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In OWL in kurzer Zeit viele Unfälle 

Zweiradfahrer leben gefährlich

Ostwestfalen-Lippe

Zweiradfahrer, Motorrad und Fahrrad, sind in diesen Tagen bei Unfällen in Ostwestfalen-Lippe zum Teil schwer verletzt worden. Ursachen gibt es viele. Nicht selten werden die Verkehrsteilnehmer von anderen "übersehen".

Von Bernhard Hertlein und den Lokalredaktionen

Ein Fahrrad liegt nach einem Unfall auf der Straße. Symbolbild. Foto: dpa

In Steinheim ist bei einem Unfall auf der Wöbbeler Straße am Mittwochabend ein Kradfahrer ums Leben gekommen. Er war aus noch ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr. Dabei kollidierte das Krad mit dem Auto einer 67-Jährigen.

Fraktur am Arm erst später festgestellt

In Paderborn beispielsweise sucht die Polizei aktuell nach einem Unfall am vergangenen Donnerstag an der Kreuzung Gisela- und Pankratiusstraße einen Audifahrer mit Lippstädter Kennzeichen. Er soll einem Radfahrer (40) die Vorfahrt genommen haben. Dieser hielt bei Rot und fuhr bei Grün an, um die Kreuzung geradeaus zu überqueren. Der Audi-Fahrer bog nach links ab, ohne auf die Vorfahrt des anderen zu achten. Der Radfahrer musste bremsen und stürzte. Der Autofahrer stieg aus und half dem Radler. Dieser ging zunächst davon aus, nur geringe Schürfwunden davon getragen zu haben. Beide  einigten sich darauf, keine Polizei zu rufen, und tauschten auch keine Personalien aus. Erst am Abend begab sich der Radler wegen starker Schmerzen ins Krankenhaus, wo eine Fraktur am Arm festgestellt wurde.

Fahrschülerin verliert Kontrolle

Eher ungewöhnlich ist der Unfall, der sich am Dienstag in Bünde ereignet hat. Eine 39-jährige Fahrschülerin war auf einer etwa 70 PS starken Kawasaki Z650 auf dem Dünner Kirchweg unterwegs. Ihr Fahrlehrer befand sich in einem Auto hinter ihr und gab die Anweisung, dass sie nach rechts in die Borriesstraße einbiegen sollte. Stattdessen schoss das Motorrad geradeaus über die Borriesstraße. Dabei stieß die Maschine frontal mit dem Seat eines 64-Jährigen zusammen, der in Richtung Lübbecker Straße unterwegs war.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Motorrad zu Boden geschleudert. Die Frau, die noch ansprechbar war, erlitt schwere Verletzungen und musste mit einem Rettungswagen in ein nahe gelegenes Krankenhaus transportiert werden. Für die Fahrschülerin war es die 16. Fahrstunde und sie hatte Erfahrung mit dem Motorrad.

Riskante Überholmanöver

Am Montag wurde das riskante Überholmanöver eines Audi-Fahrers (24) einem Motorradfahrer in Herford zum Verhängnis. Auf der Elverdisser Straße wollte der 24-Jährige ein Treckergespann überholen, übersah jedoch den entgegenkommenden Verkehr: einen Ford-Transit und einen direkt dahinter fahrenden 57-jährigen Yamaha-Fahrer (beide aus Herford) Sie waren Richtung Bielefeld unterwegs. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, leiteten der Fahrer des Trecker-Gespanns und der 52-jährige Transit-Fahrer eine Vollbremsung ein. Der Yamaha-Fahrer konnte auf das plötzliche Manöver nicht mehr rechtzeitig reagieren, fuhr auf den Ford-Transit auf und stürzte zu Boden. Dabei verletzte er sich leicht.

Lebensgefährlich verletzt wurde eine 67-jährige Radfahrerin am Samstag in Gütersloh, als ein Autofahrer mit Anhänger nach dem Überholen auf der Neuenkirchener Straße zu früh wieder eingeschert war. Dabei touchierte das seitliche Heck des Hängers vermutlich den Lenker des Fahrrades. Die Radfahrerin trug nach Angaben der Polizei wohl keinen Helm.

Zusammenstoß zwischen zwei Fahrrädern

Zwei Radfahrer stießen an diesem Dienstag am Dr.-Rörig-Damm in Paderborn zusammen. Ihre Lenkstangen gerieten aneinander und verhakten sich. Es gab keine Schwerverletzten.

Weit weniger glimpflich ging ein Unfall zwischen zwei Radfahrern aus, der sich am Sonntagvormittag in Versmold ereignet hat. Ein 25-jähriger Mann aus Versmold war auf dem Radweg der Oesterweger Straße in Richtung Versmold unterwegs, während ein anderer Versmolder (37) den gemeinsamen Radweg in die entgegengesetzte Richtung fuhr. Zwischen der Hohe Straße und dem Möwenweg kam es aus bislang ungeklärter Ursache zur frontalen Kollision der beiden Radfahrer. Beide stürzten und verletzten sich schwer. Beide Radfahrer trugen keinen Fahrradhelm. Im Rahmen der anschließenden Unfallaufnahme erhärtete sich für die Beamten bei beiden Unfallbeteiligten der Verdacht des Alkoholkonsums.

Unfallflucht

Wegen Unfallflucht ermittelt die Polizei weiterhin gegen den Fahrer eines vermutlich grauen VW Gold Kombi oder Passat Kombi. Er hat am Mittwoch, 29. Juni, auf dem Profitweg in Warburg wohl die Vorfahrt eines 26-jähriges E-Bike-Fahrers missachtet. Der E-Bike-Fahrer musste bremsen und stürzte zu Boden. Der Pkw-Fahrer setzte, ohne zu helfen, seine Fahrt fort.

Fahrradhelm schützt

Ein Fahrradhelm kann den Kopf vor schweren Verletzungen schützen. Bisher gibt es für Radfahrende keine Pflicht, einen Helm zu tragen. Vielen reicht das nicht aus. Immer mehr sind der Meinung, dass dies nicht ausreicht. Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland befürwortet inzwischen eine Helmpflicht, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage ergeben hat.

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