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Wissenschaftsministerin setzt ersten Spatenstich für neues, hochmodernes Forschungslabor

„Ein Quantensprung für die Uni Paderborn“: Startschuss für 60-Millionen-Projekt

Paderborn

Die Universität Paderborn wächst weiter: Vertreter von Bund, Land und Uni-Präsidium trafen sich am Montag zum Spatenstich für ein weiteres zukunftsweisendes Forschungsgebäude, den Neubau „PhoQS Lab“ (ausgesprochen „Fox Lab“). Die Kosten, die Bund und Land NRW tragen, belaufen sich auf 60 Millionen Euro. Ende 2024 soll das „P10“ genannte Gebäude an der nördlichen Spitze des Campus neben der Uni-Kita fertig sein.

Von Jörn Hannemann

Spatenstich für ein Millionenprojekt (von links): Institutsleiterin Prof. Christine Silberhorn, Vizepräsidentin Simone Probst, Gabriele Willems (Geschäftsführerin des Bau und Liegenschaftsamtes), Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Uni-Präsidentin Prof. Birgitt Riegraf. Foto: Jörn Hannemann

„PhoQS Lab“ steht als Abkürzung für den etwas sperrig klingenden Titel „Photonic Quantum Systems Laboratory“ und soll ein internationales Zentrum für Quantenphotonik werden, wo Wissenschaftler aus den Bereichen Physik, Elektrotechnik, Informatik und Mathematik zusammenarbeiten.

Die insgesamt 3740 Quadratmeter Nutzfläche des geplanten viergeschossigen Gebäudes beherbergen zukünftig 2340 Quadratmeter Laborfläche. Knapp die Hälfte der Laborfläche wird sogenannter Reinraum, wo die Konzentration der luftgetragenen Teilchen sehr gering ist.

„Dieses ist ein wichtiger Meilenstein, auch um international mithalten zu können“, betont Prof. Christine Silberhorn, Leiterin des Instituts für Photonische Quantensysteme. „Einfach gesagt: Wir wollen überall da weitermachen, wo wir heute mit der Technologie nicht weiterkommen.“ Die Welt sei an der Schwelle zu neuen revolutionierenden Technologien. „Die Dynamik ist in diesem Bereich enorm – und zwar weltweit – ähnlich wie bei der Digitalisierung.“ Ziel sei es, die Grundlagenforschung hinüberzutragen in die Anwendung und für alle nutzbar zu machen.

Auf vier Etagen: So soll das neue Forschungslabor einmal aussehen. Ende 2024 soll es fertig sein. Foto: agn Niederberghaus & Partner GmbH

Zukunftsweise Forschungsfelder

Eine Vielzahl moderner Technologien basiere bereits auf quantenmechanischen Prinzipien, beispielsweise Laser und Halbleitertechnologien einschließlich Computer und Internet. Forschungsthemen reichen von abhörsicherer Kommunikation über Messungen mit bisher nie dagewesener Präzision bis zum Quantencomputer mit extrem hoher Rechenkraft.

Den symbolischen Spatenstich sollte eigentlich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst setzen, wie er selbst bei einem Gastvortrag beim Kongress „DigitaleZukunft@OWL“ vor zwei Wochen ankündigte. Weil er an Corona erkrankte, übernahm stattdessen diese Aufgabe Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. „Der Forschungsbau wurde durch den Wissenschaftsrat in drei Kategorien mit der Bestnote ‚herausragend‘ bewertet“, betonte NRW-Ministerin. „Das ist besser als eine Eins im Zeugnis.“

Die dafür maßgeblich verantwortliche Initiatorin, die Leiterin des Instituts, Prof. Christine Silberhorn, lobte sie in diesem Zusammenhang für ihre „Vorbildfunktion für alle Frauen in der Wissenschaft“.

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