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Einsatz von Drohnen bei Videoproduktionen immer beliebter

Werbefilme – da wird einiges aus der Luft gegriffen

Paderborn (WB). Hochwertige Image- und Werbefilme werden für viele Unternehmen immer mehr zum Standard. Dynamische Bilder sollen auf Facebook und anderen sozialen Kanälen den Betrachter anlocken und für Dienstleistungen oder Produkte begeistern. Um eine gewisse Faszination zu erzielen, wechseln die Filmemacher auch mal gerne die Perspektive und gehen – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Luft. „Aber Vorsicht: Mit viel Unwissenheit kann man auch viel Blödsinn machen“, warnt Frank Eisenberg-Meyer alle ambitionierten Drohnenpiloten, die bislang ohne Kenntnisnachweis und Genehmigungen unterwegs waren.

Ingo Schmitz

Frank Eisenberg-Meyer und Robert Warneke (vorn) präsentieren eine ihrer Drohnen. Foto: Ingo Schmitz

Von Januar 2021 an müsse jeder Drohnenpilot, dessen Fluggerät mehr als 250 Gramm wiegt, diesen Kenntnisnachweis erbringen können. Dabei sei es völlig egal, so der Experte, ob man gewerblich oder privat mit der Drohne unterwegs sei.

Am Flugplatz Paderborn-Haxterberg bot Drohnenpilot Frank Eisenberg-Meyer zusammen mit Robert Warneke vor diesem Hintergrund ein Seminar zum Thema Imagefilm und Multikopter an. Beide betreiben nebenberuflich eigene Videoproduktionen. Eisenberg-Meyer ist im Hauptberuf Privatpilot, Warneke arbeitet als Notfallsanitäter bei der Stadt Höxter.

Flughäfen sind tabu

„Wir stellen bei den Image- und Werbefilmen eine vermehrte Nachfrage im Gesundheitssektor fest. Unsere Auftraggeber sind aber auch Kommunen“, erzählt Eisenberg-Meyer, der jüngst die modernisierte Paderborner Stadtbibliothek im Bewegtbild festgehalten hat. Dabei ließ er die Drohne steigen – auch in den Räumen.

Warneke betont: „Drohnen sollen nützen statt Schaden anrichten.“ Daher sei es wichtig, sich an die komplexen Regeln zu halten. Die könne man am besten im Seminar erlernen, in dem es um rechtliche und technische Grundlagen gehe. Ein Thema dabei seien die Besonderheiten des Luftraums. So sollte man nie in der Nähe von Flughäfen seine Drohne steigen lassen – es sei denn, es bestehe wie am Haxterberg für den Zeitpunkt des Seminars eine Ausnahmegenehmigung. Einige Seminare würden derzeit online angeboten – inklusive Abschlussprüfung.

Viele Genehmigungen erforderlich

Warneke zeigte den Teilnehmern einen Werbefilm, den er im Auftrag des Campingplatzes Höxter direkt an der Weser erstellt hat. Dabei setzt er das modernisierte Freibad in der Nachbarschaft ebenso in Szene wie die vielen Freizeitmöglichkeiten im Weserbergland. Für den Dreh habe er zahlreiche Ausnahmegenehmigungen einholen müssen – unter anderem für die Luftaufnahmen über der Weser als Wasserstraße als auch für die Bahntrasse und die Bundesstraße in der Nähe.

Nicht zuletzt sei das Thema Drohne sensibel bei manchen Menschen, die sich gestört fühlten, warnte der Pilot. Dabei gehe es den professionellen Piloten nie darum, die Privatsphäre zu stören.

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