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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Mittwoch: 52 Neuinfektionen – Inzidenz auf 62,7 gestiegen

Corona-Fälle in 15 Schulen und zehn Kindergärten

Paderborn (WB)

Derzeit sind im Kreis Paderborn in 15 Schulen und zehn Kindergärten einzelne Lehrkräfte, Schüler, Erzieher oder Kindergartenkinder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Kreis am Mittwoch in seinem täglichen Corona-Lagebericht mit. Keine der betroffenen Schulen ist demnach geschlossen.

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Ein Mitarbeiter eines Schnelltest-Zentrums nimmt bei einem Patienten eine Probe (Symbolbild). Foto: Federico Gambarini/dpa

Je nach Risikoeinschätzung wurden durch das Gesundheitsamt einzelne Klassen oder Lern- beziehungsweise Kindergartengruppen unter Quarantäne gestellt – auf Basis der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI). Eine Kindertageseinrichtung wurde komplett geschlossen. Am Montag waren noch zehn Schulen und neun Kindergärten betroffen.

In Nordrhein-Westfalen werden in der Corona-Pandemie immer mehr Stimmen laut, die vom Land eine erneute Schließung der Schulen fordern. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte am Mittwoch im WDR : Der Grundsatz laute, dass Unterricht in den Klassenräumen in Präsenz stattfinden solle, soweit das vertretbar sei. Bei einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen werde eine Verschärfung der Maßnahmen geprüft.

Eine der betroffenen Einrichtungen ist die Kath. KiTa St. Laurentius. Dort wurde eine Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilte der Gemeindeverband Kath. Kirchengemeinden Hochstift Paderborn heute mit. Es wurden insgesamt 17 Kinder und vier Mitarbeiter aus einer der drei Gruppen bis zum 30. März unter Quarantäne gestellt. Sollte das Ergebnis des PCR-Tests negativ ausfallen, wird die Quarantäne zurückgenommen. In den drei KiTa-Gruppen werden insgesamt 68 Kinder von 17 Mitarbeitern betreut.

Neue Fälle im Kreis

52 neue Corona-Fälle sind laut Kreis gegenüber dem Vortag hinzugekommen (Stand jeweils 11 Uhr). Aktuell sind 276 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus infiziert (Vortag: 224). Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt auf die zehn Kommunen: Paderborn (98), Büren (45), Delbrück (35), Lichtenau (21), Bad Wünnenberg (20), Salzkotten (17), Altenbeken (15), Bad Lippspringe (13), Hövelhof (8) und Borchen (4). Die Kreisverwaltung hatte am Dienstag 36 Neuinfektionen veröffentlicht.

Die Zahl der laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt nun 6907, die der Genesenen liegt bei 6492. 36 Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, 15 von ihnen intensivmedizinisch. 1702 Menschen befinden sich in Quarantäne. Unverändert 139 Menschen sind in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben.

17. März 2021: Gesamtzahlen seit Ausbruch der Pandemie. Foto: Kreis Paderborn

Inzidenzwert

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) weist – wie bereits berichtet – für den Zeitraum vom 10. bis zum 16. März eine Sieben-Tages-Inzidenz von 62,7 aus (Datenstand: 17. März, 0 Uhr). Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es in NRW um die Reduzierung von Schutzmaßnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 8. März 2021 gültigen Coronaschutzverordnung des Landes sind dabei die Werte von 100 und 50 (Blick auf sieben Tage) von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 62,7 - 58,1 - 55,2 - 54,9 - 50,7 - 42,9 - 40,3. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend steigen können. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Mittwoch bei 85,1 (Vortag: 82,9) und in Deutschland bei 86,2 (83,7). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 60,8 (66,3) – Hochsauerlandkreis 76,2 (73,1) – Höxter 38,5 (36,4) – Lippe 89,5 (80,0) – Soest 63,6 (67,6).

Impfzahlen

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Impfzentrum des Kreises Paderborn, in der Salzkottener Sälzerhalle, bis einschließlich Dienstag 12.849 Erstimpfungen (Montag: 12.586) und 2226 (2086) Folgeimpfungen gegeben. Durch mobile Teams sind bis einschließlich Dienstag 7437 Menschen (7437) geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 6086 Menschen (6086) erhalten. Die Alten- und Pflegeeinrichtungen im Kreis Paderborn sind durchgeimpft.

Hinweis auf www.corona-kvwl.de/impfbericht: „Das KVWL-eigene Berichtswesen zum Impfgeschehen wurde auf das bundesweit einheitliche digitale Impfquotenmonitoring des RKI umgestellt. Insofern finden Sie ab sofort in der Liste zu den Impfungen durch mobile Teams ausschließlich eine Gesamtsumme aller durchgeführten Erst- und Folgeimpfungen (hierzu zählen neben den Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen z. B. auch ambulante Pflegedienste und Rettungsdienste).“

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie in unserem Newsblog.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19. www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem nun die Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutzverordnung, die ab dem 8. März 2021 gilt. Darin:

§ 16: Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über einem Wert von 100 liegt, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug).. Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

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