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Katholische Kirche in Mantinghausen wird umfangreich renoviert

Vom Boden bis zum Dach

Salzkotten-Mantinghausen (WB). Seit gut acht Monaten laufen die Renovierungsarbeiten an und in der Pfarrkirche Mantinghausen. Inzwischen ist die Dacheindeckung erneuert worden und auch im Innenbereich hat sich einiges getan. Ziel der Kirchengemeinde ist es, ab Weihnachten wieder Gottesdienste in der Kirche feiern zu können.

Hans Büttner

Die katholische Kirche in Mantinghausen wird seit gut acht Monaten umfangreich renoviert. Eingeplant sind für die vielen Maßnahmen 850.000 Euro, die zu zwei Dritteln vom Erzbischöflichen Generalvikariat getragen werden. Foto: Hans Büttner

Fast dreißig Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem die dem St. Antonius Einsiedler geweihte katholische Kirche in Mantinghausen letztmalig umfangreich renoviert wurde. Dass diese Zeit an dem Kirchengebäude und seiner Einrichtung nicht spurlos ­vorüber gegangen ist, zeigte sich im zunehmenden Maße.

Wasserschäden und Kerzenruß

Besondere der Kirchenraum hatte durch Wasserschäden und Kerzenruß Schaden genommen. Aber auch die technische Ausstattung bedurfte einer gründlichen Sanierung. „Uns war klar, dass an unserer Kirche ein dringender Handlungsbedarf bestand“, sagt Kirchenvorstandsmitglied An­dreas Schwamborn.

In enger Absprache mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat, dem beauftragten Architekturbüro Kellner aus Delbrück sowie der Denkmalbehörde wurde Notwendiges, Wünschenswertes und Machbares erörtert.

Undichtes Kirchendach

Schnell wurde deutlich, dass besonders das geschieferte Kirchendach ein großes Problem darstellte. Die Eindeckung der mehr als 100 Jahre alten Kirche war an mehreren Stellen undicht; Regenwasser drang nicht nur bis in die Wände des Kirchenbereiches ein, auch die Holzunterkonstruktion hatte an manchen Stellen schon gelitten.

Kirchenvorstandsmitglied Andreas Schwamborn im Innenraum der leer geräumten Kirche. Hier sollen demnächst Fliesen verlegt werden, die dem Aussehen der ursprünglichen Fliesen gleichen. Foto: Hans Büttner

Ein Fachunternehmen aus dem Sauerland wurde mit der Behebung der Schäden und der neuen Beschieferung des Kirchendachs beauftragt. In diesem Zusammenhang wurden auch die Fensterbänke mit Kupferblechen abgedichtet.

Gasheizung ersetzt Öl-Heizungsanlage

Damit nicht genug: Auch die Öl-Heizungsanlage war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den erforderlichen Ansprüchen. „Mit dem Einbau der neuen Gasheizung wurde auch gleichzeitig die Be- und Abluftregelung des Kircheninnenraums modernisiert“, sagt Andreas Schwamborn. So werden sich bei Bedarf Teile der großen Kirchenfenster im Kirchenraum automatisch öffnen oder schließen.

Einer Baustelle gleicht derzeit der Innenbereich der Kirche. Die Bänke sind ausgeräumt, Altar, Taufbecken und Orgel sind verhüllt und im hintern Bereich ist der Fußboden aufgerissen.

„Hier war nur ein einfacher Bodenbelag, den haben wir in Eigenleistung aufgenommen. Hier sollen demnächst Fliesen verlegt werden, die den originalen Fußbodenfliesen gleichen“, erklärt Andras Schwamborn. Dieser hintere Kirchenbereich erhält nach der Fertigstellung auch eine neue Funktion: Statt Bänken werden hier Stühle aufgestellt, und an der Innenwand der ‘Frauenseite’ soll demnächst ein neuer Altar stehen.

Damit ist die Möglichkeit gegeben, auch bei einer geringen Anzahl von Gläubigen eine würdevolle heilige Messe zu feiern. Zudem können hier Besprechungen, wie etwa die Kommunion- oder Firmvorbereitungen oder auch Taufgespräche, in ansprechender Atmosphäre stattfinden. Einen neuen Platz finden soll in dem hinteren Kirchenbereich auch das Taufbecken.

Kirchenbänke werden neu gepolstert

Besonderes Feingefühl ist bei der Renovierung der Kirchen­innenwände und der Restaurierung der Bemalung gefragt. Nach der Beseitigung des Kerzenrußes und der Wasserschadstellen werden die Beschädigungen durch Restauratoren so aufgearbeitet, dass der vorhandene Farbanstrich zwar aufgefrischt, aber erhalten bleibt.

Die dadurch erfolgte Aufhellung des Kirchen- und des Chorraums wird durch den Austausch von Leuchtmitteln auf LED und dem Reinigen der Kirchenfenster zusätzlich verbessert.

Einhergehend mit diesen Arbeiten, werden auch die Kirchenbänke neu gepolstert, die Elektrik teilweise erneuert und erweitert, die Orgel restauriert und die Beschallung verbessert. Alles in allem sind für die Kirchenrenovierung Kosten in Höhe von 850.000 Euro eingeplant. 75 Prozent der Kosten werden vom Erzbischöflichen Generalvikariat übernommen.

Die Kirche in Mantinghausen gehört zu den jüngeren Kirchenbauten im Bistum Paderborn. Zwar hatte Mantinghausen seit 1767 eine Kapelle, aber eben keine Kirche. Diese wurde dann im Jahr 1909 in einer Bauzeit von sieben Monaten errichtet. Zum Allerheiligenfest 1909 erfolgte die offizielle Inbetriebnahme. Es fehlten zwar noch Orgel und Glocken, aber die folgten bald. Der Kirchenbau hat damals 52.000 Mark gekostet. Darin enthalten war auch die Anschaffung des Inventars. Zur Finanzierung der Kirche wurden neben Spendensammlungen auch Kirchenkollekten in allen Kirchen im Bistum Paderborn durchgeführt. Die Kirche hat rund 200 Sitzplätze.

Die Kirchengemeinde St. Antonius Einsiedler Mantinghausen gehört zum Pfarrverbund Salzkotten. Rund zwei Drittel der 1000 Einwohner Mantinghausens sind katholischen Glaubens.

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