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Autos, Häuser, Oberleitungen und Flughafen-Dach beschädigt – Straßen gesperrt – Züge  ausgefallen

Sturm: Zahlreiche Bäume im Kreis Paderborn umgestürzt – Photovoltaikanlage vom Dach geweht

Paderborn/Büren/Delbrück/Altenbeken

 Bilanz des Sturms im Kreis Paderborn: Zahlreiche Bäume stürzten um – auch auf Autos, Häuser und Oberleitungen, Straßen wurden gesperrt, Züge fuhren nicht. In Paderborn hat eine vom Dach gewehte Photovoltaikanlage einen Gesamtschaden von rund 30.000 Euro verursacht. Teile der Anlage hätten dabei ein parkendes Auto getroffen, sagte ein Sprecher der Polizei Paderborn. Die Feuerwehr habe die Anlage gesichert.  Am Flughafen Paderborn/Lippstadt in Büren-Ahden seien Sachschäden am Dach entstanden.  

Von Lars Rohrandt, Jörn Hannemann, Marion Neesen, Franz Köster, Axel Langer, Christian Müller, Alexander Gionis, Marius Thöne und dpa

Ein Baum bohrte sich mit seiner Krone durch das Dach eines Mehrfamilienhauses am Thuner Weg in Paderborn, der Stamm zerstörte zwei Autos einer Familie. Foto: Franz Köster

160 Einsätze, davon knapp 100 Einsätze wegen sturmbedingter Gefahrenstellen, hat die Polizei im Kreis Paderborn in der Nacht zu Donnerstag von 23 Uhr bis 8 Uhr bewältigt. "Bislang kam es nur zu Sachschäden, Personen wurden nicht verletzt", berichtete Polizeisprecher Michael Biermann in einer ersten Bilanz am Donnerstagvormittag.  Am Vormittag und am Nachmittag kamen noch rund weitere 30 Sturmeinsätzte hinzu. Dabei gab es auch die erste und bisher einzige verletzte Person – eine Autofahrerin wurde bei einem Verkehrsunfall verletzt. An vielen Stellen gab es Verkehrsbehinderungen durch Bäume, Äste oder andere Hindernisse. Auch Gehwege wurden wegen herabwehender Dachpfannen gesperrt.

Die meisten Gefahrstellen gab es wegen umgestürzter Bäume oder anderer Hindernisse auf den Straßen. Die Feuerwehr sei deswegen im Dauereinsatz gewesen.  Zurzeit laufen weitere Einsätze wegen der Sturmgefahren, hieß es von der Polizei noch am Vormittag. Biermann: "Nicht alle Gefahrenstellen können sofort gesichert und beseitigt werden." Es könne kurz-, aber auch längerfristig zu weiteren Straßensperrungen kommen. Waldreiche Strecken sind besonders gefährdet. Die Polizei rät zu besonders vorausschauender Fahrweise.

Appell der Polizei

Auch am Donnerstagtnachmittag kam es weiter zu Verkehrsbehinderungen, weil an vielen Stellen noch Bäume beseitigt oder gesichert werden mussten. Auch am Freitagvormittag sind Straßen im Kreis Paderborn weiterhin gesperrt (siehe weiter unten Liste der gesperrte Straßen).

Das Sturmtief habe die Feuerwehren in der Nacht auf Trab gehalten, bilanzierte der Kreis Paderborn später,  am frühen Donnerstagnachmittag. Die Einsatzkräfte rückten zu insgesamt 145 Einsätzen aus, die meisten davon in den Städten Delbrück und Paderborn. Am Flughafen seien Teile des Daches abgerissen worden. "Zum Glück wurde niemand verletzt."

Flughafen Paderborn/Lippstadt vom Orkan betroffen

Die Bahnstrecke "Altenbeken – Warburg" wurde laut Kreis wegen umgestürzter Bäume komplett gesperrt. "Ein umgestürzter Baum hatte eine Oberleitung getroffen und Rauch ausgelöst", teilte die Gemeinde Altenbeken mit, wo es insgesamt sechs Einsätze gab. Aufgrund einer Meldung über Rauchentwicklung im Schützenweg waren zunächst alle drei Löschzuge der Freiwilligen Feuewehr am Morgen in den Driburger Grund ausgerückt (zu Störungen weiterer Bahnstrecken siehe unten). Der Brand wurde, so die Paderborner Polizei am Nachmittag, gegen 8.20 Uhr gemeldet und der Einsatz von der Bundespolizei übernommen. "Drei Bäume waren in die Oberleitung der Bahnstrecke gefallen und hatten Feuer gefangen."

Nach kurzer Wetterberuhigung müsse ab Freitagnachmittag bis Samstagmorgen mit orkanartigen Böen gerechnet werden. Details seien noch unsicher, so der Deutsche Wetterdienst. Die Leitstelle und Feuerwehren im Kreis Paderborn bleiben vorbereitet, teilte der Kreis weiter mit. Es müsse weiter mit herabstürzenden Ästen, Dachziegeln oder Gegenständen gerechnet werden. Der Aufenthalt im Freien sollte bei Sturm weiterhin möglichst vermieden, Wälder und Parkanlagen nicht betreten werden. Bewegliche Gegenstände im Freien wie beispielsweise Mülltonnen sollten gesichert werden.

Bei Salzkotten-Weltsöden und Delbrück-Lippling stürzten laut Polizei Bäume auf Oberleitungen. Dabei wurden Telekommunikationsleitungen gekappt. Am Sehrtweg in Borchen-Etteln landete ein kippender Baum auf einer Überlandleitung.

Eine Photovoltaikanlage wurde in Paderborn vom Dach geweht. Teile von ihr trafen ein Auto. Foto: Feuerwehr Paderborn

Wie berichtet, fiel in ganz NRW am Donnerstag die Schule aus. Und Kita-Kinder sollten möglichst zuhause bleiben. Der Kreis Paderborn wappnete sich am Mittwoch für die angekündigten Orkanböen: So wurde die Leitstelle personell aufgestockt. 

In Paderborn kippten Bäume auf Autos – wie hier am Schlewiger Weg. Foto: Polizei Paderborn

Ein Schwerpunkt des Sturms lag im Münsterland und in Ostwestfalen. Die aktuelle amtliche Warnung vor schweren Sturmböen gilt für den Kreis Paderborn derzeit bis 15 Uhr (Stand 12 Uhr); sie wurde heruntergestuft. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schreibt: "Es treten schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 75 km/h (21m/s, 41kn, Bft 9) und 90 km/h (25m/s, 48kn, Bft 10) aus westlicher Richtung auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit schweren Sturmböen um 100 km/h (28m/s, 55kn, Bft 10) gerechnet werden." Für 15 bis 18 Uhr gilt dann nur noch eine Warnung vor Sturmböen.

Schweren Sturmböen: Hinweise des DWD auf mögliche Gefahren

Für den Zeitraum von Freitag, 18. Februar, 19 Uhr bis Samstag, 19. Februar, 4  Uhr, gibt es derzeit (Stand 12 Uhr) eine Unwetter-Vorabinformation "Orkanböen": "Am Freitag nähert sich von Westen her ein weiteres Orkantief Deutschland. Im Tagesverlauf frischt der Südwestwind kräftig auf und erreicht am späten Nachmittag bereits Sturmböen. Am Abend und eingangs der Nacht zum Samstag nimmt der Wind weiter zu und erreicht Böen zwischen 90 und 110 km/h, stellenweise sind auch Orkanböen um 120 km/h aus westlichen Richtungen nicht ausgeschlossen. Im Bergland treten voraussichtlich von Freitagabend bis Samstagmorgen Orkanböen zwischen 120 und 140 km/h auf, auf freien Gipfellagen sind extreme Orkanböen bis zu 170 km/h nicht ausgeschlossen. In der zweiten Nachthälfte zieht das Starkwindfeld ostwärts weiter und der Wind lässt deutlich nach."

Das Unternehmen kachelmannwetter.com gab folgende Werte für den Kreis Paderborn an (Donnerstag, jeweils 0.40 Uhr): Bad Lippspringe 83 km/h und Haaren 102 km/h.  In Warburg waren es 91 und  in Rietberg-Bokel. Auch im Tagesverlauf sollte der Sturm kaum abflauen. 

Straßen gesperrt

Die Paderborner Polizei veröffentlichte bei Facebook eine Liste der aufgrund umgestürzter Bäume gesperrten Straßen. Weiterhin sind diese gesperrten Strecken am Freitagmorgen nicht passierbar (Stand: Freitag, 7.40 Uhr):

  • K 23 Blankenrode - Hardehausen
  • K 69 Blankenrode - Meerhof
  • L 755 Altenbeken- Langeland
  • L 754 Haaren - Büren
  • L 763 Kleineberg - Willebadessen
  • L 756 Wewerstraße zwischen B1 und Paderborn-Elsen
  • K 29 Lichtenau - Willebadessen
  • Schatenweg in Paderborn/Innerorts
  • K26 zw. Willebadessen und Lichtenau

"Auch wenn sich die Wetterlage etwas beruhigt hat, ist das nächste Sturmtief bereits in der Nähe. Es soll ab heute Nachmittag über den Kreis Paderborn hinwegziehen. Dazu besteht weiterhin Gefahr durch umstürzende Bäume, weil das Erdreich durch den Regen aufgeweicht ist. Fahren Sie vorausschauend und wetterangepasst. Kommen Sie sicher ans Ziel.", schreibt die Polizei

An der Landstraße 756 bei Paderborn knickten viele Bäume um. Sie wurde gesperrt. Foto: Christian Müller

Die Räumungsarbeiten würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Behörde bereits am Vormittag weiter mit. Dazu könnten aufgrund des aufgeweichten Bodens weiterhin Bäume auf die Straße fallen. Im Bereich Büren habe Gefahr durch Aquaplaning aufgrund der starken Regenfälle bestanden. 

Folgenden Hinweis gab die Polizei zudem: "Wenn die Straße gesperrt ist, dann ist sie gesperrt und kann nicht befahren werden. Selbst, wenn der Wind die Warnbarken etc. zwischendurch umwirft. Kommen Sie sicher ans Ziel!"

65 Einsätze in Paderborn: Photovoltaikanlage beschädigt

Der Teileinsturz der Photovoltaikanlage ereignete sich gegen 1.55 Uhr am Rolandsweg. Das Auto sei stark beschädigt worden, teilte die Feuerwehr Paderborn mit.  

"Es geht los. Wir sind aktuell bei mehreren Einsatzstellen", schrieb die Feuerwehr Paderborn gegen 2 Uhr am Donnerstag bei Facebook. Zum ersten Einsatz an der Wewerstraße wurde sie bereits um 23.39 Uhr alarmiert. Später habe die Einsatzfrequenz derart zugenommen, dass nahezu alle Einheiten der Feuerwehr Paderborn im Unwettereinsatz gefordert wurden, berichtete Oberbrandrat Michael Beivers dann am Donnerstagnachmittag.

Bis 14 Uhr arbeitete die Paderborner Feuerwehr  den Angaben zufolge im Stadtgebiet  77 Unwettereinsätze ab. Insgesamt waren dazu etwa 130 Einsatzkräfte mit 15 Löschfahrzeugen und drei Drehleitern im Einsatz. Häufig (59 Mal) waren es umgestürzte Bäume im Fahrbahnbereich, die ein Eingreifen der Feuerwehr erforderten. An vier Einsatzstellen wurden durch umstürzende Bäume auch Gebäude beschädigt. An mindestens drei weiteren
Einsatzstellen wurden zwei Autos und ein Wohnmobil in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Einsätze wurden durch umgestürzte Werbeschilder, herabfallende Dachziegel und verstopfte Straßeneinläufe verursacht. Nicht immer war jedoch ein Eingreifen der Feuerwehr gefährdungsfrei möglich, so dass auch Straßensperrungen erforderlich wurden.

Oberbrandrat Michael Beivers: "Gegen 13 Uhr hatte sich die Unwetterlage soweit entspannt, so dass die Einsatzmaßnahmen auf das erforderliche Minimum reduziert wurden und die anfallenden Einsätze mit den regulär vorgehaltenen Kräften abgearbeitet werden können."

An der Kreuzung B64/K1 bei Paderborn-Neuenbeken verdrehte der Wind laut Polizei einen Peitschenmast der der Ampelanlage. In Paderborn schleuderte der Wind einen Pkw-Anhänger gegen ein geparktes Auto.

Viel Sachschaden am Thuner Weg in Paderborn

In Paderborn zerstörte am Thuner Weg ein Baum zwei Autos. Foto: Franz Köster

Am Thuner Weg in Paderborn kam es zu zu schweren Sachbeschädigungen. Ein Baum bohrte sich mit seiner Krone durch das Dach eines Mehrfamilienhauses, der Stamm zerstörte zwei Autos einer Familie. Glücklicherweise konnte die Feuerwehr alle Personen unverletzt in Sicherheit bringen. Der Sachschaden war am Vormittag noch unbekannt. Um den Ort zu sichern, durchtrennte die Feuerwehr den Baum mit Kettensägen.

Lkw-Fahrer räumt Baum von Straße

Hilfsbereit zeigte sich nach Polizeiangeben am Morgen ein Lkw-Fahrer auf der L828 bei Herbram-Wald. Die Polizei sicherte dort eine Gefahrenstelle, ein Baum lag auf der Straße. Der Fahrer (38) räumte den Baum kurzerhand mit seinem Kran von der Straße hinter die Leitplanken. Nach Angaben der Polizei ist der Mann aus Detmold selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

Der Haarener Wald ist komplett gesperrt worden, nachdem mehrere Bäume umgestürzt sind. Das teilte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Büren am Donnerstagmorgen mit: "Bitte den Bereich umfahren".  Die Ringelsteiner Straße bei Büren-Barkhausen wurde laut Polizei zweitweise wegen mehrerer Bäume auf der Fahrbahn gesperrt.

Ein Möbeltransporter missachtete laut Polizei die Sperrung der K26 zwischen Lichtenau und Willebadessen. An einem umgestürzten Baum kam der Lastwagen nicht weiter und versuchte umzudrehen. Dabei fuhr sich der Laster fest und musste von einem Bergungsunternehmen auf die Straße gezogen werden.

In den Städten Salzkotten und Bad Wünnenberg verlief die Sturmnacht relativ glimpflich. Tobias Rupprecht, Leiter der Feuerwehr Salzkotten,  meldete bis Donnerstagmorgen zehn Einsätze. Die Einsatzkräfte mussten mehrere umgestürzte Bäume in Scharmede, im Thüler Feld an der Wewelsburger Straße, in Weltsöden und in Verne beseitigen. Der Leiter der Feuerwehr Bad Wünnenberg, Martin Liebing,  berichtet von Einsätzen über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Einen Einsatzschwerpunkt gab es nicht. Insbesondere im Haarener Wald hielten mehrere Bäume dem Sturm nicht stand und stürzten auf die Straße, die gesperrt wurde. In Haaren wurden zudem Ziegel vom Dach gerissen. Zusätzlich beanspruchte die Bad Wünnenberger Wehren ein Unfall auf der A44 sowie ein Feuer in Fürstenberg, wo allerdings nur „ein Hauf Nichts“ brannte. Insgesamt hatten die Wehrleute bis Donnerstagmorgen elf Einsätze.

Deckel durchschlägt Frontscheibe: Frau verletzt

Gegen 13 Uhr fuhr laut Polizei ein 57-jähriger Mann aus Halver (Märkischen Kreis) mit einem Dacia Logan, auf dem eine Dachbox montiert war, auf der L776 in Richtung Rüthen. Als er aus dem Waldstück zwischen Bosenholz und Tudorf herausfuhr, erfasste eine Sturmbö den Wagen und riss den Deckel der Dachbox ab. Der Deckel durchschlug die Frontscheibe eines entgegenkommenden Peugeot 207, mit dem eine 30-jährige Frau aus Büren unterwegs war. Die Autofahrerin erlitt Schnittverletzungen durch Glassplitter. Sie wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Paderborn gebracht.

In Delbrück kamen bis 8.30 Uhr 41 Einsätze zusammen. „Zum überwiegenden Teil waren Bäume umgestürzt und blockierten Fahrbahnen. Die haben wir dann klein gesägt und beiseite geräumt“, so der stellvertretende Wehrführer Ralf Fischer. In zwei Fällen waren Autos mit den Bäumen kollidiert. Es gab glücklicherweise keine Verletzten und blieb bei Sachschäden.  Auch ein Trampolin, das gegen eine Straßenlaterne geweht worden war, wurde geborgen.

Kampfjets: Übungsflüge unwahrscheinlich

Auch die Pläne des britischen Militärs wurden vom Sturm durcheinandergewirbelt. Am Mittwoch hieß es noch, im Rahmen der in der Senne laufenden Übung sollten am Donnerstagmittag zwei Kampfjets der Royal Air Force 90 Minuten lang im Kreisgebiet Überflüge und Scheinangriffe durchführen. Das wurde dem Militär dann aber wohl doch zu gefährlich. "Sie werden wahrscheinlich nicht fliegen", sagte Pressesprecher Mike Whitehurst kurz vor dem geplanten Start.

Straßenreinigung: ASP fährt bestimmte Bereiche erneut an

Wie der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASP) am Donnerstagmittag mitteilte, sind durch starke Windböen viele Abfallbehälter, die zur Abfuhr bereitstanden, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag umgefallen. Papier- und Bioabfall landete auf den Straßen. Aus diesem Grund ändert der ASP am  Freitag, 18. Februar, seine Kehrmaschinen-Touren.

Schwerpunkt der Straßenreinigung liegt in den Bereichen, in denen am Donnerstag die Abfallentsorgung stattfand (nördliches Riemekeviertel, Fürstenallee und teilweise Elsen). Durch den Sturm sind zudem die Straßen stark verschmutzt. Da der Wetterdienst auch für die kommenden Tage weiter kräftigen Wind vorhersagt, nimmt sich der ASP diese Bereiche in der nächsten Woche vor. „Wir können leider nicht überall gleichzeitig reinigen“, sagte der stellvertretende Betriebsleiter Dr. Dietmar Regener. „Daher müssen wir Schwerpunkte setzen und säubern die Stadt zunächst von dem herumwehenden Abfall.“

Delbrück: Müllabfuhr fährt am Freitag wie gewohnt

Die Stadt Delbrück hat am Donnerstagnachmittag darauf hingewiesen, dass die Abfuhr der grauen Tonne am Freitag in Bentfeld und die der gelben Tonne in Boke planmäßig durchgeführt wird. Die Abfuhr der grauen Tonne am Donnerstag in Delbrück-Mitte wird am Donnerstagnachmittag und auch Freitagnachmittag nachgefahren. Die Abfuhr der gelben Tonne in Anreppen, Bentfeld und Heddinghausen wird nicht nachgefahren.

Störungen bei der Bahn

Die Nordwestbahn gab um 5.08 Uhr bekannt, dass auf ihrem gesamten Streckennetz keine Züge fahren – wie die Senne-Bahn zwischen Paderborn und Bielefeld (RB 74) und die  Egge-Bahn zwischen Paderborn und Holzminden.  Schienenersatzverkehr werde vorerst nicht angeboten, sagte ein Nordwestbahn-Sprecher. Falls im Laufe des Vormittags Busse eingesetzt werden könnten, werde die Nordwestbahn dies mitteilen.  Wann die Züge wieder rollen, war nach Angaben des Unternehmens am Vormittag unklar. "Erste Erkundungsfahrten werden bei Helligkeit unternommen", hieß es am frühen Morgen auf der Internetseite. Voraussichtlich sollte der Verkehr gegen Mittag wieder schrittweise aufgenommen werden.

Komplett eingestellt wurde der Verkehr auch auf der Verbindung zwischen Warburg und Münster über Willebadessen, Altenbeken, Paderborn und Soest (RB89). Nach Angaben der Deutschen Bahn sollten die Züge frühestens am Donnerstag um 22 Uhr wieder rollen.

Auf auf der Linie S5 (Hannover-Paderborn) wurden Störungen gemeldet. Nach Angaben der Deutschen Bahn war beispielsweise der Zug mit Abfahrt um 6.17 Uhr in Steinheim Richtung Paderborn ausgefallen.  Reisende sollten sich vor Fahrtantritt im Internet informieren, ob ihre Züge fahren.

Der Sturm „Ylenia“ hat in ganz Nordrhein-Westfalen in der Nacht für zahlreiche Polizeieinsätze gesorgt. Schwere Unfälle habe es jedoch zunächst nicht gegeben und auch verletzt wurde niemand, sagte eine Sprecherin der landesweiten Polizei am Donnerstagmorgen.

Gegenstände sichern

Der Kreis Paderborn bat die Bürger am Mittwoch, mögliche umherfliegende Gegenstände in den Außenbereichen vorsorglich zu sichern, um niemanden zu gefährden. Dieser Appell gilt vor allem für Bauunternehmer, ihre Baustellen, insbesondere bei Dacharbeiten, so zu sichern, dass durch die möglichen Orkanböen nichts umherfliegen kann. Weiter riet der Kreis: "Bewegliche Gegenstände im Außenbereich, beispielsweise Fahrräder, Mülltonnen oder Gartenmöbel müssen gesichert werden. Die Fenster-, Roll- oder Fensterläden sollten geschlossen werden."

Paderborner Bartholomäuskapelle bietet Schutz

Dompropst Joachim Göbel hat am Mittwochnachmittag darauf hingewiesen, dass die Bartholomäuskapelle zwischen Dom und Kaiserpfalz Schutzsuchenden auch in diesen Tagen und Nächten als Zufluchtsort dient.

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