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Technischer Fortschritt macht Standorte für Investoren interessanter

Stehen auch in Delbrück und Hövelhof bald mehr Windräder?

Delbrück/Hövelhof

In keiner anderen Region Deutschlands drehen sich im Verhältnis zur Fläche so viele Windräder wie im Kreis Paderborn. Inzwischen sind es mehr als 525 – mehr als im gesamten Bundesland Baden-Württemberg.

Von Per Lütje

Auf den Gebieten in Delbrück und Hövelhof könnte sich die Anzahl der Windenergieanlagen mittelfristig erhöhen Foto: Jörn Hannemann

Doch nur ein Bruchteil der Anlagen stehen in Hövelhof und Delbrück. Wie kommt das eigentlich? Diese Zeitung hat bei den entsprechenden Stellen nachgefragt.

Auf dem Gebiet der Stadt Delbrück sind sechs Windenergieanlagen installiert, davon drei bei Westenholz nördlich und östlich des Gewerbegebietes Western Wiesen an der Grubebachstraße und drei weitere hinter Ostenland neben der Hövelhofer Straße an der Stadtgrenze zu Hövelhof. In der Sennegemeinde sind es gerade mal zwei. „Natürlich hat das mit der Windhöffigkeit zu tun. Auf der Paderborner Hochebene ist mehr Wind als in der Ebene in Delbrück und Hövelhof“, sagt Lasse Tigges, Prokurist in der Planungsabteilung bei Westfalen-Wind. Zudem sei gerade der Raum Delbrück sehr zersiedelt, so dass nicht viele Bereiche übrig blieben, um dort Anlagen bei Wahrung der Abstandsgrenzen zu installieren. „Eine einzelne 250 Meter hohe Anlage kostet inklusive Anschluss an das Netz mehr als sieben Millionen Euro. Es ist natürlich wirtschaftlicher, wenn man einen Windpark mit mehreren Anlagen betreiben kann, denn allein die Anschlusskosten kosten 350.000 Euro - sowohl für eine als auch für drei Anlagen“, erläutert Tigges.

Das Unternehmen Westfalen-Wind betreibt bislang keine Anlage auf Delbrücker oder Hövelhofer Gebiet, doch das könnte sich ändern. So seien mittlerweile auch „1B-Standorte“ interessant, da die Windräder immer größer würden. Lasse Tigges: „Alte Anlagen können bei einem lauen Sommerlüftchen von 4,5 Meter Wind pro Sekunde gerade einmal ihren Eigenstrombedarf decken, moderne Anlagen können dann 500 KW Strom erzeugen.“ Die Erfolgsformel laute: Rotordurchmesser mal Turmhöhe. Denn je größer der Rotor und je höher die Anlage, um so mehr Wind könne die Windenergieanlage abschöpfen. Einen weiteren Anreiz bietet die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, die dem Investor bei einem schlechteren Standort einen höheren Ausgleich bietet – sprich Strom aus einem benachteiligten Standort wird höher vergütet als Energie, die an einem 1A-Standort erzeugt wird.

Lasse Tigges beschreibt Delbrück und Hövelhof als „nicht das gelobte Land“, doch könnten auch dort Anlagen wirtschaftlich betrieben werden. Konkrete Planungen seitens Westfalen-Wind gebe es nicht beziehungsweise seien noch nicht spruchreif – gut möglich also, dass zu den insgesamt acht Anlagen im Raum Delbrück/Hövelhof mittelfristig weitere hinzu kommen.

Christiane Rolf als Sprecherin der Stadt Delbrück bestätigt, dass es vermehrt Anfragen für neue Planungen und potenzielle Investoren auf der Suche nach Flächen in der Stadt Delbrück gebe. In Delbrück seien 0,32 Prozent des Stadtgebiets als Vorrangzone für Windenergieanlagen ausgewiesen. Zwei befinden sich bei Westenholz und zwei bei Ostenland.

In der Gemeinde Hövelhof sind nach Angaben von Sprecherin Ricarda Michels sogar nur 0,2 Prozent des Gemeindegebietes für Windkraft ausgewiesen. Die beiden vorhandenen Anlagen befinden sich an der Detmolder Straße. Weitere Anträge für Windräder lägen nicht vor.

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