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Steinbrucherweiterung in Niederntudorf

Grüne fordern Bürgerbeteiligung

Salzkotten (WB/sen)

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Salzkottener Stadtrat fordert eine Bürgerbeteiligung, bevor eine Entscheidung über das städtebauliche Einvernehmen zur Erweiterung des Steinbruchs in Niederntudorf getroffen wird.

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Der Niederntudorfer Steinbruch soll fast dreimal so groß werden wie bisher. Foto: Oliver Schwabe

Wie berichtet will die Unternehmensgruppe Reese das Abbruchgebiet auf 8,6 Hektar vergrößern und in den kommenden 16 Jahren rund 1,3 Millionen Kubikmeter Gestein abbauen. Bereits am Dienstag, 23. Februar, tagt dazu der Bau- und Planungsausschuss von 18 Uhr an in der Mensa der Gesamtschule.

Die geplante Erweiterung käme etwa einer Verdreifachung des jetzigen Abbaugebietes gleich. Ein derart schwerer Eingriff in das Landschaftsbild und den Naturhaushalt könne nach Ansicht der Grünen unmöglich ohne eine umfassende Bürgerbeteiligung erfolgen, heißt es in einer Pressemitteilung. Ebenso verweist Ratsmitglied Dr. Henrik Schlune auf bis zu 220 Lkw-Fahrten pro Tag, die in den nächsten 20 Jahren um und durch Tudorf rollen würden.

„Ein ähnlicher Verfahrensverlauf wie am Tempelweg, wo Anwohner und Politik beim Erteilen des städtebaulichen Einvernehmens gleichermaßen überrumpelt worden sind, darf sich nicht wiederholen. Erst recht nicht bei einem Vorhaben dieser Größenordnung“, so Schlune weiter.

Auch die Politik habe erst seit der vergangenen Woche die Möglichkeit, sich umfassend über das Vorhaben zu informieren, ergänzt der sachkundige Bürger Arne Kemper. „Unser erster Eindruck ist, dass die Nachteile für Natur und die Stadt überwiegen. Wir rechnen mit negativen Auswirkungen auf unseren ohnehin geschwächten Stadtwald, der durch eine neue Zufahrt zerschnitten wird und direkt an das Abbaugebiet grenzt“, so Kemper. Es gehe um eine Entscheidung, die Niederntudorf für die nächsten Jahrzehnte präge. Sollte der jetzige Entwurf des neuen Regionalplans in der Form rechtskräftig werden, könne sich die Abbaufläche sogar nochmals verdoppeln. „Im Grunde geht es am nächsten Dienstag auch um diese Frage“, so Kemper.

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