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Projekt in Bad Holzhausen: Kunst und kreatives Arbeiten fördern Selbstbildungsprozesse bei Grundschulkindern

Kunst trotz(t) Corona

Bad Holzhausen/Lübbecke

In der Offenen Ganztagsschule (OGS) Bad Holzhausen werden die Kinder zu „Sachsuchern“ und finden einen ganz eigenen Weg zu Nachhaltigkeit und Partizipation.

Die kleinen Künstler des OGS Bad Holzhausen haben bei dem Projekt viel Geschick gezeigt. Foto:

Die OGS Bad Holzhausen in Trägerschaft der „Parität für Kinder“, Lübbecke, nahm von Januar bis März einen Praktikanten des Berufskollegs Lübbecke auf, der an der dortigen Fachschule für Sozialpädagogik am Schulort Espelkamp eine Ausbildung zum Erzieher absolviert.

Toren Keller ist einer von fünf Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik, der als angehender Erzieher die Chance wahrgenommen hat, am Modellversuch „Kulturelle Vielfalt – Vielfalt der Kulturen“ teilzunehmen. Er erwarb in diesem Kontext eine Zusatzqualifikation für „Staatlich anerkannte Erzieher/-innen“.

Toren arbeitete im Rahmen dieses Projektes mit der Künstlerin Anna Degenkolb zusammen, die viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern hat. Sie weiß, wie es geht, „Kinder in spielerisch entdeckende Handlungen zu verwickeln“ und ist davon überzeugt, dass der kindliche Geist Raum und Zeit braucht, um sich zu entfalten.

Als angehender Erzieher weiß Toren, dass Kinder am besten lernen, wenn Neugier und Forschergeist geweckt werden und sie mitbestimmen dürfen. Genau dort dockte das Projekt an und fand deshalb auch große Zustimmung bei der Leiterin der OGS, Claudia Klinksiek und ihren Mitarbeiterinnen, denn „Kinder lernen am besten, wenn sie Dinge selbst erkunden und ausprobieren. Sie konnten Erfahrungen machen, die für alle Bereiche ihrer Entwicklung wichtig sind“, ist sie überzeugt. Die Einrichtung stellte einen Raum zur Verfügung, der als Projektraum genutzt werden konnte und den Kindern die Möglichkeit bot, auf einer „Kreativbaustelle“ ihren künstlerischen Impulsen jederzeit folgen zu können. Alles, was entstanden ist, ist mit den Kindern gemeinsam entstanden. Nichts war aufgesetzt, die Wege konnten beim Gehen entstehen. „Das Projekt hat sich aus den vorgefundenen Materialien und den Ideen der Kinder, der Künstlerin und Toren entwickelt“, berichtet Claudia Klinksiek. „Besonders gut gefallen hat uns, dass die Kinder an dem Projekt arbeiten konnten, wann sie es wollten und eine Motivation dazu hatten.“

Persönliche Auseinandersetzung

Toren ist seit Ausbildungsbeginn mit dem Begriff Kulturelle Bildung sowie seiner Bedeutung für Kinder und Jugendliche vertraut. Externe Künstler ermöglichen den Studierenden bereits in der Unterstufe die Teilnahme an Projekten, sodass sich die Studierenden persönlich weiterentwickeln und an ihrer Haltung im zukünftigen Beruf arbeiten können. Über die persönliche Auseinandersetzung hinaus beschäftigen sich die Studierenden mit den fachlich-gesellschaftlichen Aspekten von Bildung. Susanne Walter, Fachbereichsleiterin für die Erzieherausbildung am Berufskolleg Lübbecke/Schulort Espelkamp, ist der Überzeugung, dass „kulturelle Bildung ein wichtiger Bestandteil der Erzieherausbildung sein muss, damit nachhaltig ein wichtiger Beitrag zur Bildung aller Kinder und Jugendlichen – unabhängig von Herkunft und finanzieller Situation – geleistet werden kann.“ Aus diesem Grund arbeiten die Lehrkräfte der Fachschule für Sozialpädagogik in Espelkamp kontinuierlich daran, das Profil Kulturelle Bildung stetig zu schärfen und weiterzuentwickeln.

Eine wesentliche Grundlage der Ausbildung ist die enge Verzahnung der Lernorte Schule und Praxis. „Dass uns dies unter Coronabedingungen mit diesem Projekt so gut gelungen ist, freut uns sehr“, sagt Susanne Walter. Hier wird deutlich, was alles möglich ist, wenn alle Beteiligten – Studierende, Künstler und Kollegium – engagiert gemeinsam voran gehen.

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