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Black Venus und Sari ziehen ihr Frauchen Daisy Melzer aus Salzkotten-Oberntudorf durch den Schnee

Mit dem Hundeschlitten zur Arbeit

Salzkotten (WB)

Während vielerorts etliche Berufstätige Probleme hatten, am Montag zur Arbeit zu kommen, hatte Daisy Melzer Hilfe von acht Pfoten und zwei Kufen. Die 47-Jährige ist am Montag mit ihrem Kickspark-Tretschlitten von ihren Wohnort Oberntudorf zu ihrer Arbeit in der Schule Haus Widey in Scharmede gefahren.

Matthias Wippermann

Die Schule Haus Widey im Hintergrund, zwei Kufen unter den Füßen: Daisy Melzer fährt mit ihren Europäischen Schlittenhunden durch den Schnee. Foto: Jörn Hannemann

Gezogen wurde sie dabei von ihren beiden Scandinavian Hounds (Europäischen Schlittenhunden) Black Venus und Sari, die auch als Schulhunde eingesetzt werden. „Das war schon sehr anstrengend – für die Hunde und für mich. Der Hinweg war noch in Ordnung, da es von Oberntudorf nach Scharmede bergab geht. Der Rückweg ist dann natürlich bergauf – und der Schnee tat sein Übriges“, berichtet die Sonderschullehrerin.

Sie nutzte für ihre Strecke Radwege, die waren voller Schnee. Zum Teil noch mehr als ohnehin schon, da die weiße Masse durch die Räumdienste von der Straße zusätzlich angehäuft wurde. „Die Strecke hin und zurück war für meine beiden Hunde schon eine Herausforderung. Am Dienstag kriegen sie erstmal eine Pause“, sagte Melzer, während es sich ihre Hunde auf dem beheizten Fußboden gemütlich machten. Zuvor hatte ihr Frauchen die Pfoten kontrolliert, alles in Ordnung.

18 Kilometer durch tiefen Schnee

Gut neun Kilometer liegen zwischen dem Wohn- und Arbeitsort von Daisy Melzer – macht also insgesamt 18 Kilometer durch tiefen Schnee. Normalerweise macht sie mit ihren beiden Europäischen Schlittenhunden zweimal die Woche Touren von sechs bis zwölf Kilometer, dann aber mit dem Dogscooter (ein Geländeroller, vorne mit einem 26-Zoll-Rad und hinten mit einem 20-Zoll-Rad).

Bei Black Venus (wird im April vier Jahre alt) und der sechsjährigen Sari handelt es sich um Scandinavian Hounds. „Das ist eine gezüchtete Mischung aus Alaskan Husky und Jagdhund. Die haben nicht so dickes Fell und sind somit geeigneter für unsere Breitengrade. Außerdem sind sie ein bisschen athletischer gebaut als der Siberian Husky, den man sonst so kennt“, sagt Melzer.

Sie hat noch einen dritten Hund, Flummi, einen etwa sechsjährigen spanischen Mischling, den sie in Spanien aus einer Tötungsstation gerettet hat. „Ich habe ihn immer zum Joggen mitgenommen, aber er bummelte nur herum und kam nicht mit. Ich habe ihn mir dann umgebunden, und er fing an zu ziehen“, erzählt Melzer. So begann sie, Canicross (Zughundesport) mit ihm zu betreiben. Sie kaufte sich ein Zuggeschirr und nahm im November 2017 an einem Schlittenhunderennen in der Senne bei den Joggern teil. „Da habe ich dann die Hounds gesehen“, sagt Melzer und es war um sie geschehen – bereits im April 2018 kam Black Venus dazu, im Februar 2019 Sari.

Vier Minuten pro Kilometer

Die beiden Europäischen Schlittenhunde wiegen jeweils 20 Kilogramm. Wenn sie vor dem Geländeroller gespannt sind, erreicht Daisy Melzer im Durchschnitt 25 Kilometer pro Stunde, als Spitzengeschwindigkeit auch schon mal 35 km/h. Am Montag benötigte sie mit dem Hundeschlitten durch den Schnee in etwa vier Minuten pro Kilometer. Ganz schön anstrengend das Ganze, ist aber an diesem ganz speziellen Montag vielleicht sogar die beste Fortbewegungsmethode gewesen.

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