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Am Stützpunkt in der Paderborner Balhornstraße ging zwei Tage gar nichts – Rückstand bis Montag aufgearbeitet

Zusteller kämpfen sich durch Schnee

Paderborn

Das Thermometer auf dem Betriebshof des Zustellstützpunktes der Deutschen Post an der Balhornstraße zeigt minus 15 Grad, als sich Anna-Lisa Ewers am Freitagmorgen mit ihrem schwer bepackten Fahrrad auf den Weg in ihren Bezirk macht. „Fahren kann ich allerdings nur auf der Bahnhofstraße, danach ist Schieben angesagt“, erzählt die junge Frau, die eine kleine Wärmflasche unter ihre Dienstkleidung geschoben hat. Viele Straßen und Wege in den Wohnbezirken seien nach wie vor nicht ausreichend geräumt, als dass sie mit dem Lastenrad befahrbar seien.

Maike Stahl

Anna-Lisa Ewers schiebt ihr Rad im Moment, weil an Fahren noch nicht zu denken ist. Ihre Kollegen Ramon Hannah und Valerie Husemann stellen in Borchen zu. Foto: Maike Stahl

An der Balhornstraße wird die Postzustellung für den gesamten Kreis Paderborn, die Gemeinde Schlangen sowie Bad Driburg und Brakel koordiniert. Von elf Standorten aus werden die auf insgesamt 250 Zustellbezirke sortierten Sendungen in die entsprechenden Fahrzeuge verladen. Während Anna-Lisa Ewers und ihre Kollegen, die ebenfalls mit dem Rad im Stadtgebiet von Paderborn unterwegs sind, derzeit an einem Tag jeweils nur den halben Bezirk zustellen, weil es angesichts der winterlichen Straßenverhältnisse anders gar nicht machbar ist, haben Valerie Husemann und Ramon Hannah ihre Transporter voll geladen. Sie sind beide in Borchen unterwegs – ebenfalls eine fahrerische Herausforderung.

„Das sind derzeit harte Bedingungen. Viele Nebenstraßen sind noch nicht geräumt, und wir haben viele Straßen mit Gefälle. Gestern bin ich schon einmal steckengeblieben und Ramon musste mir helfen“, berichtet die Zustellerin, die wie ihre Kollegen in den Verbundbezirken neben Briefen täglich mehr als 100 Pakete zustellt. Alle drei würden sich wünschen, dass zumindest die Wege zu den Briefkästen konsequent geräumt werden. „Das würde uns unsere Arbeit schon sehr erleichtern.“ Und manchmal wäre auch ein wenig mehr gegenseitiges Verständnis hilfreich. „In den Nebenstraßen ist oft nur eine Fahrbahnbreite befahrbar, wir können aber an vielen Grundstücken wegen der Schneemassen leider lediglich auf der Fahrbahn halten“, sagt Valerie Husemann.

Doch nicht nur die Zusteller in den Bezirken haben – übrigens ebenso wie die Zeitungsboten, die sich zu nächtlicher Stunde auf den oft eisglatten Weg zu den Lesern machen – mit dem Wintereinbruch zu kämpfen. „Am Montag und Dienstag kamen die Lastwagen aus dem Paketzentrum Bielefeld und dem Briefzentrum Herford gar nicht erst hier an“, berichtet Betriebsleiterin Bettina Gerke. Die Zeit sei genutzt worden, um mit vereinten Kräften die Schneemassen auf dem Hof an der Balhornstraße zu beseitigen. „Denn das ist die Voraussetzung, dass wir jetzt und in den kommenden Tagen hier vernünftig arbeiten können“, ergänzt Gerkes Stellvertreter Markus Köster.

Außerdem seien die studentischen Aushilfskräfte aus der Weihnachtszeit wieder mobilisiert worden, um die Zusteller zu entlasten und die Post morgens bereits auf die Bezirke zu verteilen. Gerke und Köster haben Hochachtung vor der Leistung und der hohen Motivation ihres Teams. „Montag legen wir freiwillig eine Doppelschicht ein, und dann haben wir auch alles verteilt“, versprechen sie.

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