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Freilichtbühne Schloß Neuhaus: viel Beifall für »Schneewittchen«

Zwerge machen Riesenspaß

Paderborn (WB). Bestes Premierenwetter am Pfingstsonntag Nachmittag auf der Freilichtbühne im Neuhäuser Schlosspark: Bei herrlichem Sonnenschein begeisterte die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen rund 400 vor allem jüngere und jüngste Zuschauer.

Michael Welling

Bei den Zwergen geht es Schneewittchen gut: (von links) Felizitas Elma, Till Schröder, Linus Schröder, Simon Michels, Carlotta Sievers, Sarah Michels, Moritz Büse und Judith Brink. Aufwändig und bunt gestaltet sind Kostüme und Kulissen. Foto: Michael Welling

Die 27 Akteure aller Altersstufen auf der Bühne und unzählige Helfer hinter den Kulissen präsentierten das bekannte Märchen der Brüder Grimm in einer flotten Inszenierung von Sarah Wendler und Chris Malassa, wobei die Handlung kindlich verständlich gestaltet und sprachlich entstaubt war. Dabei hielt man sich ziemlich genau an die Grimmsche Urfassung, baute einige Tiere des Waldes ein und auch die Antwort auf die Frage, wo eigentlich Schneewittchens Vater, der König, abgeblieben war, wurde beantwortet.

Das Märchen von Schneewittchen

»Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut, Haare so schwarz wie Ebenholz« – Schneewittchen ist mit Abstand die Schönste im ganzen Land. Das kann ihre böse, von Neid zerfressene Stiefmutter nicht ertragen. Sie beschließt: Die schöne Unschuld muss sterben. Der mit dem Mord beauftragte Jäger erbarmt sich jedoch des Mädchens und lässt es laufen, was die böse Stiefmutter natürlich nicht weiß. Schneewittchen flieht in den Wald und findet Unterschlupf bei sieben putzigen Zwergen. Als die Stiefmutter durch ihren allwissenden Spiegel erfährt, dass Schneewittchen noch am Leben ist, nimmt sie die Dinge selbst in die Hand. Beim dritten Versuch, sie zu töten, ist es ein von ihr vergifteter Apfel, der Schneewittchen zum Verhängnis wird. Sie fällt in einen tiefen, todesähnlichen Schlaf, wird von den Zwergen in einen gläsernen Sarg gelegt und erst der Kuss eines Prinzen kann die Schönheit wieder zurück ins Leben bringen.

Neben den bis in die letzte Nebenrolle allesamt überzeugend agierenden Darstellern war es besonders das pfiffige und sehr umfangreiche Bühnenbild, das begeisterte. Hier hatten sich die Bühnenbauer einmal mehr mächtig ins Zeug gelegt. Der königliche Palast inklusive Turmverlies, das heimelige Haus der sieben Zwerge, ein echter Wasserfall, ein Wasser-Schaufelrad und die Zwergen-Brücke: Bis ganz in den Hintergrund wurde mit viel Liebe zum Detail die weiträumige Naturbühne genutzt.

»Hier passte alles«

Da gab es viele farbenfrohe Gestalten zu bestaunen: Tiere des Waldes, die sieben Zwerge natürlich und einen sprechenden Spiegel, der von einem Schauspieler verkörpert wird. Kostüme, Maske und vor allem die Spielfreude der Akteure: Hier passte alles, aber singen sollte nur – zumindest öffentlich –, wem Gesang gegeben. Doch die sicher gut gemeinten aber verzichtbaren Lieder waren neben einer ab und zu zickenden Mikroport-Anlage die einzigen Schwachstellen einer kurzweiligen Freilichtaufführung, die allen Beteiligten auf der Bühne und im Zuschauerbereich sichtlich einen riesigen Spaß gemacht hat.

Die nächste Aufführung gibt es am kommenden Samstag um 16 Uhr, die weiteren Termine sind im Internet zu finden.

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