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Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des Technischen Hilfswerks weiterhin im Ahrtal im Einsatz

Paderborner Helfer legen Bypass

Paderborn/Ahrtal

Seit vergangenem Freitag sind wieder Paderborner Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz im Ahrtal. Wie das THW mitteilt, arbeiten neun Fachkräfte im Schichtdienst mit der Hochleistungspumpe „Hannibal“ an der Ahr zwischen Fuchshofen und Schuld, um defekte Kanalisation zu überbrücken und somit eine weitere Verunreinigung der Ahr zu verhindern.

Die Helfer Andreas Leininger (rechts) und Rainer Dahm an der Hochleistungspumpe Hannibal. Foto: THW

Bereits zuvor waren Kollegen des THW-Ortsverbandes Krefeld an gleicher Stelle im Einsatz. Für sie sollte nach einer Woche eine Ablösung erfolgen. An der Verbindungsstraße L73 zwischen Fuchshofen und Schuld hatte das Hochwasser für massive Schäden an einer Brücke über der Ahr gesorgt. Die gemauerte Bogenbrücke war teilweise zerstört, die Kanalisation entlang der Ahr aufgebrochen. Abwasser der Orte Wershofen und Fuchshofen konnte ungeklärt in die Ahr gelangen.

Der Ortsverband Krefeld hatte mit seiner Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen bereits die Schadensstelle übernommen und mit Schläuchen und Pumpen einen sogenannten Bypass gelegt. Die Paderborner Helfer konnten die über einige hundert Meter gelegten Schlauchverbindungen vom Ortsverband Krefeld übernehmen und brauchten somit überwiegend nur die eigenen Pumpen in Stellung bringen. Dabei wurden mit Elektropumpen am noch heilen Kanalisationssystem die Abwasser aufgenommen und über Schlauchverbindungen zur Hochleistungspumpe geführt. Diese schafft dann die Strecke entlang der L73 Richtung Schuld bis zu einem intakten Kanaleinlass. So soll eine weitere Kontamination des Ahrwassers vermieden werden. Indirekt wird damit auch die stromabwärts aufgebaute Trinkwasseraufbereitungsanlage des THW im Ortsteil Schuld unterstützt, die weniger verunreinigtes Wasser verbrauchsfähig aufbereitet.

Im Zwölf-Stunden-Schichtbetrieb sind die Paderborner Helfer mit der Wartung der Pumpen, deren Betriebsbereitschaft und der Regulierung der Abwassermengen beschäftigt. Letzteres variiert im Laufe des Tages – die Hochleistungspumpe muss diesem Niveau regelmäßig angepasst werden. Ein Indikator ist aufsteigendes Abwasser im Kanalschacht.

Eine Schlauchleitung über der teilweise zerstörten Brücke fördert Abwasser zur Kläranlage. Foto: THW

In der freien Schicht werden die THW-Helfer am knapp 25 Kilometer entfernten Nürburgring untergebracht. Hier haben das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr einen sogenannten Bereitstellungsraum mit einer Zeltstadt, Verpflegungsmöglichkeiten und sanitären Einrichtungen erstellt. Auch eine Einsatzleitstelle ist vor Ort. Ihre Dankbarkeit gegenüber den Einsatzkräften zeigen die Bewohner um Schuld und Fuchshofen regelmäßig mit zusätzlicher Verpflegung der Helfer.

Die Paderborner Helfer werden voraussichtlich zum Wochenende abgelöst. Die Reparaturarbeiten an der Kanalisation sind zwar bereits in vollem Gange, die vollständige Wiederherstellung wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dank gilt vor allem auch den Arbeitgebern der eingesetzten Helfer, die die ehrenamtliche Arbeit im THW unterstützen, indem sie ihre Mitarbeiter für die Zeit des Einsatzes freistellen.

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