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Befragung: Stadt schreibt 10.000 Haushalte an

Wie mobil sind die Paderborner?

Paderborn (WV). 10.000 Paderborner Haushalte bekommen in den nächsten Tagen Post von der Stadtverwaltung. Die nach dem Zufallsprinzip ausgesuchten Bürger sind aufgerufen, sich freiwillig an der aktuellen Mobilitätsbefragung zu beteiligen. Sie sollen anonym ihre Wege protokollieren.

Ingo Schmitz

Stellen die Fragebögen vor, die an 10.000 Haushalte verschickt werden: (von links) Verkehrsplanerin Ilga Koch, Harald Bock als Sachgebietsleiter Verkehrsentwicklungsplanung sowie die Beigeordnete Claudia Warnecke. Foto: Ingo Schmitz

Im Zeitraum zwischen dem 5. und 14. Juni sollen die angeschriebenen Bürger an insgesamt sechs Tagen – jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags – auf speziellen Fragebögen notieren, mit welchen Verkehrsmitteln sie unterwegs sind. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um den Weg zur Arbeit, Schule, Uni, zum Einkaufen, zum Arzt oder um die Joggingrunde handelt.

Alle Personen eines Haushalts sollen sich beteiligen

In den angeschriebenen Haushalten sollen sich alle dort lebenden Personen beteiligen: Eltern wie Kinder ab sechs Jahren aber auch dort lebende Großeltern sowie Studentenwohngemeinschaften sind aufgerufen, die Formulare komplett auszufüllen. Es gibt auch die Möglichkeit, die Angaben via Internet oder Telefon der Stadtverwaltung zu melden. Das telefonische Angebot richte sich vor allem an ältere Bürger.

»Ziel der Haushaltsbefragung ist es, das Mobilitätsverhalten der Bürger systematisch zu erfassen. Die Ergebnisse werden in das Integrierte Mobilitätskonzept einfließen«, erläuterte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke am Freitag. Das so genannte IMOK soll Perspektiven aufzeigen, wie der Verkehrsfluss in Paderborn – gemessen an den Anforderungen der Bürger – optimiert werden kann.

22 Prozent Beteiligung im Jahr 2013

Die letzte Befragung war 2013 vorgenommen worden. Damals hatten sich 22 Prozent der angeschriebenen Haushalte beteiligt. »Das ist eine solide Beteiligung, die repräsentative Antworten liefert«, erklärte Stadtplanerin Ilga Koch. Die Verwaltung hofft, dass die Bereitschaft auch diesmal recht hoch ist. »Verpflichtend ist die Teilnahme jedoch nicht«, stellt Koch klar.

Die Befragung betrifft die Kernstadt mit allen Stadtteilen. Bei der Untersuchung werden zum ersten Mal auch ausgewählte Stadtbezirke, in denen die Verkehrsdichte problematisch ist, gesondert betrachtet. Dazu gehören unter anderem Schloß Neuhaus und Elsen. Dazu Claudia Warnecke: »Hier haben wir zentrale Versorgungsbereiche, die direkt an der Hauptverkehrsstraße liegen. Das führt zu Staus, was wiederum die Vitalität der Zentren belastet.«

Zeitaufwand von 15 Minuten

Nach Auskunft von Harald Bock, Sachgebietsleiter der Verkehrsentwicklungsplanung, dauert das Ausfüllen der Bögen etwa 15 Minuten. Die Verwaltung betont, dass sämtliche Angaben anonym blieben und eine Rückverfolgung nicht möglich sei. Die drei Werktage Dienstag bis Donnerstag sind ausgesucht worden, weil sie typisch für solche Erhebungen seien.

Die Ergebnisse der Befragung werden im September/Oktober der Politik vorgestellt. Die Kosten für die Untersuchung werden mit 50.000 Euro angegeben. Der Wert sei aber enorm. Dazu die Beigeordnete: »Das ist gut investiertes Geld.« Der Verwaltung sei es unter anderem mit Hilfe der Daten möglich, Auswirkungen von verkehrslenkenden Maßnahmen zu simulieren. »Es ist eine Maßnahme für die Zukunft«, sagte Koch.

Alle Wege notieren

Neben dem Protokoll über die zurück gelegten Wege werden auch andere Daten aus dem jeweiligen Haushalt erhoben. Dabei geht es um die Anzahl und Art der Fahrzeuge sowie die Frage, ob es zum Beispiel spezielle Tickets für den öffentlichen Nahverkehr gibt.

Bei der Aufzeichnung der Wege möchte die Verwaltung detailliert wissen, wie die Strecken im Einzelnen zurück gelegt werden: Wer mit dem Rad zum Bahnhof fährt, in den Zug steigt und dann zu Fuß zur Arbeitsstelle geht, muss dies auch genauso dokumentieren. Das Team um Claudia Warnecke bedankt sich schon heute bei den Bürgern für ihre Beteiligung.

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