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Paderborner verhalten sich umsichtig: Krankenhäuser müssen trotz des Wetters nicht mehr Brüche versorgen

Winter bremst Busse und Züge aus

Paderborn (WB/itz...

Der Padersprinter hat am Montagmorgen den Linienverkehr in Paderborn vollständig eingestellt. Am Mittag folgte die Entscheidung, den Busverkehr im Stadtgebiet auch bis zum Betriebsende nicht mehr aufzunehmen.

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Damit die Busse wieder im Stadtgebiet fahren und die Passagiere gefahrlos ein- und aussteigen können, hat die Stadt damit begonnen, die Haltestellen von den Schneemassen freizuräumen, wie hier Sebastian Heggemann vom ASP-Winterdienst am Hauptbahnhof. Foto: Jörn Hannemann

In der Mitteilung des Unternehmens hieß es: „Obwohl der Räumungsdienst der Stadt Paderborn gute Arbeit geleistet hat und durchgängig im Einsatz ist, sind die Straßenverhältnisse weiter schwierig und an vielen Haltestellen ist ein sicherer Ein- und Ausstieg derzeit nicht möglich.“

Der Padersprinter ist aber zuversichtlich, dass die Busse ab Dienstagmorgen wieder unterwegs sein können. „Trotzdem beobachten wir die Lage aber natürlich weiterhin und bitten alle Fahrgäste um Verständnis, sollte es auch morgen zu weiteren Einschränkungen kommen“, erklärte der Verkehrsbetrieb.

Auch auf den Eisenbahnschienen ist der heftige Wintereinbruch spürbar. Aufgrund der extremen Wetterlage sei der Zugverkehr von massiven Einschränkungen betroffen, erklärte die Nordwestbahn am Montagabend. Der Betrieb auf der Linie RB 74 (Paderborn – Bielefeld) und RB 84 (Paderborn – Kreiensen) bleibe bis voraussichtlich Dienstag um 12 Uhr eingestellt. Ein Busnotverkehr könne nicht eingerichtet werden, teilte das Verkehrsunternehmen mit.

Es verwies auf die Homepage (www.nordwestbahn.de), auf der aktuell darüber informiert werde, welche Auswirkungen die derzeitige Wetterlage habe. Selbst wenn die Züge wieder führen, könne es wegen des Wetters weiter zu Einschränkungen wie Verspätungen kommen.

Keine OPs verschoben

Die Paderborner Krankenhäuser haben trotz spiegelglatter Straßen und Bürgersteige keine sprunghafte Zunahme von Arm- oder Beinbrüchen als Folge von Stürzen festgestellt. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie im Vincenz-Krankenhaus, Dr. Lutz Mahlke, berichtete sogar von weniger Unfällen als gedacht: „In der Zentralen Notaufnahme gab es heute und am Wochenende einige Brüche und Verstauchungen, glücklicherweise jedoch nur wenige schwere Verletzungen. Einige Unfälle ereigneten sich auch beim Schneeschieben.“ Der Mediziner bescheinigte den Menschen umsichtiges Verhalten: „Ein großes Lob an die Bevölkerung: Die Paderborner sind vorsichtig mit dem Wetter umgegangen und es gab viel weniger Unfälle, als eigentlich zu erwarten gewesen wären.“

Eine wetterbedingte Verschiebung von geplanten Operationen sei nicht erforderlich gewesen. In einigen Fällen, zum Beispiel beim Verbandswechsel, seien Patienten zuhause geblieben und hätten sich für einen späteren Termin entschieden. Im Brüderkrankenhaus St. Josef zog der pflegerische Leiter der Zentralen Notaufnahme, Maik Toremans, einen Vergleich zum 1. Februar: „Es sind heute und am Wochenende mehr Patienten mit solchen Verletzungen behandelt worden als an anderen Tagen. Am Montag, 1. Februar, waren es aber aufgrund des Blitzeises noch deutlich mehr Patienten, etwa 15 Personen.“

Für das Krankenhaus des Sankt Johannisstifts sprach Stefani Josephs von einem ruhigen Wochenende. Man habe sich auf mehr Behandlungen aufgrund von Stürzen eingestellt, aber die Menschen seien offenbar alle zuhause geblieben. Am 1. Februar sei das noch anders gewesen, sagte die Sprecherin: „Bei dem Blitzeis damals hat man dem Belegplan angemerkt, was für ein Wetter war.“ Der heftige Wintereinbruch am Wochenende habe die Versorgung der Patienten nicht gefährdet, alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien, wenn auch zum Teil mit Verspätung, zum Dienst gekommen.

Dompropst Joachim Göbel bietet Obdachlosen die Bartholomäuskapelle als Unterschlupf an. Foto: Jörn Hannemann

Obdachlose in Kapelle

Insbesondere für die Obdachlosen stellt die aktuelle Wetterlage derzeit eine große Gefahr da. Dompropst Joachim Göbel hatte bereits am Wochenende mitgeteilt, dass die Bartholomäuskapelle am Dom für Leute geöffnet sei, die ein Dach über dem Kopf benötigten. Das Paderborner Ordnungsamt schätzte am Montag, dass bis zu 50 Obdachlose untergebracht werden mussten, sagte Pressesprecher Jens Reinhardt. Die Stadt habe ihre vom SKM betreute Übernachtungsstelle ganztägig geöffnet. Sie ist sonst nur zum Schlafen vorgesehen. Außerdem kümmert sich der Verein KIM im Josefshaus am Busdorfwall um Obdachlose. Dort wurden am Sonntagabend drei Personen aufgenommen.

Müllabfuhr später

Aufgrund des Wintereinbruchs mit anhaltenden Schneefällen stellte der ASP die Abfallentsorgung in Paderborn und Bad Lippspringe am Montag komplett ein. Die Abfuhr der Behälter in den Bezirken 1+2 (Südstadt) wird am Samstag, 13. Februar, nachgeholt. Um die Abfuhr unter den erschwerten Bedingungen in den nächsten Tagen zu ermöglichen, werden die Bürger gebeten, die Transportwege für die Behälter möglichst schnee- und eisfrei zu halten. Die ursprünglich für Montag angesetzten Sperrmülltermine sollen im Laufe des heutigen Dienstags, 9. Februar, nachgeholt werden, sofern die Wetterverhältnisse dies zulassen. Die Recyclinghöfe An der Talle und an der Driburger Straße blieben am Montag geschlossen. ​

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