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Aktuell leben 267 Ukrainer in der Notunterkunft  

Zahl der Geflüchteten in der Paderborner Dempsey-Kaserne steigt

Paderborn

Einen deutlichen Sprung hat es bei der Zahl der in der Paderborner Notunterkunft untergebrachten Geflüchteten aus der Ukraine gegeben. Aktuell leben hier 267 Personen, teilt die Bezirksregierung in Detmold auf Anfrage mit. Mitte Juli waren es fast 100 Personen weniger. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine plant die Bezirksregierung vorrangig mit der Einrichtung auf dem Gelände der früheren Dempsey-Kaserne in Schloß Neuhaus. Mindestens bis nächstes Jahr sollen die dafür vorgesehenen Gebäude genutzt werden..   

Von Rajkumar Mukherjee

Ende Mai hat die Bezirksregierung Detmold die Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine in der früheren Dempsey-Kaserne an der Husarenstraße in Betrieb genommen.  Foto: Jörn Hannemann

Am 23. Mai hatte die Bezirksregierung die Paderborner Notunterkunft an der Husarenstraße in Betrieb genommen.  Seitdem ist die Zahl der hier untergebrachten Personen gestiegen. Zum Vergleich: Anfang Juni waren es 116, Anfang Juli 125 und Mitte Juli bereits 175, berichtet Juliane Fröhling aus der Pressestelle der Bezirksregierung Detmold. „Die Lage ist weiterhin dynamisch, sodass derzeit davon ausgegangen wird, dass die Kaserne noch bis mindestens ins Jahr 2023 hinein dafür genutzt wird“, so Fröhling weiter. Dazu stehe die Bezirksregierung im engen Austausch mit der Stadt Paderborn.

Zwei Gründe gibt es unter anderem für den Anstieg der Personenzahl in Paderborner Notunterkunft: Einerseits stehe die Zunahme in Zusammenhang mit einer allgemein höheren Zahl an Geflüchteten aus der Ukraine, so die Bezirksregierung. Andererseits will die Behörde zur Unterbringung dieser Personengruppe künftig vorrangig die Paderborner Notunterkunft nutzen.

Dort, auf dem Gelände der früheren Dempsey Barracks, der Kaserne der britischen Streitkräfte, können aktuell 400 Menschen untergebracht werden. Somit sind – bei einer Zahl von 267 Personen – derzeit mehr als die Hälfte aller aktuell eingeplanten Plätze belegt. Bei größerem Bedarf ist eine Erweiterung auf insgesamt 1000 Plätze möglich. Etwa die Hälfte der derzeit hier lebenden Personen sind nach Angaben von Fröhling Familien mit beiden Elternteilen und Kindern. Die verbleibenden Personen seien Elternteile mit Kindern, entweder Väter oder Mütter, sowie Einzelpersonen.

Ukrainer leben auch in Wohnungen

Unterdessen haben nach Angaben des Sozialdezernates der Stadt Paderborn bisher 1606 Ukrainer eine Aufenthaltserlaubnis für Paderborn erhalten. „Diese leben zum größten Teil weiterhin in privaten Wohnungen“, teilt Dr. Kristina Stog vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing mit. In städtischen Übergangswohnheimen seien es 337 Personen. Dazu kämen 48 Personen in einer kirchlichen Einrichtung.

Zudem hätten zwischenzeitlich 222 Ukrainer die Stadt wieder verlassen. „Es gibt in unserer Wahrnehmung eine stetige Fluktuation, so dass sich die oben genannten Gesamtzahlen seit Wochen kaum verändern“, so Stog weiter.

In Bezug auf Notunterkünfte für Ukrainer in der Region gab es zwischenzeitlich Einrichtungen in Büren und Gütersloh sowie einen Standort im Messezentrum Bad Salzuflen und die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Herford. Die Bezirksregierung ging Anfang Juni laut einer Pressemitteilung von einer zurückgehenden Zahl neu ankommender Menschen aus der Ukraine aus. Deshalb sollte „künftig ausschließlich die Dempsey-Kaserne“ genutzt werden. Zwischenzeitlich nehme die Einrichtung in Büren aufgrund der aktuellen Lage jedoch wieder Ukrainer auf, teilte Fröhling mit.

Im Bedarfsfall könne etwa auch die Gütersloher Notunterkunft umgehend reaktiviert werden und jederzeit wieder ukrainische Schutzsuchende aufnehmen, hieß es in der Pressemitteilung der Bezirksregierung weiter. Wegen der zwischenzeitlich angenommenen Verringerung der Zahl der derzeit eintreffenden Geflüchteten aus der Ukraine reduzierte die Bezirksregierung auch die Zahl der Gesamtplätze in ihrem Zuständigkeitsbereich: Ende Mai waren es an allen genannten Standorten 1700 Plätze, Mitte Juni 300 Plätze ausschließlich in Paderborn. Nun sind es dort 400.

Die Notunterkunft in Paderborn hatte die Bezirksregierung auf Bitte des NRW-Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW herrichten lassen. Betreiber ist die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Ostwestfalen. Platz gibt es in vier Gebäuden. Eigentümerin der 20 Hektar großen Liegenschaft ist nach der Rückgabe der früheren britischen Kaserne im Jahr 2019 die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

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