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Daniel Becker stellt in Paderborn Werke im „Raum für Kunst“ aus

Künstler auf Identitätssuche

Paderborn

„Identität ist vielseitig, vielschichtig und nicht fassbar in Begrifflichkeiten“, sagt Daniel Becker. Das möchte Becker auch mit seiner Kunstausstellung im „Raum für Kunst“ vermitteln.

Von Laura Lammers

Kunststudent Daniel Becker (29) in seinem „Kubus“, den er im „Raum für Kunst“ aufgestellt hat. Foto: Laura Lammers

Dabei kritisiert der Student, der Kunst auf Lehramt studiert, vor allem das Bedürfnis, die eigene Identität nur mit Begriffen wie „männlich“ oder „weiblich“ ausdrücken zu wollen.

Während seiner Arbeit begab sich der Künstler auf die Suche nach seiner persönlichen Identität. Seine Ausstellung soll diesen Weg repräsentieren, auf dem der Künstler versucht hat, sich auch malerisch zu orientieren. „Wir setzten in verschiedenen Situationen unterschiedliche soziale Masken auf. Obwohl wir uns zu jeder Person und in jeder Lage etwas anders verhalten, sind wir trotzdem wir selbst. In unserer Identität sind wir alle vielseitig und anders“, sagt Becker. Vor allem beim Thema Gender­diversität spiele Identität eine große Rolle. Die Ausstellung hinterfrage jedoch den Versuch, Identität in Worte zu fassen. Der Künstler selbst drückt sich hierbei hauptsächlich visuell aus. Aus dem Grund betitelt er weder seine Werke noch seine Ausstellung.

Das Highlight ist ein großer Kubus, der gleichzeitig die praktische Masterarbeit des Paderborner Kunststudenten ist. „Von außen sieht man nur einen Teil des Inneren, aber wenn man in dem Kubus steht, wird der Betrachter von der Intimität schon fast erdrückt“, beschreibt Becker sein Kunstwerk.

An der gesamten Ausstellung hat der 29-Jährige etwa ein Semester lang gearbeitet. Die ersten Ideen kamen ihm im Oktober vergangenen Jahres. Durch die praktische Arbeit fand der Künstler einen Weg, sich ohne Worte auszudrücken.

Ein weiterer Teil der Ausstellung behandelt sogenannte Dickpicks. Das sind Fotos des männlichen Geschlechtsorgans, die einige Männer meist unaufgefordert über Soziale Medien verschicken. Die Empfänger fühlen sich zum Großteil davon belästigt. Das Verschicken solcher Fotos kritisiert der Künstler auf sarkastische Art.

Für seine Motive holte sich der Künstler Inspiration unter anderem durch Soziale Medien und Fotografie. Seine eigene Identität habe der Student noch nicht vollständig gefunden, mit der Ausstellung möchte er jedoch den Zwischenstand seiner Suche preisgeben. Außerdem werden aktuelle Diskussionen zum Thema Identität, Gender und Sexualität aufgegriffen.

Seit Freitag können Interessierte die Ausstellung im „Raum für Kunst“ am Kamp besuchen. Am Wochenende sind die Fotografien, Druckverfahren und Malereien von 14 bis 18 Uhr ausgestellt, unter der Woche von 17 bis 19 Uhr. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. September zu sehen.

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