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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn: Sieben-Tages-Inzidenz von 120,5 – mehr als 3800 Menschen geimpft – offiziell 417 Infizierte

Zwei Todesfälle, 20 Neuinfektionen

Paderborn (WB/LaRo)

Im Kreis Paderborn hat es zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gegeben. Zwei Frauen (77/87) aus Paderborn sind nach Angaben des Kreises gestorben. Dem Kreisgesundheitsamt sind zudem am Dienstag 20 Neuinfektionen gemeldet worden (Stand 11 Uhr).

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Symbolbild. Foto: dpa

Insgesamt sind seit Pandemiebeginn, wie am Morgen berichtet, nun 111 Todesfälle zu beklagen. Auch am Montag waren zwei Todesfälle bekannt geworden.

Da 145 weitere Corona-Erkrankte eine akute Infektion überstanden haben, sind derzeit offiziell 417 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt auf die zehn Kommunen: Paderborn (185), Delbrück (63), Borchen (38), Bad Lippspringe (27), Hövelhof (27), Altenbeken (23), Bad Wünnenberg (17), Salzkotten (15), Lichtenau (13) und Büren (9).

62 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 18 von ihnen intensivmedizinisch. 1565 Menschen befinden sich in vom Paderborner Kreisgesundheitsamt angeordneter Quarantäne.

Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) weist, wie berichtet, für den Zeitraum vom 5. bis zum 11. Januar eine Sieben-Tages-Inzidenz von 120,5 aus (Datenstand, 12. Januar, 0 Uhr). Der Inzidenz-Wert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* ist ausschlaggebend für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, wenn es um Allgemeinverfügungen geht.

Mehr als 3800 Impfungen im Kreis Paderborn

Im Kreis Paderborn sind nach einer Statistik der Kassenärztliche Vereinigung zufolge bis einschließlich Montag, 11. Januar, 3837 Menschen geimpft worden. Davon sind 1801 Heimbewohner (47 Prozent) und 2036 Angehörige von Pflegeberufen (53 Prozent): www.corona-kvwl.de/impfbericht.

15-Kilometer-Regel in NRW – keine Kontrollen in den Kreise Höxter und Paderborn

Das NRW-Gesundheitsministerium will per Regionalverordnung in vier Hotspots des Landes Bewegungseinschränkungen verhängen. Bewohner und auch Besucher dieser Kreise dürfen sich dann – von Ausnahmen aus wichtigen Gründen abgesehen – nur noch 15 Kilometer Luftlinie vom Wohnort entfernt bewegen. Das betrifft in Ostwestfalen-Lippe aktuell die Kreise Höxter und Minden-Lübbecke. Die Regelung soll bereits an diesem Dienstag in Kraft treten. Die Stadt Bielefeld, von der es ursprünglich hieß, sie sei auch betroffen, fand sich am Montagabend nicht in der veröffentlichten Version der Regionalverordnung, ebenso wenig Gelsenkirchen. Landesweit soll die 15-Kilometer-Regelung noch im Kreis Recklinghausen und im Oberbergischen Kreis gelten.

Hotspot-Bewohner dürfen sich demnach nur „im Umkreis von 15 Kilometern Luftlinie ab der Grenze des eigenen Heimatorts (politische Gemeinde)“ bewegen. Für Besucher, die in den Hotspot hinein wollen, gilt ebenfalls von ihrem Wohnort an gemessen der 15-Kilometer-Radius. Ausgenommen sind berufliche, dienstliche, ehrenamtliche und vergleichbare Besorgungen, der Schul-, Kita- und Notbetreuungsbesuch sowie eine Begleitung dafür. Gleiches gilt etwa für Besuche bei und von engen Familienmitgliedern, Lebensgefährten und vergleichbar nahe stehenden Personen, Arztbesuchen und „Fahrten aus ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen“. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

Die im Kreis Höxter angeordnete 15-Kilometer-Corona-Leine hat auch Auswirkungen auf die Menschen im Kreis Paderborn. Fahrten zwischen den beiden Nachbarkreisen sollten ab sofort gut überlegt sein. An der Maßnahme gab es am Dienstag erwartungsgemäß viel Kritik. Zentrale Frage: Wer soll das kontrollieren?

Was vielen nicht klar ist: Die regionale Coronaschutzverordnung gilt wechselweise. Nicht nur, dass Menschen aus dem Kreis Höxter einen guten Grund für ihre Fahrt in den Kreis Paderborn benötigen, auch Menschen aus dem Kreis Paderborn sollten den Nachbar-Hotspot nur in dringenden Fällen aufsuchen.

„Die Polizei wird an den Kreisgrenzen keine Kontrollen durchführen.“ Diese klare Aussage traf Polizeisprecher Michael Biermann am Dienstag auf WV-Anfrage.Das gilt übrigens auch für die Polizei im Nachbarkreis Höxter, wie dort zu erfahren war.

12. Januar 2021. Foto: Kreis Paderborn

Weitere Informationen

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung (gültig ab dem 11. Januar).

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

* Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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