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Marius Pötting betreibt in Scharmede einen Biohof und hofft auf den „Ceres Award“

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt

Salzkotten-Scharmede

Der Scharmeder Landwirt Marius Pötting (Vauß-Hof) hat gute Chancen, „bester Energielandwirt“ des Jahres zu werden. Der Biobauer hat sich um den mit 10.000 Euro verbundenen „Ceres Award“ der Fachzeitschrift „Agrar heute“ aus dem Deutschen Landwirtschaftsverlag beworben.

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Die Energie für seinen Betrieb erzeugt Marius Pötting selbst – mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach, einer Hackschnitzelanlage und einem Holzvergaser. Sein Leitbild ist eine solidarische Landwirtschaft. Foto: agrarheute

In der Kategorie Energielandwirt hat es Pötting mit zwei weiteren Kandidaten ins Finale geschafft.

Für den „Ceres Award“, der zum siebten Mal vergeben wird, konnten sich in den vergangenen Monaten Landwirte aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland in zehn Kategorien bewerben, teilte die Fachzeitschrift mit. In einer Gala am 24. März 2021 soll aus den zehn Siegern der Landwirt des Jahres 2020 ermittelt werden.

Marius Pötting wollte zunächst den elterlichen Hof nicht übernehmen und hat in Brasilien und Honduras gelebt. „Meine Arbeit bei den landlosen Bauern in Brasilien hat mein Leben verändert. Als Bauer habe ich es selbst in der Hand, wie ich wirtschafte“, betont er. Heute ist er selbst Bauer, weil er die Welt nachhaltig gestalten will. „Bei uns steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Das fängt beim Bauen mit Altstoffen an, bedeutet eine nachhaltige Energiewirtschaft und Landwirtschaft und mündet in einer solidarischen Landwirtschaft. Hier schließt sich ein Kreis: Die Verbraucher sind an den Produkten direkt beteiligt und auch in der Verantwortung, wie sie erzeugt werden“, beschreibt Pötting seine Philosophie.

Den Biohof betreibt er in einer Gemeinschaft mit 18 Personen, die zusammen leben und arbeiten. Standbeine des Betriebs sind die Mutterkuhhaltung, die Direktvermarktung eigener Produkte und solcher aus der Region. Die Energie für all das erzeugt der Betrieb selbst, entweder über ein Windrad, mehrere Photovoltaikanlagen, eine Hackschnitzelheizung oder einen Holzvergaser. Und was übrig bleibt, geht ins Netz oder versorgt ein Nahwärmenetz.

Der „Ceres Award“

Namensgeberin des „Ceres Award“ ist Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus, der Fruchtbarkeit, des Wachsens und Gedeihens. Initiator des Preises ist „Agrar heute“, eine nach eigenen Angaben führende überregionale Fachzeitschrift für Landwirte im deutschsprachigen Raum aus dem Hause dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Ideelle Partner des „Ceres Award“ sind die Agentur für Erneuerbare Energien, der Bund der Deutschen Landjugend, der Bundesverband Rind und Schwein, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Landfrauenverband, der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfung sowie der Verband der Landwirtschaftskammern. Schirmherr ist Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Für den „Ceres Award“ können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe im deutschsprachigen Raum bewerben, für die bäuerliche Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum sowie Verantwortungsbewusstsein für Mitmensch, Tier und Umwelt in ihrem täglichen Arbeiten prägend sind. Neben dem Gesamtsieger, dem Landwirt des Jahres, werden Sieger in den zehn Einzelkategorien Ackerbauer, Energielandwirt, Biolandwirt, Junglandwirt, Rinderhalter, Schweinehalter, Geflügelhalter, Manager, Unternehmerin und Geschäftsidee ausgezeichnet.

Wie innovativ landwirtschaftliche Betriebe heutzutage aufgestellt sind, betont Simon Michel-Berger, Chefredakteur der Zeitschrift: „Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, welche Nischen Landwirte für sich gefunden haben. Alle reden von Umweltschutz. Landwirte packen an und setzen ihre Ideen mit bäuerlichen Tugenden wie unternehmerischer Fleiß, Besonnenheit sowie der Zusammenarbeit mit anderen um.“

Zehn Jurorenteams besuchten und beurteilten die Finalisten im Laufe der vergangenen Monate auf ihren Höfen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aus Nordrhein-Westfalen sind Peter Zens aus Hürth in der Kategorie „Manager“ sowie Annika Ahlers aus Münster und Marianne Albersmeier aus Lippetal in der Kategorie „Unternehmerin“ ebenfalls nominiert.

Entscheidend für den Sieg sind nach Angaben der Fachzeitschrift nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie das Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur. Als Preisgeld winken dem Gesamtsieger 10.000 Euro für ein Projekt, das das Ansehen der Landwirtschaft in der Bevölkerung stärkt.

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