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Szenario am Krämer- und am Römersee in Salzkotten-Mantinghausen

Übung mit mehr als 100 Aktiven: Feuerwehrleute als Fischretter erfolgreich

Salzkotten-Mantingahusen

Mehr als 100 Feuerwehrleute aus dem Kreis Paderborn haben am Krämer- und am Römersee im Salzkottener Stadtteil Mantinghausen den Umgang mit Folgen der Klimakrise geübt. Die Aufgabe, ein katastrophales Fischsterben zu verhindern, wurde am Samstag erfolgreich gelöst.

Am Römer- und Lippesee in Salzkotten-Matinghausen waren mehr als 100 Feuerwehrleute bei einer Übung im Einsatz. Foto: Nils Kunzemann/VdF

Das angenommene Szenario der Übung: Durch eine lange Trocken-  und Hitzeperiode, haben sich im Römersee Algen explosionsartig vermehrt, der Sauerstoffgehalt ist zu niedrig und ein Teil der Fische bereits verendet.  Experten der Umweltbehörde und der Unteren Wasserbehörde empfehlen als Sofortmaßnahme eine Belüftung der Teiche durch massives Umwälzen von Wasser, um die Saueraufnahme zu erhöhen.

Für die Feuerwehr heißt das: große Mengen Wasser aus dem Krämersee abpumpen und zum benachbarten Römersee fördern. Über mehrere Monitore, die rings um den See platziert werden, wird das Wasser in die Luft gepumpt, um Sauerstoff zu binden. Das angereicherte Wasser fließt dann in den Römersee.

Um 7.42 Uhr setzen sich der Verband Paderborn mit 40 Einsatzfahrzeugen der Löschzüge 33 und 34 der Bereitschaft 03 für die überörtliche Hilfe im Regierungsbezirk Detmold sowie der Wasserförderzug im Kreis Paderborn an der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden in Bewegung. Um 8.37 treffen sie in Mantinghausen ein. Nach der Lageeinweisung durch Verbandführer Andreas Müller aus Büren wird das Hytrans Fire System (HFS) in Stellung gebracht, um 12.000 Leiter pro Minute am Krämersee zu abzupumpen. Per 150-Millimeter-Schlauchleitung wird das Wasser zu einem Zwischenspeicher geleitet. Unterstützt wird die „Superpumpe“ von acht Feuerwehrlöschpumpen von Löschfahrzeugen und Tragkraftspritzen

Der Logistikzug 35 stellt gemeinsam mit der Einsatzeinheit 04 des Deutschen Roten Kreuzes die Versorgung mit Betriebsstoffen und die Verpflegung der Einsatzkräfte am Bürgerhaus in Mantinghausen sicher. 

Bei einem Realeinsatz, der auf drei Tage angelegt wäre, hätten die Logistiker sich außerdem auch um die Unterbringung der Helfer kümmern müssen.

Unter den Augen von Landrat Christoph Rüther, Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger und den Wehrführern aus dem Kreis Paderborn klappten sowohl der Marsch der Fahrzeuge als auch der technische Part in der Lippeniederung wie am Schnürchen.

„Das geplante Übungsziel von 72 Stunden Einsatzdauer wäre ohne Probleme machbar gewesen, denn alle teilnehmenden Einheiten griffen wie Zahnräder ineinander“, sagte Kreisbrandmeister Elmar Keuter. „Wir sind vorbereitet, die Natur wird es uns danken“, fügt er zufrieden hinzu.  Die Übung greife ein aktuelles Thema auf und mache zugleich deutlich, dass die Feuerwehr auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu Hause sei.

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