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Pfiffige Geschäftsidee: Brüder aus Niederntudorf lassen ihre Kunden im eigenen Garten schwitzen

Heiß begehrter Saunaspaß rollt an

Salzkotten-Nieder...

Saunagang war gestern. Heute macht sich die Sauna selbst auf den Weg – frei nach der Idee: Kann der Kunde nicht in die Sauna kommen, kommt die Sauna eben zum Kunden. Auf die Beine, oder besser auf die Räder, gestellt haben den rollenden Schwitzkasten zwei Brüder aus Niederntudorf. Ihre mobile Sauna ist heiß begehrt.

Marion Neesen

Hereinspaziert: Niklaus (links) und Waldemar Keller haben eine Idee ins Rollen gebracht, die bei Saungängern gut ankommt. Sie bringen den rollenden Schwitzkasten zum Kunden vor die Haustür oder in den Garten. Foto: Jörn Hannemann

Das familiengeführte Wellness-Institut Keller in Niederntudorf bietet seit 1997 unter anderem Gesundheitsmassagen, Fitnesskurse und den Besuch in seiner Salzgrotte an. Die Brüder Waldemar und Niklaus – beide aktiv im Footballteam der Paderborn Dolphins – kümmern sich dort normalerweise als Fitness- und Gesundheitsmanager sowie als Physiotherapeut um das Wohlergehen ihrer Kunden. Corona hat jedoch auch das Wellness-Institut der Familie Keller lahm gelegt. „Im ersten Lockdown haben wir uns bereits Gedanken gemacht, wie wir alternativ in einem zweiten weitermachen können“, berichtet Waldemar Keller. Vor fünf Jahren habe die Familie vor der Entscheidung gestanden, entweder eine Salzgrotte oder eine Sauna im Unternehmen einzurichten. Die Wahl fiel auf die Salzgrotte, sodass die Idee mit der Sauna nun erneut aufflammte. Und die gibt es bei den Kellers nun in zwei mobilen Versionen: Die kleinere ist für bis zu vier Personen, die größere für bis zu sieben Personen geeignet.

„Unsere mobile Sauna wiegt etwa zwei Tonnen und kann problemlos auf dem Anhänger transportiert werden“, erklärt Waldemar Keller. Zunächst hatten die Brüder ihr Angebot lediglich über Kleinanzeigen inseriert und nicht erwartet, so großen Zuspruch zu bekommen. Vier bis fünf Wochen muss man inzwischen aufs Saunavergnügen warten, der nächst freie Wochenendtermin ist erst Mitte März zu bekommen. „Die meisten Kunden mieten die Sauna für zwei oder drei Tage; manchmal auch als Überraschung oder Geburtstagsgeschenk“, so Keller. Auch über Weihnachten und Silvester waren die Saunahäuser unterwegs. Ob im Garten, vor der Haustür, oder in der Einfahrt – die Sauna lässt sich problemlos aufstellen, lediglich eine drei Meter breite Zufahrt ist notwendig.

„Eine Kundin hatte ihre Garage als Wellnessbereich hergerichtet, und davor haben wir die Sauna einfach angedockt“, erzählt Keller. Strom ist nur für das Licht notwendig; Holz und Aufguss werden im Rundum-Sorglos-Paket mitgeliefert. Ist der Ofen erst angeheizt, ist die Sauna in einer Stunde auf 70 Grad und betriebsbereit. Und wer nach dem Saunagang noch mehr Lust auf Wellness verspürt, kann den Whirlpool gleich mitbestellen.

„Die Leute vermissen einfach dieses Saunagefühl. Und außerdem ist der Saunagang ja auch gut für die Gesundheit“, weiß Waldemar Keller. Praktisch finden die Kunden außerdem, dass sie an keinen festen Termin oder eine Uhrzeit gebunden sind und einfach aus dem Homeoffice in ihren Garten zum Schwitzen in die Sauna spazieren können. 100 Euro pro Tag kostet die Sauna im Wochenendtarif. Anfahrtskosten von 1,50 Euro pro Kilometer kommen hinzu. Geliefert haben Waldemar und Niklaus Keller schon bis Dortmund und Herne, oft auch in den Bielefelder Raum. „Es ist ein echter Spaß, mit der Sauna über die Autobahn zu fahren“, sagt Waldemar Keller, „viele Leute winken, hupen, oder halten den Daumen hoch, wenn wir mit dem Haus auf dem Hänger unterwegs sind.“

Mit ihrer Idee haben die Keller-Brüder voll ins Schwarze getroffen. Die dritte, größere Sauna – diesmal mit Vorraum – wird in Niederntudorf bereits erwartet. Die Footballer gehen selbst auch gern in die Sauna, allerdings nur an trainingsfreien Tagen. Denn nach dem schweißtreibenden Football-Training oder einem Spiel bevorzugen sie den Eisbottich – das ist besser bei Prellungen und kleinen Verletzungen.

Die Kellers genießen gerne mal die Vorzüge eines Saungangs. Als Footballer bevorzugen sie nach dem Training aber den Eisbottich. Foto: Jörn Hannemann
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