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Landratswahl Minden-Lübbecke: Schrader (CDU) 42,3 % – Dogan (SPD) 48,5 % – Röckemann (AfD) 9,2 %

Ali Dogan und Jörg-Michael Schrader in der Stichwahl

Minden

Ali Dogan ist der Gewinner der Landratswahl im Kreis Minden-Lübbecke, aber noch nicht der Sieger. Denn mit einem Anteil von 48,5 Prozent hat der SPD-Kandidat am Sonntagabend zwar die meisten Stimmen erhalten, die erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen aber nicht erreicht.

Von Friederike Niemeyer und Dominik Rose

Jörg-Michael Schrader (CDU, links) und SPD-Kandidat Ali Dogan schütteln sich nach der Bekanntgabe des Endergebnisses die Hände. Beide freuen sich auf die Stichwahl in zwei Wochen. Foto: Dominik Rose

CDU-Kandidat Jörg-Michael Schrader ist mit 42,3 Prozent auf Schlagdistanz und darf sich für die Stichwahl in zwei Wochen durchaus noch Chancen ausrechnen.

AfD-Mann Thomas Röckemann holte 9,2 Prozent der Stimmen und ist damit raus aus dem Rennen um die Nachfolge von Anna Katharina Bölling (CDU).

Der neue Landrat wird für eine Wahlzeit von knapp acht Jahren gewählt. 252.532 Menschen waren im Kreis Minden-Lübbecke zur Wahl aufgerufen. Es beteiligten sich 33,2 Prozent.

Nach Schließung der Wahllokale versammelten sich im Mindener Kreishaus immer mehr Politiker aus den Kreistagsfraktionen, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger. Alle schauten auf die Leinwand, auf der die im Sekundentakt einlaufenden Schnellmeldungen aus den Wahllokalen präsentiert wurden. Ali Dogan – mit Ehefrau Sevil – und Jörg-Michael Schrader waren ebenfalls vor Ort. Als deutlich wurde, dass es eine Stichwahl geben wird, gaben sich beide die Hände. „Jetzt kommen noch einmal arbeitsreiche Tage auf uns zu“, sagte der Christdemokrat. SPD-Mann Dogan meinte: „Aber da freuen wir uns jetzt auch richtig drauf.“

Auch die beiden Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen sehen der Stichwahl voller Erwartungen entgegen, auch wenn das in den nächsten zwei Wochen noch einmal viel Arbeit bedeutet. SPD-Fraktionschefin Birgit Härtel sprach am Ende des Wahlabends von einem „erfolgreich erreichten Etappenziel“. Es sei der Wunsch der Sozialdemokraten gewesen, nach der Auszählung mit ihrem Kandidaten Ali Dogan vorn zu liegen. Das habe man gemeinsam geschafft. „Wir haben uns auf eine Stichwahl eingerichtet. Nun bleibt keine Zeit zum Durchatmen“, sagte die Fraktionsvorsitzende. Ihr CDU-Pendant Detlef Beckschewe aus Espelkamp sprach zwar auch von einem „sehr guten Ergebnis“ für den eigenen Kandidaten Jörg-Michael Schrader, jedoch hätte er „mit noch mehr Zuspruch gerechnet“. Die CDU werde den Wahlkampf intensiv weiterbetreiben. „Wir haben unser Potenzial in der Wählerschaft noch nicht gänzlich ausgeschöpft“, sagte Beckschewe. Hinsichtlich der Stichwahl in zwei Wochen fügte er an: „Wir geben alles!“

Der Geschäftsführer der Kreis-SPD, Ulrich Pock, hatte im Vorfeld bereits eine Ahnung, „dass der erste Wahlgang nicht reichen würde“. Für die kommenden zwei Wochen sei die Motivation im gesamten Wahlteam aber „extrem hoch“.

Thomas Röckemann (AfD) zeigte sich mit seinem Ergebnis nicht unzufrieden: „Zweistellig war mein Herzensziel. Ich habe mir aber auf jeden Fall ein akzeptables Ergebnis erkämpft. Es gibt gute Zuwächse.“

Die Ergebnisse vom 15. Januar 2023 in den einzelnen Städten und Gemeinden:

  • Bad Oeynhausen: Schrader 46,0 %, Dogan 44,7 %, Röckemann 9,3 %.
  • Espelkamp: Schrader 51,5 % Dogan 35,5 %, Röckemann 13,1 %.
  • Hille: Schrader 44,4 %, Dogan 47,7 %, Röckemann 8 %.
  • Hüllhorst: Schrader 39,0 %, Dogan 51,4 %, Röckemann 9,7 %.
  • Lübbecke: Schrader 32,3 %, Dogan 58,6 %, Röckemann 9,1 %.
  • Minden: Schrader 36,5 %, Dogan 55,2 %, Röckemann 8,3 %.
  • Petershagen: Schrader 46,3 %, Dogan 45,0 %, Röckemann 8,6 %.
  • Porta Westfalica: Schrader 40,4 %, Dogan 49,3 %, Röckemann 10,3 %.
  • Preußisch Oldendorf: Schrader 39,7 %, Dogan 48,5 %, Röckemann 11,8 %.
  • Rahden: Schrader 54,0 %, Dogan 37,0 %, Röckemann 9,0 %.
  • Stemwede: Schrader 55,6 %, Dogan 37,2 %, Röckemann 7,2 %.

Dazu ein Kommentar von Friederike Niemeyer

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