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Trockenstress setzt Bestand zu, 40 Fällungen vorgesehen

Weitere 500 Bäume im Paderborner Stadtgebiet

Paderborn

Das „1000-Bäume-Programm“ der Stadt hat nichts mit den 1000 Bäumen zu tun, die der Tornado im Mai zu Boden streckte. Es war schon vorher beschlossen worden und wird jetzt an 253 Standorten weitergeführt.

Von Dietmar Kemper

Die Silhouette eines toten Baumes zeichnet sich vor der Sonne ab. Trockenstress setzt auch Bäumen in Paderborn zu. 40 will die Verwaltung in den kommenden Monaten fällen.  Foto: dpa

Jetzt werde mit dem Pflanzen von 500 Bäumen begonnen, kündigte Michael Kriesten vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen in der Sitzung des Bezirksausschusses Schloß Neuhaus/Sande an. Laut Verwaltung werden sie zwischen November und März im Stadtgebiet, den Ortsteilen, in Biotopen und auf Ausgleichsflächen in den Boden gebracht. Obstbäume werden stark vertreten sein. Die Stadt geht von Kosten von 87.500 Euro aus. 

Standorte sind neben anderen der Haxtergrund mit allein 45 neuen Bäumen, die Talleseen (30), der Krumme Grund (25) und die Lothewiesen (30). Robert Siemensmeyer von der CDU begrüßte, dass mehr Obstbäume gepflanzt werden: „Das ist ein Beitrag zum Insektenschutz.“

Die Stadt pflanzt nicht alle Bäume selbst, sondern lässt auch von Firmen pflanzen. Die müssten die Bäume ein Jahr lang selbst pflegen und für etwaige Schäden aufkommen, erläuterte Kriesten. Alexander Lex von der AfD wollte wissen, ob es über die 1000 Bäume hinaus noch sinnvolle Standorte für weitere gebe. Kriesten sieht durchaus noch Potenzial.

65 Neu- und Ersatzpflanzungen

Neben dem „1000-Bäume-Programm“ läuft das Tagesgeschäft weiter. Die Verwaltung kündigte im Ausschuss an, in der Pflanzperiode 2022/2023 würden 40 Bäume gefällt und 65 neu oder ersatzweise gepflanzt. „Viele Bäume leiden unter Trockenstress und überleben leider nicht“, stellte Kriesten fest. Die Mitarbeiter setzten die Motorsäge aber erst dann an, wenn es nicht länger gehe.

In der Kernstadt sind zum Beispiel vier Kastanien an der Fürstenallee abgestorben, zwei Erlen im Sesker Bruch und fünf Fichten auf dem Westfriedhof. Insgesamt 23 Bäume, die zum Teil durch Pilze stark geschwächt wurden, sollen in der Kernstadt fallen. In Schloß Neuhaus sind es vier, in Elsen zwei, in Sennelager fünf, in Sande einer, in Marienloh drei und in Neuenbeken zwei.

Breiter Mix an Baumarten

Was die Ersatz- und Neupflanzungen angeht, wird ein breiter Mix an Baumarten genutzt. Die Bandbreite reicht von Feld- und Spitzahorn über Linden, Eichen, Blumenesche und Gingko bis Blutpflaume,  Amberbaum, Hartriegel, Mehlbeere sowie Hopfen- und Hainbuche. Klimaresiliente Bäume auszusuchen, sei inzwischen ein Muss, sagte Kriesten.

Aufhorchen ließ eine andere Bemerkung von ihm, denn offenbar befürworten nicht alle Menschen Neuanpflanzungen:  „Die Leute sind froh, wenn der Baum weg ist, aber sie wollen nicht unbedingt, dass ein neuer dahinkommt.“

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