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Familiendrama: 90-Jähriger soll krank gewesen sein – heute Obduktion der Leichen

Woher kommt die Waffe?

Paderborn(WB). Die Bluttat von Paderborn bleibt weiter rätselhaft. Woher hatte der 90-Jährige die Waffe, mit der er am Samstagabend zunächst seine 63-jährige Tochter und danach sich selbst umgebracht hat?

Ingo Schmitz

Am Tatort: Die Haustür ist versiegelt. Foto: Schmitz

»Das ist momentan wesent­licher Bestandteil der Ermittlungen der Mordkommission Kaukenberg«, erklärte gestern eine Sprecherin der Bielefelder Polizei. Angaben darüber, ob die am Tatort sichergestellte Waffe registriert ist und der Mann einen Waffenschein besaß, machten die Ermittler nicht.

Leichen sollen in Münster obduziert werden

Die Beamten bestätigten hingegen erstmals, dass es sich bei den beiden Getöteten um Vater und Tochter handelt . Die Leichen sollen heute in Münster obduziert werden.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen gehen Staatsanwaltschaft und Polizei davon aus, dass der 90-Jährige die tödlichen Schüsse auf seine Tochter nach einem innerfamiliären Streit abgegeben hat. Nachbarn hatten berichtet, dass es in dem Haus immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen sei.

Persönlichkeitsveränderung als Auslöser für die Tat?

Der mutmaßliche Täter galt unter den Anwohnern als intelligent, aber äußerst dominant. Auslöser für die Streitigkeiten könnte eine krankheitsbedingte Persönlichkeitsveränderung des Mannes sein, teilten Polizei und Staats­anwaltschaft gestern mit.

Nachbarn hatten kurz nach der Tat berichtet, dass es bereits eine Woche vorher zu einem Streit zwischen Vater und Tochter gekommen sei. Die Auseinandersetzung habe soweit geführt, dass Polizei und Rettungsdienst alarmiert worden seien. Den Senior habe man mitgenommen und in die Psychiatrie eingewiesen, hieß es. Erst wenige Stunden vor den verhängnisvollen Schüssen am Samstagabend sei der Mann wieder nach Hause gekommen.

»Tragisches Familiendrama« aus Sicht der Polizei

Aus Sicht der Polizei handele es sich nach jetzigem Stand um ein tragisches Familiendrama. Dennoch werde man der Frage nachgehen, ob Ermittlungen gegen die behandelnden Ärzte eingeleitet werden.

Der Vorfall hatte sich am Samstagabend im Wohngebiet Kaukenberg ereignet, in dem viele Aussiedler wohnen. Die Schüsse fielen auf offener Straße direkt vor der Einfahrt zum Haus.

Ob es Augenzeugen für die Tat gibt, sagte die Polizei nicht. Täter und Opfer seien Akademiker und sollen aus Kasachstan stammen, heißt es.

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