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Communio-Preis für ihr Lebenswerk in Malawi

M. Klara Lüers von den Salzkottener Franziskanerinnen geehrt

Salzkotten

Nahezu ihr halbes Leben verbrachte Schwester M. Klara Lüers FCJM im ostafrikanischen Malawi. Für ihr dort geschaffenes Lebenswerk wurde die 80-jährige Ordensfrau der Franziskanerinnen Salzkotten nun in der Katholischen Akademie Schwerte mit dem „Communio-Preis für Dialog, Verständigung und Versöhnung“ ausgezeichnet.

Freuten sich über Ehrung: Bischof Heinrich Timmerevers (von links), Akademiedirektor Prälat Dr. Peter Klasvogt, die ausgezeichnete Schwester M. Klara Lüers, Miriam Schäfer und Fabian Kühnel von der Campus-Weggemeinschaft sowie Dr. Walter Vosberg von der Gesellschaft zur Förderung der Katholischen Akademie Schwerte. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

In ihrer Dankesrede wies Schwester M. Klara sofort darauf hin, dass es nicht allein ihr Werk sei, sondern ebenso das ihrer deutschen und indonesischen Mitschwestern sowie der zahlreichen Freunde und Förderer aus Deutschland und auch der Missionarinnen und Missionare auf Zeit, welche dort regelmäßig einen Freiwilligendienst leisten.

So war es mit Anna Klasen eine ehemalige Missionarin auf Zeit, die Schwester M. Klara für den Communio-Preis vorgeschlagen hatte. Die Auszeichnung verleihen die Gesellschaft zur Förderung der Katholischen Akademie Schwerte und die Campus-Weggemeinschaft an Persönlichkeiten, „die sich in herausragender Weise im Geist christlicher Wertorientierung um eine Kultur des Dialogs, der Verständigung und Versöhnung bemühen und zum Aufbau einer menschenwürdigen Gesellschaft in versöhnter Verschiedenheit beitragen“.

Schwester M. Klara ging 1984 für ihren Orden nach Malawi, zunächst um dort die Leitung eines Krankenhauses zu übernehmen. „Im Krankenhaus erlebten wir immer mehr, wie viele Eltern an Aids starben und die Kinder als Waisen zurückblieben“, beschreibt sie die damalige Situation. Die Kinder hätten dann auf den Feldern arbeiten müssen und keine Schulbildung mehr erhalten.

„So entstand die Idee, eine Schule für Aids-Waisen zu gründen und den Kindern auch eine emotionale Zuwendung zu geben“, erläutert Schwester M. Klara weiter. Bewusst habe man kein Internat geschaffen, damit die Kinder ihre Kontakte zur Dorfgemeinschaft nicht verlieren. 2002 gaben die Franziskanerinnen die Leitung des Krankenhauses ab und widmeten sich fortan den Hilfen für Aids-Waisen.

Inzwischen besuchen 1400 Kinder die Schule der Franziskanerinnen in Madisi, weitere 320 werden in einem Kindergarten betreut. Nicht alle von ihnen sind Waisenkinder, manche stammen auch aus besonders armen Verhältnissen. Aktuell engagieren sich die Schwestern in Madisi außerdem für den Bau von Brunnen und für weitere Hilfen in den Dörfern. „Es konnten bereits 38 Brunnen gebaut werden, welche die Menschen mit sauberem Wasser versorgen“, berichtete Schwester M. Klara.

In seiner Laudatio hob Bischof Heinrich Timmerevers hervor, dass bis heute insgesamt 6000 malawische Kinder und Jugendliche durch die Schule für Aids-Waisen eine Bildung erhalten hätten. Manchmal erscheine die Not jedoch wie ein Fass ohne Boden, aber Schwester M. Klara lebe in der tiefen Überzeugung, dass jeder Mensch ein Geschöpf Gottes sei und man immer etwas machen könne.

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