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Im St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten operieren Chirurgen Knie- und Hüftgelenke mit höchster Präzision

Kollege Roboter nimmt‘s ganz genau

Salzkotten

„Er lässt mich alles selbst machen – außer Fehler“, sagt Dr. Lutz Mahlke über seinen neuen Kollegen. Er heißt Mako, kommt aus den USA und ist ein Experte für allerfeinste Feinmotorik.

Hanne Hagelgans

Die Chirurgen Dr. Marco Ezechieli (links) und Dr. Lutz Mahlke demonstrieren die Arbeit mit dem neuen „Mako“-Roboterarm am St.-Josefs-Krankenhaus. Foto: Jörn Hannemann

Als erste Kliniken im Kreisgebiet setzen das St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten und das St.-Vincenz-Krankenhaus Paderborn beim Einsetzen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken auf die Unterstützung modernster Robotertechnik. Die sogenannte Mako-Technik bietet ein deutlich höheres Maß an Präzision. „Der Roboter arbeitet präziser als die menschliche Hand es kann – und zwar 0,1 Millimeter genau“, erläutert der Paderborner Chefarzt Dr. Lutz Mahlke.

Etwa 15 Operationen haben er und PD Dr. Marco Ezechieli, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in Salzkotten, bereits gemeinsam mit dem „Mako“ absolviert. Eine ausführlichen Schulungsphase zur Vorbereitung hat bereits im Mai vergangenen Jahres begonnen. Immer mit am OP-Tisch steht außerdem ein Experte, der sich ausschließlich um den Roboter kümmert, damit die Chirurgen sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können.

Laut Jürgen Thau, Geschäftsführer der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH, sei das siebenstellige Investitionsvolumen eine große Herausforderung gewesen. Das Krankenhaus in Salzkotten ist eines von nur vier Einrichtungen in ganz NRW, diese diese Technologie hierfür aufbringen. Foto: Jörn Hannemann

Denn die Mediziner bleiben trotz der technischen Unterstützung stets die Herren des Verfahrens. Tage vor jeder Operation, bei der das virtuelle Assistenzsystem zum Einsatz kommen soll, wird ein CT geschrieben, anhand dessen ein virtuelles 3D-Modell des Gelenks erstellt und der Eingriff ganz genau geplant wird. So lassen sich Position und Ausrichtung der Prothese schon vorab exakt planen.

Auf dem Bildschirm des Mako ist schließlich im OP millimetergenau zu sehen, welcher Teil des Knochens abgetragen werden soll. Die Knochensäge führt aber nach wie vor der Chirurg. Der Roboter verhindert lediglich, dass er vorher festgelegte Schranken überschreitet und Weichteilen wie etwa Sehnen zu nahe kommt oder versehentlich auch nur millimeterkleine Bereiche des Knochens entfernt, die erhalten bleiben sollen. Dann schaltet er automatisch die Säge ab.

Patienten müssen also keine Sorge haben, dass der Computer die OP selbstständig ausführt. „Er ist eher mit einem Spurhalte-Assistenten im Auto zu vergleichen, der verhindert, dass man von der Straße abkommt“, veranschaulicht Dr. Mahlke.

Aktuell sind 20 Prozent der Patienten, die nach konventioneller Art am Kniegelenk operiert werden, mit dem Ergebnis nicht zufrieden, weil sie trotzdem noch unter Bewegungseinschränkungen oder sogar Schmerzen leiden. Dann muss noch einmal operiert werden. Die Ursache seien oft Prothesen, die nicht perfekt sitzen, weiß Dr. Ezechieli: „Für uns Chirurgen ist es Millimeterarbeit, sie optimal einzusetzen, und genau hierbei dient der Roboter als ein ausgezeichneter technischer Helfer.“

Auf dem Monitor sind Grenzen (grüne Linien) abgezeichnet, über die die Knochensäge nicht hinaus bewegt werden kann. Foto: Jörn Hannemann
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