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Durchbruch: Schulerweiterung in Thüle auf den Weg gebracht

Neue Variante überzeugt

Salzkotten (WB). Das Wort Freude fiel im Schul-, Familien- und Sozialausschuss am Montagabend vor voll besetzten Rängen im Ratssaal auffällig oft. Das war nach dem öffentlichen Schlagabtausch im Vorfeld zur Erweiterung der Grundschule Thüle nicht zu erwarten. Eine dritte Planungsvariante stellt nun aber alle Beteiligten zufrieden. Den Erfolg, einen Konsens gefunden zu haben, reklamieren indes alle für sich.

Marion Neesen

Der Anbau soll versetzt an den nordwestlichen Teil des Schulgebäudes errichtet werden. Zwischenzeitlich war ein Anbau in der Verlängerung des Gebäudes ins Spiel gebracht worden. Dann hätten zahlreiche Fenster zugemauert werden müssen.

Um schon nach den Sommerferien mit einer Offenen Ganztagsschule (OGS) starten zu können, werden zunächst die Kellerräume im Schulgebäude hergerichtet. In einem zweiten Bauabschnitt wird ein zweigeschossiger Anbau an der nordwestlichen Seite entstehen. Soweit entspricht diese Lösung der ursprünglich von der Verwaltung vorgestellten Planung. Es wird aber Unterschiede geben. Im Souterrain des Anbaus soll eine Mensa Platz finden, ein Aufzug wird sofort berücksichtigt und nicht nur das Obergeschoss, sondern auch die unteren Räume bedienen.

Das Zünglein an der Waage haben scheinbar Jugendliche des Ortes, die nicht in Vereinen organisiert sind und einen Kellerraum in der Schule nutzen, ausgemacht. Der Jugendraum war ursprünglich im Neubau vorgesehen. „Am Jugendraum im Schulkeller hängen aber offenbar so viele Emotionen, dass die Jugendlichen lieber dort bleiben und nicht umziehen wollen“, berichtete Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier von Gesprächen mit den jungen Leuten. Damit wurde der Raum im Anbau frei für die Mensa. Gleichzeitig haben sich Schulleitung und Betreuungsverein darauf verständigt, dass beide den Raum über der Mensa zeitversetzt nutzen können. Somit stehen der OGS inklusive Multifunktionsraum etwa 500 Quadratmeter Nutzfläche (bisher 110 Quadratmeter plus ein Raum im Bürgerhaus) zur Verfügung.

Nicht ohne Nebengeräusche

Ganz ohne Nebengeräusche verlief der Abend dennoch nicht. Ausschussvorsitzender Norbert Menke (CDU) stellte die Sitzung unter das Thema „Besser miteinander reden, als voneinander hören“ und spielte damit auf die öffentliche Kritik von FDP, Grünen und Linken an. Diese hatten der Verwaltung Intransparenz und ein falsches Spiel vorgeworfen. Die Dorfgemeinschaft und alle Beteiligten seien nicht angemessen in die Planungen und Entscheidungsprozesse einbezogen worden.

Die CDU-Fraktion betonte, dass die Vorgehensweise die gleiche gewesen sei wie bei allen anderen Projekten im Stadtgebiet auch: Zunächst sei eine Planung erstellt und dann mit den Nutzern besprochen worden. Dass der Eindruck erweckt worden sei, bei der Planung habe es zu viele Verlierer gegeben, hielt Thüles Ortsvorsteherin Marietheres Strunz (CDU) für „anmaßend und falsch“: „Die Planungsschritte wurden von der Verwaltung detailliert vorgestellt. Alle Beteiligten hatten die Möglichkeit, ihre Verbesserungsvorschläge einzubringen.“

Sie freue sich über die baldige Verbesserung und Erweiterung für die OGS. Es sei nicht selbstverständlich, dass 800.000 Euro in eine solche Maßnahme investiert würden. Es sei gemeinsam gelungen, eine lösungsorientierte Planung zu verabschieden, die zu bauen, zu betreiben und zu bezahlen sei. „Ich bin überzeugt: Alle, die diese Räume künftig nutzen werden, sind Gewinner“, so Strunz. Sowohl Schulleiterin Renate Leutnant als auch Katharina Heuck von der Betreuten Grundschule bekräftigten in der Sitzung, das Resultat der Planungen und Gespräche sei gewinnbringend und zukunftsträchtig. Paul Weitkamp (Linke) freute sich ebenfalls über den aus seiner Sicht nun doch vollzogenen Neustart. „Das ist genau das, was wir gefordert haben“, sagte Weitkamp. Sein Antrag, die nun veränderte Planung erst in den Fraktionen zu besprechen, wurde aber abgelehnt.

Kernsanierung beginnt im Februar

FDP-Chef Christoph Sonntag hob hervor, dass erst die Alternativplanung seiner Fraktion eine Diskussionsgrundlage geschaffen hätte. Andernfalls wäre die Ursprungsplanung, in der er „erhebliche“ Mängel ausgemacht hatte, realisiert worden. „Speisen und Getränke hätten ins Obergeschoss geschafft werden müssen, die Hälfte der Räume wäre nicht barrierefrei zugänglich gewesen. Wir haben jetzt eine ganz andere Lösung. Wenn ich mich dafür vorab öffentlich beschimpfen lassen muss, hat sich die Kraftanstrengung gelohnt“, sagte Sonntag. „Sie schmücken sich mit Federn, die ihnen nicht zustehen. Da überschätzen Sie sich“, konterte Theo Flottmeier (CDU). Die jetzige Lösung sei aus Gesprächen hervorgegangen, man habe sich zusammengesetzt und eine Konzeption erarbeitet.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Schulkonferenz soll mit der Kernsanierung der Kellerräume im Februar begonnen werden.

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