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Ganzheitliche Gesundheitsförderung an St. Walburga in Neuenheerse

Küchenchef kocht mit Schulkindern

Bad Driburg-Neuenheerse

Küchenchef Franz-Josef Ikenmeyer zeigt den Grundschülern in Neuenheerse, wie man gesund isst und trinkt.

Die Schüler der 3. Klasse zu Beginn der ersten Weinernte an St. Walburga im Herbst. Mit dabei Küchenchef Franz-Josef Ikenmeyer (links) und „Winzer“ David Koisiak. Foto: Grundschule St. Walburga

Der Eigentümer und Küchenchef des Neuenheerser Landgasthauses Ikenmeyer, Franz-Josef Ikenmeyer, arbeitet eng mit dem Trägerverein und der Schulleitung der privaten Grundschule St. Walburga zusammen. Vorrangiges Ziel ist es, das richtige Ess- und Trinkverhalten bereits im Kindesalter zu fördern. Wöchentlich wird einmal unter seiner Leitung innerhalb der Schulzeit zwei Stunden gekocht. Theorie und Praxis wechseln sich dabei wohltuend ab.

Frisch zubereitet

Speisen wie Gummibärchen aus Biosaft (Trauben), Spaghetti-Muffins, Obstspieße, gefüllte Wraps, Apfel-Milchreis-Auflauf und Pfannkuchen mit frischen Erdbeeren und mehr werden im Küchenraum des Altbaus von den Schulkindern zunächst aus den verschiedenen Materialien vorbereitet, dann gekocht und anschließend verzehrt.

Schülerin Julia freute sich sichtlich in der Kochstunde und sagte: „Da wird sich Mama freuen, was ich ihr heute Schönes mit nach Hause bringe.“ Gleichsam werden auch Trinkgewohnheiten gesundheitsfördernd beurteilt und Getränke aus reinen Naturprodukten hergestellt.

Begeisterte SchülerInnen drängeln sich zum Apfelschälen mit der Apfelschäler Foto: Grundschule St. Walburga

Parallel zeigt Franz-Josef Ikenmeyer den Kindern im Ortsbereich auch, wo diese Materialien wachsen und verarbeitet werden. Ein Besuch auf dem Bauernhof der Familie Rustemeyer war ein spannendes Erlebnis. Franz-Josef Rustemeier hatte verschiedene Getreidekörner (Weizen, Gerste, Hafer und mehr) sortiert in einer Schale ausgelegt, dann die Früchte mit Halmen dazugetan und letztendlich ein Brot als Endprodukt.

Im nah gelegenen Feld wies er die Kinder auf die Reihenfolge und Bearbeitung von Saat, Düngung und Ernte ein.

Unter Anleitung seiner Ehefrau Thea Rustemeier sammelten die Kinder Hühnereier (viele das erste Mal) und besichtigten einen vielfältigen Kräutergarten. Auf dem Heuboden konnte abschließend ausgiebig getobt werden. Grundschüler Lennart wünschte sich spontan einmal in Woche einen so spannenden, naturnahen Unterricht.

Josef Rustemeier erklärt den Schulkinder der 3. Klasse die Erkennungsmerkmale der verschiedenen Getreidesorten Foto: Grundschule St. Walburga

An der Südostseite des Altbaus der Grundschule hat der Neuenheerser David Koisiak drei Weinreben-Setzlinge vom Kirchengelände, in der die Heilige Walburga begraben liegt, für zukünftige Ernten gepflanzt. Im Herbst wurde gemeinsam mit dem Küchenchef die erste Ernte eingefahren und Saft gepresst.

In Zusammenarbeit mit der Krankenkasse AOK und dem Gemeinnützigen Institut für angewandte Prävention und Gesundheitsforschung (IFA gGmbH) lernen die Schulkinder bereits im Grundschulbereich Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Das Institut hatte das Kollegium vorab geschult und begleitet auch weiterhin kontinuierlich die Lernmodule. Dazu gehören: Bewegung und Entspannung, gesundes Essen, Wohlbefinden herausfinden und Lösungen für schwierige Situationen finden. Dieses Programm wird Anfang 2022 mit in den Schulalltag einfließen.

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