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Eine-Welt-Laden Beverungen schließt – Faire Suppe für Dhani wird weiter angeboten

Ladenschluss nach 28 Jahren

Beverungen

Der Eine-Welt-Laden in Beverungen schließt nach 28 Jahren seine Pforten. Gründe sind die besonders seit Corona gesunkene Nachfrage der Kunden und vor allem der Nachwuchsmangel innerhalb des Teams der Ehrenamtlichen.

Von Alexandra Rüther

Gertraud Dichtl (von links), Barbara Saggel und Adelheid Rauscher gehören zum sechsköpfigen Eine-Welt-Laden-Team. Foto: Alexandra Rüther

Am Dienstag, 21. Dezember, öffnet der Laden zum letzten Mal. Bis dahin ist er dienstags von 16 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am zweiten Adventssonntag, 5. Dezember, um 11 Uhr wird ein Abschiedsgottesdienst gefeiert. Dann wird bei den ehrenamtlichen Helferinnen Gertraud Dichtl, Lucia Gauding, Angelika Kleinschmidt, Birgit Nostiz, Barbara Saggel, Heidi Stefan und Adelheid Rauscher sicherlich ein wenig Wehmut aufkommen.

Insbesondere Adelheid Rauscher gilt als Motor des Ladens. „Sie hat  mit ihrer Kraft und Energie alle anderen mitgerissen“, sagt Barbara Saggel. Deren Ehemannn Fiedel Saggel gehörte zusammen mit Marianne Schummel und einer Gruppe Firmlingen zu den Gründern. Adelheid Rauscher ist seit 24 Jahren dabei und dafür gesorgt hat, dass das Sortiment vergrößert wurde. Als die Bücherei gebaut wurde, erhielt der Eine-Welt-Laden die Räumlichkeit nebenan. Seitdem füllen nicht nur Tee und Kaffee die Regale, sondern auch Schmuck, Honig, Wein, Kunsthandwerk und Schokolade. Regelmäßige Aktionen rundeten das Angebot in der Vergangenheit ab.

Doch weder das faire Frühstück im Cord-Holstein-Haus konnte seit Ausbruch der Corona-Pandemie stattfinden, noch das Blütenfest, die Führungen für Kinder oder einfach der gewohnte Plausch im Laden. Die faire Suppe dagegen wurde gekocht und konnte coronakonform abgeholt werden. 500 Euro sind dabei zusammen gekommen. Wie immer geht das Geld direkt an die Beverunger Partnergemeinde Dhani in Indien.

„Dieser Laden war immer vor allem Treffpunkt, eine Anlaufstelle für Austausch und Kontakt“, sagt Barbara Saggel. Doch seit Corona ist das nicht mehr so. „Außerdem liegt unser Durchschnittsalter bei 70“, erklären die Damen die Entscheidung, den Laden zu schließen. Ehrenamtlicher Nachwuchs sei nicht in Sicht.

Einen kleinen Teil des Sortiments wird Barbara Saggel künftig in ihrem Wollgeschäft am Bahnhof anbieten. Und Adelheid Rauscher will weiter die Fairtrade-Schokolade mit dem Beverunger Logo an den Mann und die Frau bringen.

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