1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Land unter in Amelunxen

  6. >

60 Feuerwehrleute kämpfen gegen Hochwasser – Auch in Natzungen laufen Keller voll – mit Video

Land unter in Amelunxen

Beverungen/Borgentreich/Höxter

Großeinsatz für die Feuerwehr in Amelunxen. In der Nacht zu Mittwoch mussten dort nach einem Gewitter und Starkregenschauer zahlreiche Keller leergepumpt werden. Auch die Straßen wurden überschwemmt.

Von Jürgen Drüke, Jürgen Vahle und Marius Thöne

In Natzungen liefen mehrere Keller voll. Foto: Jürgen Vahle

Nach Angaben von Feuerwehreinsatzleiter Sebastian Ewen gelangte das Wasser über einem an einem Hang Richtung Drenke gelegenen Maisacker in den Ortskern. Dort verteilten sich Schlamm und Geröll auf einer Strecke von 1,2 Kilometer Länge durch mehrere Straßen“. Es sei bereits der vierte Hochwasser-Einsatz in den vergangenen Wochen gewesen. Erst einen Abend vorher, am Montag, hatten sich Wasser, Geröll und Schlamm nach Starkregen durch den Ort bewegt. Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm hatte sich dabei persönlich ein Bild vor Ort gemacht.

Die Lage sei allerdings noch nie „so heftig“ wie am Dienstagabend gewesen. Die Feuerwehr, die um 22.40 Uhr alarmiert worden war, öffnete zunächst die Kanaleinläufe, um das Wasser ableiten zu können. „Nachdem der Regen abgeflacht war, konnten wir dann mit den Aufräumarbeiten beginnen“, berichtete Ewen. 60 Feuerwehrleute aus der ganzen Stadt Beverungen waren bis zum frühen Morgen im Einsatz gewesen. „Die Anwohner haben bestens mitgezogen“, stellte Einsatzleiter Ewen um 2 Uhr in der Nacht heraus und attestierte den Frauen und Männern von der Freiwilligen Feuerwehr, dass sie einen guten Job gemacht hätten.

„Wir beginnen jeweils um 23 Uhr mit dem Backen. Zu diesem Zeitpunkt bewegten sich bereits Wasser und Schlamm durch die Amalungstraße an unserer Bäckerei vorbei“, gab Bäckermeister André Knipping von der gleichnamigen Bäckerei in der einen Lagebericht. Seine Ehefrau Peggy ergänzte: „An das Hochwasser haben wir uns hier im Dorf inzwischen gewöhnt.“ Trotzdem dürfe es kein Dauerzustand werden. Ihr Sohn Julian, der beim Finanzamt in Düsseldorf arbeitet und sich aufgrund von Corona im Homeoffice befindet, habe Sandsäcke auf die Treppenstufen zum Eingang der Bäckerei gelegt. Sandsäcke würden im Nethedorf zum Inventar gehören.

Peggy und André Knipping backen bereits, als sich Wasser und Schlamm an ihrer Bäckerei vorbei bewegen. Foto: Jürgen Drüke

Die Knippings reagierten in der Nacht zu Mittwoch schnell und spendierten den Feuerwehrmännern, die aus Amelunxen, Beverungen, Drenke, Wehrden, Rothe und Würgassen im Einsatz waren. um kurz nach 3 Uhr frische Brötchen.

„Wir haben noch Fußball geguckt, als uns das Wasser und der Schlamm wieder einmal nach draußen zogen“, sagte der ebenfalls in der Amelungstraße wohnende Walter Beckmann. „Meine Garage ist in Mitleidenschaft gezogen worden. Den Eingangsbereich habe ich mit Hilfe der Feuerwehr vom Hochwasser befreit“, war Wilhelm Lingemann mit Besen und Schafeln ausgestattet und stellte „die große Solidarität der Bürgerinnen und Bürger des Ortes“ heraus. „Das Wasser und den Schlamm müssen wir nun doch endlich einmal in den Griff bekommen“, hofft der Rentner auf entsprechende Eingriffe und Maßnahmen. Es seien alle gefordert.

Die Feuerwehr musste in Amelunxen die Straßen säubern. Foto: Jürgen Drüke

​In Natzungen musste die Feuerwehr ein Dutzend Keller und Garagen leer pumpen, die Straße zwischen Natzungen und Schweckhausen war überflutet, in Schweckhausen griff die Feuerwehr Borgentreich ein und säuberte die Straße von Schlamm.

Julian Knipping steht in Amelunxen tief im Wasser, Foto: Jürgen Drüke

Auch Höxteraner Feuerwehr rückt aus

Auch die Höxteraner Feuerwehr musste am späten Dienstagabend ausrücken. Von der B83 zwischen Godelheim und Wehrden waren Schlamm und Steine gemeldet worden. Als die Wehrleute ankamen, stellten sie in Höhe Schwarze Brücke aber nur eine leichte Verunreinigung der Fahrbahn fest und mussten nicht eingreifen.

Kurz zuvor rückte die Löschgruppe Lütmarsen in die Feldstraße aus. Hier war ein Keller voll Wasser gelaufen.

Die Amelunxener, hier Manuela Beckmann mit ihrem Vater Walter Beckmann, räumen auf. Foto: Jürgen Drüke

Erst in der Nacht zu Dienstag war ein Unwetter über den Südkreis gezogen.

Startseite