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Polizei: "Wie durch ein Wunder wurden nur zwei Personen leicht verletzt" 

Sturmtief Zeynep im Kreis Paderborn: Umgestürzter Baum begräbt Kleinbus unter sich – weiterhin Straßen gesperrt

Kreis Paderborn

Das Sturmtief Zeynep hat vom späten Freitagnachmittag bis Samstagmorgen auch im Kreis Paderborn für etliche Einsätze gesorgt. Die Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden sprach am Samstagabend (18.15 Uhr) von 184 kreisweiten Einsätzen seit Freitagnachmittag. Der Samstag stand im Zeichen von Aufräumarbeiten. Von Freitag, 21 Uhr, bis Samstag, 7.15 Uhr, hatte die Polizei im Kreis Paderborn insgesamt 77 Einsätze wegen sturmbedingter Gefahrenstellen zu bewältigen. Auf der Landesstraße 763 bei Lichtenau-Kleinenberg hat ein umgestürzter Baum einen Kleinbus unter sich begraben. "Wie durch ein Wunder wurden nur zwei Personen leicht verletzt", teilte die Polizei mit. Weiterhin sind im Kreis Paderborn mehrere Straßen gesperrt.

Von Matthias Wippermann, Axel Langer und Jörn Hannemann

In Lichtenau-Kleinenberg zerstörte ein Baum einen Kleinbus. Die sieben Insassen hatten das Fahrzeug kurz zuvor verlassen. Zwei Personen wurden bei dem Unglück leicht verletzt.  Foto: Polizei Paderborn

Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor orkanartigen Böen galt bis Samstag, 1 Uhr; bis Sonntag, 22 Uhr, wird nun vor Sturmböen gewarnt (Stand: Sonntag, 6 Uhr).

Wie die Polizei am frühren Samstagmorgen mitteilte, ereigneten sich am Freitagabend die schlimmsten Unfälle bei Lichtenau-Kleinenberg. Ein mit sieben Personen besetzter Kleinbus befuhr um 20.40 Uhr am Freitag die Landesstraße 763 aus Richtung Willebadessen kommend in Richtung Kleinenberg, obwohl die Strecke durch mehrere Beschilderungen gesperrt war. Als die Insassen vor einem quer liegenden Baum anhalten mussten und aus dem Kleinbus ausgestiegen waren, wurde der Kleinbus von einem umstürzenden Baum voll getroffen und darunter begraben.

Nach Angaben der Polizei gelang es den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes nur unter schwierigsten Bedingungen und unter Einsatz der eigenen Gesundheit, sich zu dem eingeklemmten Fahrzeug und den Personen vorzuarbeiten. Wie durch ein Wunder wurden nur zwei Personen leicht verletzt, so die Polizei. Die anderen Personen blieben unverletzt. Das Fahrzeug wurde bis auf Höhe der Türgriffe platt gedrückt und konnte aufgrund der bestehenden Lebensgefahr durch weitere umstürzende Bäume nicht geborgen werden. Die L 763 zwischen Kleinenberg und Willebadessen bleibt weiterhin gesperrt, teilte die Polizei mit.

Der zerstörte Kleinbus in Kleinenberg: Die Polizei sprach von einem Wunder, dass nur zwei Personen leicht verletzt wurden. Foto: Polizei Paderborn

Unfall auf der B68 bei Kleinenberg

Um 19.40 Uhr befuhr am Freitag ein Ford, besetzt mit zwei Personen,  die Bundesstraße 68 aus Richtung Kleinenberg kommend in Richtung Scherfede. Kurz vor der Kreisgrenze zum Kreis Höxter stürzte ein Baum auf die Fahrbahn. Der Pkw schaffte es noch, unter dem umstürzenden Baum hindurchzufahren, wurde dabei aber erheblich im Bereich der Frontscheibe und des Daches beschädigt. Glücklicherweise wurde die 38-jährige Fahrerin des Pkw nur leicht an einer Hand verletzt, so die Polizei. Der Beifahrer blieb gänzlich unverletzt. Die B 68 wurde für den Zeitraum der Unfallaufnahme, der Bergung des Pkw und der Beseitigung der umgekippten Bäume durch die Feuerwehr bis 21.45 Uhr in beide Richtungen gesperrt.

Gesperrte Straßen im Kreis Paderborn

Paderborner Polizei zieht erste Bilanz

Insgesamt hat es nach Angaben der Polizei in der Nacht von Freitag ab 21 Uhr bis Samstag um 7.15 Uhr im Kreis Paderborn 77 Einsätze wegen sturmbedingter Gefahrenstellen gegeben. In vielen Fällen musste die Feuerwehr hinzugezogen werden. Elfmal mussten umgestürzte Verkehrszeichen von den Fahrbahnen geräumt werden und in acht Fällen sorgten von Dächern fallende Dachziegel für Gefahrenlagen, aber auch Sachschäden. Die mit Abstand meisten Einsätze lösten in insgesamt 42 Fällen Bäume aus, die bereits umgestürzt waren, oder umzustürzen drohten.

Insgesamt kam es nach Angaben der Polizei sturmbedingt zu fünf Verkehrsunfällen, bei denen Sachschäden von insgesamt etwa 8000 Euro entstanden. So führte der starke Wind in zwei Fällen dazu, dass den Fahrzeugführern beim Aussteigen die gerade geöffnete Pkw-Tür aus der Hand gerissen wurde und daneben stehende Pkw beschädigten. In Bad Wünnenberg-Leiberg kippte der Sturm ein Wohnmobil um. Beim Versuch des Eigentümers, dieses wieder aufzurichten, brach dieses auseinander. In Fürstenberg kam ein Lkw aufgrund starken Seitenwindes von der Fahrbahn ab und blieb auf der Seite liegen.

Bilanz der Feuerwehr Paderborn

In einer ersten Zwischenbilanz berichtet die Feuerwehr Paderborn, dass am Freitag bereits im Tagesverlauf einige Einsätze im Zusammenhang mit dem aufziehenden Orkan Zeynep zu verzeichnen waren. Gegen Abend nahm die Einsatzfrequenz wie zu erwarten zu, so dass die Koordination der Unwettereinsätze im Stadtgebiet Paderborn erneut durch den Einsatzstab übernommen wurde. Bis etwa 23.30 Uhr wurden nach Angaben der Feuerwehr im Stadtgebiet Paderborn 44 Unwettereinsätze abgearbeitet. Bei der überwiegenden Anzahl der Einsätze wurden umgestürzte Bäume von Verkehrswegen entfernt und beschädigte Gebäudeteile gesichert.

Auf den Bahngleisen der Sennebahn wurden Äste entfernt und Teile einer beschädigten Lärmschutzwand von den Einsatzkräften gesichert. An der Borchener Straße wurde eine beschädigte Ampel gesichert. Am Feuerwehrgerätehaus in Wewer wurden vom dortigen Löschzug mit Unterstützung einer Drehleiter aus Schloss Neuhaus gelöste Dachteile gesichert. In Paderborn ist eine 25 Meter lange Pappel auf ein Familienhaus gestürzt.

Kreis Paderborn: 21.45 Uhr: Bislang hat es im Kreis Paderborn 115 Einsätze seit 8 Uhr morgens gegeben, berichtet Tobias Stark von der Feuerwehr-Kreisleitstelle in Büren-Ahden. Insgesamt waren 507 Feuerwehrleute im Einsatz.

Lichtenau 21 Uhr: Der Schwerpunkt des Geschehens hat sich laut dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Andreas Müller in den Südwesten verlagert, wo es besonders an der Bundesstraße 68 bei Lichtenau einige Einsätze gibt.

Lichtenau, 20.20 Uhr: Auf der A44 sind mittlerweile alle Bäume beseitigt und zwischen Lichtenau und Marsberg in Fahrtrichtung Kassel wieder beide Fahrspuren frei.

Kreis Paderborn, 20.04 Uhr: Laut dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Andreas Müller mussten sich die Feuerwehren im Kreisgebiet um 19.45 Uhr zeitgleich um 23 offene Einsätze  kümmern, was verhältnismäßig noch nicht viel sei. Schwerpunkt des Geschehens wäre der nördliche Bereich des Kreises. Aktuell gebe es keine größeren Einsätze.

Delbrück, 19.30 Uhr: In Delbrück ist die örtliche Einsatzleitung besetzt worden, um von dort die einzelnen Einsätze koordinieren zu können. Bereits um 18 Uhr wurde dies auch für die Stadt Paderborn und Hövelhof eingerichtet.

Lichtenau, 19.10 Uhr: Auf der A44 ist aktuell zwischen Lichtenau und Marsberg in Fahrtrichtung Kassel nur eine Fahrspur frei. Nach Angaben der Autobahnpolizei Stukenbrock-Senne sind mehrere Bäume auf die Straße gefallen.  Derzeit gebe es einen Rückstau von acht bis zehn Kilometern. 

Die Feuerwehren waren bis in den späten Abend im Dauereinsatz wie hier an der Benhauser Straße in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn, 18.40 Uhr: An der SB-Tankstelle am Paderborner Südring hatten sich Teile des Tankstellendaches gelöst, teilt die Feuerwehr mit. Per Drehleiter wurden Bleche aus dem Dach geschnitten.

Paderborn, 16.40 Uhr: An der Teutoburger Straße in Paderborn-Sennelager war gegen 16.40 Uhr  ein Baum umgenickt und lag quer über der Straße. Es war laut Informationen vor Ort der erste Einsatz wegen Zeynep in Paderborn. Einsatzkräfte der Feuerwehr Paderborn mussten den Baum mit einer Motorsäge zerteilen.

Delbrück, 16.35 Uhr: Eine erste Unwetterfront rollte gegen 16.35 Uhr mit heftigen Windböen über Delbrück hinweg. Speziell im westlichen Stadtgebiet knickte der Orkan etliche Bäume ab.

Im Verlauf der Nordhagener Straße ergaben sich gleich mehrere Einsatzstellen, an denen umgestürzte oder abgeknickte Bäume beseitigt werden mussten. Auch entlang der Schöninger Straße mussten zwischen Schöning und Lippling einige Bäume von den Feuerwehrkräften von der Straße geräumt werden.  Am Birkenkamp in Nordhagen stürzte ein morscher Baum in eine Telefonleitung und blieb darin hängen. Delbrücker Feuerwehrkräfte schafften es, den Baum aus der Leitung herauszuschneiden, ohne dass die Leitung riss. Ein abgeknickter Holztelefonmast wurde mit einem Zurrgurt an einem Baum gesichert, so dass die Telefonleitung weiter funktionstüchtig blieb.

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