überwiegend aus den Kreisen Paderborn und Höxter. »Die Projekte weisen eine sehr hohe Qualität auf«, lobte der Landeswettbewerbsleiter Carsten Penz. Das HNF schaffe es »in ausgezeichneter Art und Weise«, die ideale Atmosphäre für den Jungforscherwettstreit zu schaffen. Bei dem seit 1965 ausgetragenen Wettbewerb habe Paderborn entgegen dem Trend bei den Teilnehmern zugelegt. Penz: »Landesweit haben wir eine Stagnation.« Paderborns Bürgermeister Michael Dreier betonte, es sei das Wichtigste, in die Köpfe junger Menschen zu investieren.

Jacke mit Lichtsignalen kann bei einem Sturz das Leben retten

Dafür empfahlen sich am Samstag so einige. Zum Beispiel Eli Kogan-Wang vom Gymnasium Schloß Neuhaus. Der 14-Jährige meint, dass »Regen völlig vernachlässigt wird«, wenn es um Energieerzeugung gehe. Er setzt auf Piezo-Elemente, mit denen sich der Aufschlag der Tropfen für Strom aus Regen nutzen lasse. Die 13-jährigen Emilia Maifeld und Alina Prinzensing aus Hövelhof konstruierten eine Jacke für Radfahrer, die durch Sensoren auf dem Rücken und an den Armen Lichtsignale aussendet. Das kann bei einem Sturz das Leben retten. »In Deutschland passieren pro Jahr 81.000 Unfälle mit Fahrrädern, das liegt oft daran, dass der Autofahrer den Radfahrer schlecht sieht«, erläuterte Prinzensing.

Wer Hände wäscht, bekommt eine positive akustische Rückmeldung

Weil ihre Freundin über Schimmel zuhause klagte, konstruierte Sarah Lahme (17) vom Gymnasium Schloß Neuhaus eine Messanlage, die den Wassergehalt in der Luft feststellt. »Je weniger Wasser in der Luft, desto weniger Schimmel«, weiß die Jugendliche, die dem Informatikleistungskurs angehört. Mia Fest (11) und Mia Labudda Lebrato (11) aus Hövelhof beziehungsweise Paderborn fragten sich, ab welcher Temperatur Vögel gefüttert werden sollten. Ab zwei Grad Celsius oder kälter lautet ihre Antwort. Sonst würden die Piepmätze zu dick. Erik Rennerich (13), René Ozimek (13) und Marlon Fest (12) vom Gymnasium Schloß Neuhaus bauten eine Müslibar und entwickelten eine eigene Mischung, die weniger Zucker enthält und länger sättigt. Frühstücken sei wichtig, betonen die drei, denn sonst würden Schüler müde und ihre Konzentration lasse nach. Dass sich Mitschüler auf der Toilette nicht die Hände waschen, nervt Simon Rulle (12) vom Michaels-Gymnasium. Er erfand einen »Händewaschmotivator«. Sensoren erfassen den Vorgang des Händewaschens. Wer das wie selbstverständlich tut, bekommt eine positive akustische Rückmeldung: »Danke, dass Sie sich die Hände gewaschen haben!«

Mit der Konzentration von Tensiden in Duschschaum befassten sich Vilena Fischer (14) aus Paderborn, Elena Rizi (14) aus Warburg und Kamile Sargelis (13) aus Schloß Holte-Stukenbrock, Felix Langrock (15) aus Paderborn dagegen mit dem Aktienhandel. Lorenz Krumpen (12) aus Altenbeken und Vincent Knapczik (13) aus Bad Driburg bauten eine 3-D-Plexiglaslampe. Betül Feyza Derman (17) aus Paderborn wiederum untersuchte, wie sich das Lernen durch visuelle Unterstützung vereinfachen lässt. Max Drüke (17) aus Paderborn und Jonas Droll (18) aus Borchen fragten sich ihrerseits, welchen Einfluss die Landwirtschaft auf das Fließgewässersystem des Rothebachs hat.

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