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Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung und Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz

Wespennest mit Gasbrenner bekämpft: Dachstuhl gerät in Brand

Delbrück

Die Paderborner Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung und Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz: Ein Mann hat am Mittwoch in Delbrück ein Wespennest mit einem Gasbrenner bekämpft und damit einen Dachstuhlbrand entfacht. 

Symbolbild. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Polizei teilte Donnerstag mit, dass der Brand an der Mühlensenner Straße noch „glimpflich mit geringem Sachschaden“ ausgegangen sei.

Gegen 17.15 Uhr ging den weiteren Angaben zufolge ein 50-jähriger Mann mit einem Unkraut-Gasbrenner gegen ein Wespennest unter der Dachtraufe eines Wohnhauses vor. Dabei fingen das Dämmmaterial und Dachlatten Feuer.

Strafverfahren eingeleitet

Während die Feuerwehren aus Ostenland und Delbrück anrückten, gelang es einem 58-Jährigen, das Feuer mit Wasser aus einem Gartenschlauch zu löschen. Die Feuerwehr stellte sicher, dass keine Glutnester zurückblieben. Einige Dachpfannen wurden abgedeckt. Die beiden beteiligten Männer wurden von Rettungssanitätern betreut. Der entstandene Sachschaden liegt bei mehreren Hundert Euro.

Gegen den 50-Jährigen laufen jetzt die genannten Strafverfahren.

Die Paderborner Polizei weist darauf hin, dass Wespen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes stehen. Wie aus einer Anfrage im Landtag hervorgeht, werden für  besonders geschützte Wespenarten Bußgelder von bis zu 65.000 Euro fällig. Das gilt auch für das Zerstören oder Beschädigen von Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Sonderregeln gibt es für Allergiker, da für sie Lebensgefahr droht. Wespen dürfen grundsätzlich nur bei Vorliegen vernünftiger Gründe bekämpft werden. Die Polizei verweist auf das Umweltbundesamt:  www.umweltbundesamt.de/wespe.

Der Kreis führt auf seiner Internetseite aus: „Jedes Jahr häufen sich im Frühjahr beginnend bis hinein in den Herbst die Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern zum Thema im oder am Haus auftretender Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln. Bürgerinnen und Bürger können sich hierfür an die Untere Naturschutzbehörde, Herr Sonnabend, Tel. 05251 – 308 6652 wenden und sich beraten lassen (ggf. Artbestimmung, Verhaltensweisen, mögliche Gegenmaßnahmen, soweit erforderlich Ausnahmegenehmigung).“

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