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Naturschutzverbände aus OWL vom NRW-Koalitionsvertrag enttäuscht

Kritik an Windrädern im Wald

Bielefeld

Die Naturschutzverbände aus Ostwestfalen-Lippe sehen den am Wochenende beschlossenen Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen kritisch.

Naturschützer aus Ostwestfalen-Lippe befürchten, dass Schwarz-Grün in NRW die Wälder der Windkraft opfert. Foto: dpa

Zwar seien deutliche Fortschritte beim Klimaschutz geplant, der Naturschutzhaushalt werde verdoppelt und die Biostationen würden gestärkt, aber wichtige Themen aus OWL hätten bei den beiden Parteien keinen hohen Stellenwert. „Wir vermissen ein klares Bekenntnis zum Nationalparkstart in der Egge,“ sagt Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz OWL.

Auch bei der Forderung der früheren CDU-geführten Bundesregierung nach zwei Prozent Wildnisgebieten auf der Landesfläche habe NRW bislang kläglich versagt (aktuell 0,2 Prozent), eine wesentliche Verbesserung werde mit zusätzlichen 0,3 Prozent in den nächsten fünf Jahren auch nicht erreicht.

Dass mehr erneuerbare Energie erzeugt werden müsse, um die Klimakrise einzugrenzen und die Abhängigkeit von Russland zu beenden, sei unbestritten. Die nötigen Anlagen belasteten jedoch auch den Naturhaushalt. Herbert Dehmel, Vize-Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL: „Es muss Schluss sein mit Standortfestlegungen der Windräder nach Gutsherrenart.“ Die Naturschützer erwarteten eine faire Verteilung innerhalb des Landes, wobei OWL bereits Erhebliches geleistet habe. Die Naturschutzverbände plädieren dafür, sich in OWL auf das Repowering also die Aufrüstung der älteren Anlagen, etwa auf der Paderborner Hochfläche, zu konzentrieren. Damit könne man einen großen Effizienzsprung schaffen – ohne die Inanspruchnahme von Wald und anderen wertvollen Landschaftsteilen.

Um den Wald machen sich die OWL-Naturschützer große Sorgen: Die schwarz-grünen Koalitionäre wollten den Wald vollständig als „Windindustriegebiet“ öffnen. Die Mitglieder der Bezirkskonferenz seien entsetzt, sagt Otte. Ullrich Richter, Naturschutz-Vertreter im Detmolder Regionalrat: „Vogelschlag, Kabeltrassen und Erschließungsstraßen stören das Ökosystem Wald nachhaltig und schädigen auch den Tourismus.“

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