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Sven Pistor zeigt 500 Fußballfans in Paderborn die amüsanten Seiten des Sports

Wenn Tiere Tore verhindern

Paderborn (WB). Pistors Fußballschule in der Universität war lehrreich und unterhaltsam. Sven Pistor, der seit 18 Jahren im WDR-Radio „Liga live“ moderiert, vermittelte am Freitagabend im Audimax Wissen, das man nicht braucht, mit dem man aber am Stammtisch glänzen kann.

Dietmar Kemper

Er konnte viel erzählen: Das Gespräch mit Michael Schulz (links) sorgte nicht nur bei Sven Pistor für gute Laune. Foto: Dietmar Kemper

Die 500 Fußballfans, teilweise in den Trikots ihrer Lieblingsvereine angereist, erfuhren, dass ein Spieler nicht mit einem Pepitahut auf dem Kopf auflaufen darf, dass der Radius des Mittelkreises 9,15 Meter misst und ein Tor nicht zählt, wenn der Abschlag des Keepers vom Wind zurück in die eigenen Maschen geweht wird.

Pistor kombinierte zwei Stunden lang Erzählungen über legendäre Fußballer wie Gerd Müller, der mal bei einem Spiel beim HSV für den FC Bayern sogar im Tor stand, mit Videos von kuriosen Toren und Eigentoren und Tieren, die plötzlich im Strafraum auftauchen und unfreiwillig verhindern, dass der Ball ins Tor geht.

Für sein Programm „Vollpfosten Reloaded“ hatte der sympathische Journalist (47) aus Köln auch die Sportseiten seiner Zeitungskollegen genau studiert und war dabei auf Schlagzeilen wie „Zwei Remis und ein Unentschieden“ gestoßen. Ein Redakteur war offenbar völlig durch den Wind und hatte seine Seiten mit „Regioanalsport“ überschrieben. Das ging buchstäblich in die Hose...

Als vorbildlicher Gastgeber lobte Pistor den SC Paderborn („Die machen schon einen geilen Job“), sagte einen 2:1-Sieg in Freiburg voraus und plauschte mit Michael Schulz statt mit SCP-Trainer Steffen Baumgart, der kurzfristig abgesagt hatte.

„Gut konnte ich Einwurf“

Der Ex-Nationalspieler und Kicker des 1. FC Kaiserslautern, vom BVB und von Werder Bremen war aber mehr als nur Ersatz. Gut gelaunt erzählte Schulz vom laschen Training unter Otto Rehhagel, vom strengen Ottmar Hitzfeld („Vor dem Spiel durften wir nicht lachen“), von seinen begrenzten Stärken („Gut konnte ich Einwurf“) und seiner Beziehung zu Hochschulen („Studieren wollte ich nicht, aber jetzt kann ich wenigstens sagen, ich war an der Uni Paderborn“). Das Zuhören machte Spaß.

Nicht fehlen durfte in der „Fußballschule“ das obligatorische Quiz mit Kandidaten aus dem Publikum. Die hauten auf den Buzzer, wenn sie glaubten, die richtige Antwort zu kennen. Den Buzzer hörten alle Zuschauer gut, die Antworten und Ausführungen von Sven Pistor und Michael Schulz verstand das Publikum dagegen nicht immer. Die Akustik im Audimax ist für Vorlesungen ideal, für Kabarett und Comedy aber problematisch.

Ist ein Länderspiel wichtiger als Sex?

In der Liebe zum Fußball waren alle vereint. Aber wie sieht es mit der Liebe zum Partner aus? Laut einer Studie schauen sich 60 Prozent der Deutschen lieber ein Länderspiel an, als sich beim Sex im Bett zu vergnügen. Dabei könnten auf diesem Wege doch neue Fußballer entstehen, Karriere machen und Entertainern wie Arnd Zeigler („Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“) und Sven Pistor Stoff für ihre Auftritte liefern.

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