1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kreis Paderborn
  6. >
  7. Schüler lernen jetzt an Tablets

  8. >

Verein Medien und Technik für Kinder und Jugendliche hilft in der Villa beim Umgang mit digitalen Medien

Schüler lernen jetzt an Tablets

Paderborn

Seit 2012 führt der Verein Medien und Technik für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit der Universität Paderborn verschiedene Projekte durch. Schülern wird die Teilhabe an der medialen Gesellschaft ermöglicht. In Kooperation mit dem Arbeitsbereich Medienpädagogik und empirische Medienforschung von Prof. Dr. Dorothee Meister haben auch in diesem Jahr wieder Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen der Stadt Paderborn von 9 bis 16 Jahren an vier Samstagen im September Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erlernt.

Von

Heike Masan, Martina Kirchhoff und Dr. Dietlinde Stroop (von links) unterstützen Kinder und Jugendliche beim Umgang mit digitalen Medien. Foto: PM

Das jährlich stattfindende „Paderborner Recycling Projekt“ (pb.re.pc), bei dem alte Rechner aufbereitet und nach einer Schulung an Kinder und Jugendliche verteilt wurden, konnte in diesem Jahr erstmalig durch eine Tablet-Schulung ersetzt werden. Diese Umsetzung wurde möglich, weil die Schulen und somit auch Schüler im Paderborner Stadtgebiet mit digitalen Geräten ausgestattet wurden. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Schulen können diese neue Aufgabe gerade jetzt nicht so schnell umsetzen, da dies erst in den Lern- und Stundenplänen langsam verankert werden kann und neben vielen anderen Aufgaben, welche Corona mit sich bringt, wenig Zeit für diese Lerninhalte lässt.

Kinder und somit jüngere Klassen haben zwar den Zeitvorteil, dass sie in den kommenden Jahren gezielt begleitet werden, aber im Moment muss auch diese Lücke bei vielen Schülern geschlossen werden. Jugendliche aus höheren Klassen kennen sicherlich viele Systeme, müssen sich jetzt aber auch an (teilweise) andere Systeme herantasten, weshalb auch von diesen das Workshop-Angebot genutzt wurde. Die dreistündigen Lernabschnitte fanden mit dem Ziel, den Kinder und Jugendlichen eine optimale Hilfestellung beim Erwerb von Medienkompetenz zu ermöglichen bzw. zu festigen, im Jugendzentrum „Die Villa“ in Schloß Neuhaus statt. In der Villa wurde schon vor Corona viel Wert auf eine digitale Ausstattung gelegt, weil der Bedarf an medialer Bildung vorhanden war und weiterhin besteht. Wurden früher neben der Kompetenzvermittlung auch Endgeräte im Jugendtreff zur Verfügung gestellt, ist inzwischen ein heterogener Mix an Geräten entstanden. Martina Kirchhoff, Leiterin des Jugendtreffs, führt aus: „Die Villa als Haus der offenen Tür sieht sich als Bindeglied zwischen Schule und Freizeit, weshalb hier nicht nur auf die Nutzung der Tablets eingegangen werden kann, sondern an den Desktoprechnern auch weiterhin zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung stehen.“ Diese heterogene Medien- und Programmlandschaft wird die Kinder und Jugendlichen nicht nur in ihrem späterem Privatleben begleiten, sondern auch einen großen Teil ihrer Arbeitswelt ausmachen.

Aufgrund der schnellen Einführung und des vorhandenen Gerätemixes stoßen alle Beteiligten an ihre Grenzen, weshalb das Angebot der Tabletschulung (an eigenen und geliehenen Geräten) auch gerne und erfolgreich angenommen wurde. Vereinsvorsitzende Heike Masan erklärt: „Durch unsere lange Erfahrung bei pb.re.pc wissen wir, dass kleine Hürden unüberwindbar scheinen und vielfältige Ängste nicht zur Teilnahme oder Teilhabe an einer immer digitaler werdenden Welt führen.“ In diesem Jahr nutzte der Verein erstmalig für alle Teilnehmer Tablets für die Schulung. Da der Verein nicht über einen Pool von Tablets verfügt, konnte eine neue Kooperation mit der Lernstatt in Vertretung durch Frau Dr. Dietlinde Stroop, Referentin Medienbildung der Bezirksregierung Detmold, dabei helfen, eine Lücke zwischen fehlender Hardware und dem Workshop Angebot zu schließen. Heike Masan führt fort: „Aufbauend auf eine neunjährige Schulungsbasis vom pb.re.pc-Projekt sind wir zu dieser neuen Umsetzung gelangt. Sahen wir 2012 noch die Vergabe des Rechners als Ziel, ist uns schnell bewusst geworden, dass der Weg bzw. die Schulung das eigentliche Ziel darstellte.“

Dabei kam auch den freiwilligen Helfern, bestehend aus Studenten der Universität Paderborn, welche ein Praktikum damit absolvierten, eine große Aufgabe zu. Waren Lerninhalte in der Vergangenheit an die Arbeitsweise der Schulen hin ausgelegt, konnten nun erstmalig neue Horizonte erschlossen werden. Die Teilnehmer haben anhand einer Projektarbeit „Videodreh“ die verschiedenen Kompetenzen vertieft. Digitale Mind-Maps nutzten die Teilnehmer, um Ideen zu visualisieren. In Officeprogrammen wurden die Ideen zu einem Ablaufplan zusammengeführt. Schnitt- und Bildbearbeitungsprogramme können nun auch für eine bessere Übermittlung von Hausaufgaben genutzt werden. Da dies nur ein Anfang für die Erschließung neuer Inhalte sein könne, will der Verein sein Angebot erweitern.

Startseite
ANZEIGE